Songs des Jahres 2025 Teil 2/5 - Fuffifufzich und Finch
Shownotes
Zum Jahresende 2025 präsentieren André und Daniel Eure Songs des Jahres 2025. Wir haben Euch gebeten, uns Euren Song des Jahres zu schicken und das habt ihr fleißig getan. In insgesamt 5 Folgen stellen wir Euch die 10 Songs vor. Alle zwei Tage kommen hier zwei neue Songs dazu. Ein Weihnachtsgeschenk von Euch und an Euch.
Songs in dieser Folge:
- Fuffifufzich "Feel zu spät"
- Finch "Wenn du dumm bist"
Links zu dieser Folge:
- Fuffifuffzich bei radioeins
- der Podcast "Feel the news"
- der Podcast OKF zu Finch
- Interview André bei katapult
Moderation: André Knabe und Daniel Kubiak
Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:13: Ja,
00:00:16: hallo Daniel.
00:00:17: Hallo Andri.
00:00:19: Wir sagen uns jetzt hallo, obwohl wir nahtlos gefühlt weitermachen bei unserer ersten Folge.
00:00:25: Und wir sind jetzt bei den Songs drei und vier.
00:00:28: Wir hatten als erstes in der ersten Folge Mono Link mit Powerful Play und PA oder PA, neunundsechzig, sixty-nein, wie auch immer, mit der allerletzte Mann und machen jetzt weiter mit fuffi-fuffzig, mit viel zu spät.
00:00:45: Kleines Wortspiel.
00:00:47: Viel wird wie viel Englisch-Fühlen geschrieben, also viel zu spät.
00:00:52: Da hast du dich bestimmt gefreut, dass du den Song abbekommen hast.
00:00:55: Ich hab mich sehr gefreut, dass ich den abbekommen habe.
00:00:57: Der hat mir, ähm, ja, äh, das ging mir ein bisschen das Herz auf.
00:01:02: Ich mag wer überleben.
00:01:02: Wer hat uns geschickt?
00:01:03: Wer hat uns geschickt?
00:01:03: Wer
00:01:04: hat uns geschickt?
00:01:04: Wer hat uns geschickt?
00:01:05: Wer hat uns geschickt?
00:01:05: Wer hat
00:01:05: uns geschickt?
00:01:06: Wer hat uns geschickt?
00:01:06: Wer hat uns geschickt?
00:01:07: Wer hat uns geschickt?
00:01:07: Wer hat uns geschickt?
00:01:08: Wer hat uns geschickt?
00:01:08: Wer hat uns geschickt?
00:01:09: Wer hat uns geschickt?
00:01:09: Wer hat uns geschickt?
00:01:10: Wer hat uns geschickt?
00:01:10: Wer hat uns geschickt?
00:01:11: Wer hat uns geschickt?
00:01:11: Wer hat uns geschickt?
00:01:12: Wer hat uns geschickt?
00:01:13: Wer hat uns geschickt?
00:01:14: Wer hat uns geschickt?
00:01:15: Wer hat uns geschickt?
00:01:16: Wer hat uns geschickt?
00:01:16: Wer hat uns geschickt?
00:01:17: Wer hat uns geschickt?
00:01:18: Wer hat uns geschickt?
00:01:18: Wer hat uns geschickt?
00:01:19: Wer hat uns geschickt?
00:01:19: Wer hat uns geschickt?
00:01:20: Wer hat uns geschickt?
00:01:21: Wer Eure Songs des Jahres einfach zu schicken.
00:01:23: Ein paar Beiträgen auf Insta.
00:01:26: Und diese Vorschläge sind jetzt quasi unser Material.
00:01:30: Also, Fifi-Fünfzig, viel zu spät.
00:01:32: Auch den Song kannte ich vorher nicht.
00:01:35: Wie überhaupt die meisten, die uns vorgeschlagen wurden.
00:01:39: Und das ist ja das Schöne, dass wir so viel entdecken können.
00:01:42: Und ich hab dann nach fuffi-fuffzig mal recherchiert, was ich sowieso schon länger machen wollte, weil mir ist die durchaus schon öfter aufgefallen, aber ich bin noch nie an ihrer Musik so richtig hängen geblieben.
00:01:54: Und hab dann... Irwitzigerweise, dass der erste Google-Treffer, den ich gefunden habe, war, dass der einer der besten Songs des Jahres, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr
00:02:25: ist, Jahr ist, Jahr ist,
00:02:26: Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist, Jahr ist.
00:02:28: Das scheint also aus Berlin zu kommen.
00:02:30: Oder da zumindest zu residieren.
00:02:33: Und gleichzeitig kleine Maus und Queen sein.
00:02:36: Ja, das sind ja irgendwie so verschiedene Facetten unserer Persönlichkeit, die wahrscheinlich viele in sich haben.
00:02:42: Und dann sagt sie noch in einem anderen Zitat, Fuffi ist Fuffzig ist mein Name und ich mache Musik.
00:02:47: Ich habe im Jahr zwei Tausend Achtzehn angefangen, ein paar Tracks zu veröffentlichen.
00:02:50: Die Lieder, die ich mache, handeln zu neunundneinzig Prozent von Liebe.
00:02:53: Das ist das Gebiet, was mir ganz gut liegt.
00:02:57: Und abgesehen davon, ist meiner Meinung nach, sagt sie, einfach die Liebe das Wichtigste, was es gibt und viele Probleme könnten damit gelöst werden.
00:03:06: Und so auch in diesem Song viel zu spät, wo es eher um Probleme geht als um Lösungen,
00:03:12: würde ich sagen.
00:03:13: Wir hören mal rein.
00:03:15: Ich weiß, ich bin schon viel zu spät, weil die Zeit zu schnell
00:03:18: vergeht.
00:03:19: Ich mich gerade nicht
00:03:20: befähig, aber du nur vorwärts.
00:03:22: Willst ich pushe auf die Bremse drauf?
00:03:24: Blocke unseren Way to go, weil das wird mir jetzt zu close.
00:03:28: Schutzrad, da ist an nicht Auto.
00:03:30: Saks, es ist bei schon zu spät.
00:03:31: Du hast noch Kapazität.
00:03:33: You don't want to wait for me.
00:03:35: Alles jetzt oder nichts nie.
00:03:37: Ich würd ja auch so gerne, but something is holding me back.
00:03:40: Ich fühl mich leer, kein Akku mehr, hab leider keinen Charger.
00:03:44: Mein Zeltgefühl schlägt anders als dein Herz.
00:03:46: Ich bin ready, jetzt noch nicht.
00:03:48: Hab die Chance verpasst mit dir, weil ich bin schon viel zu spät.
00:03:51: Ich bin schon wieder, mal wieder, wie immer viel zu spät.
00:03:55: Ich bin schon wieder, mal wieder, wie immer viel zu spät.
00:04:00: Ich weiß, ich will schon viel zu spät Und ich habe jetzt die Diskussion dazu überschrieben mit die Unmöglichkeit von Liebe in der beschleunigten Moderne.
00:04:22: Und
00:04:23: es gibt dabei unterschiedliches Timing eines Paares.
00:04:29: Das lyrische ich ist einfach noch nicht so weit, will nicht so weit gehen, braucht noch Zeit und das gegenüber eher sie, wir wissen es nicht, will aber jetzt, hat jetzt keine Kapazitäten jetzt hier ewig zu warten und wir könnten ja jetzt schon zusammen sein, wenn du nicht noch so viel zögern würdest.
00:04:53: Du sagst, es ist bald schon zu spät, du hast nur Kapazität, you don't want to wait for me, alles jetzt oder nichts.
00:05:00: Nie.
00:05:01: Und ja, vielleicht beschreibt sie damit ein gesellschaftliches Phänomen, auch habe ich so überlegt.
00:05:10: Also Harkmut Rosa.
00:05:13: bestäunigte Gesellschaft, wir haben eigentlich keine Zeit mehr für tiefe Beziehungen, für sich aufeinander einlassen.
00:05:22: Was ja tatsächlich ein bisschen auch ein Link ist zu Monolink, was wir in der letzten Folge sozusagen gesprochen haben, wo sie gesagt haben, ja, da müsst ihr heute einfach diese Zeit nehmen und zusammenkommen.
00:05:33: Und hier sagen sie, aber wir schaffen es irgendwie nicht.
00:05:35: Wir schaffen es nicht.
00:05:36: Jedenfalls das Gegenüber dem dauert das.
00:05:38: zu lang.
00:05:39: Das ist nicht effizient genug.
00:05:41: Das passt nicht in den Tagesband.
00:05:42: Das unterstelle ich jetzt.
00:05:43: Das steht da auch nicht so ganz drin.
00:05:46: Also am Ende steht dann so eine Zeile und die Zeit, wo ich zu spät bin, hätte ich schon mit dir verbringen können.
00:05:54: Ich weiß, ich bin schon viel zu spät.
00:05:56: Und es ist so, es ist nicht ganz klar, ob das jetzt eine Selbstkritik dieses lyrischen Iches ist oder an dem Gegenüber.
00:06:07: Es bin ich okay, dass ich so langsam bin.
00:06:10: Es ist okay, dass er oder sie so ungeduldig ist.
00:06:14: Das sind interessante Fragen, finde ich.
00:06:18: Ja.
00:06:20: Also mir hat der Song auch noch dazu gefallen, weil er einfach wirklich auch wieder sehr atmosphärisch ist.
00:06:26: Weil man einfach sehr gut zuhören kann und das auch wir hatten schon mal fuffi-fuffzig, meine ich.
00:06:32: Bei uns im Podcast mit einem Song.
00:06:34: Ich kann mich zumindest in irgendwas erinnern.
00:06:36: Und da war es ein bisschen derber, ein bisschen mehr nach vorne.
00:06:43: Und das ist jetzt auch irgendwie so.
00:06:44: ein sehr atmosphärischer Song, sehr ruhiger Song.
00:06:47: Sehr gut gefallen auch.
00:06:50: Dieses Wortspiel mit viel zu spät erinnert mich auch an einen Podcast, den wir in der höherenenschaft allein quantitativ überhaupt nicht erreichen.
00:07:01: Es gibt ja auch den Podcast Feel the News von Sascha Lobo und Jule Lobo, ein Prenzlauer Bergpaar, Sascha Lobo, der Vorreiter der Digitalität, der eigentlich immer irgendwie was zur Digitalität gefragt wird.
00:07:19: Seit zwanzig Jahren ist der da irgendwie Experte.
00:07:22: Und Jule Lobo, die auch mal ein Magazin hatte, wo sie sich mit Rappern getroffen hat und fast TTT, ein TTT-Podcast jetzt bekommen hätte und dann ging es ja ein bisschen her mit Tilo Mischko und so.
00:07:34: Und die beiden setzen sich immer hin und machen dann immer viel den News.
00:07:39: Also es geht sozusagen nicht um die Analyse.
00:07:41: Und um die rationale Berichterstattung, sondern es geht darum, wie fühlen wir uns eigentlich mit diesen
00:07:45: News.
00:07:46: Und das fand ich jetzt auch noch mal ganz spannend, dass dieses Wortspiel da jetzt auch wieder drinsteckt im Sinne von, ja, in der heutigen Gesellschaft geht es auch viel um Gefühl.
00:07:54: Und wir müssen irgendwie, wenn wir auch Nachrichten verbreiten wollen, dann müssen wir auch auf die Gefühle gehen, weil das erreicht dann erst die Leute, die reine, rationale Nachricht.
00:08:05: Die reine Analyse, das ist das, was Leute nicht erreicht, sondern die Gefühle sind das Entscheidende.
00:08:10: Da kann ich jetzt schon mal einen kleinen Ausblick geben aufs nächste Jahr.
00:08:14: Ich freue mich so, so, so sehr auf unsere neue Staffel, die wir in Planung haben.
00:08:19: Ich verrate es jetzt ja einfach zum Thema Emotionen, weil ich glaube, da werde ich selber auch total viel lernen.
00:08:27: Man kann das jetzt vielleicht unter einer Beschleunigungstheorie oder so beschreiben, was diesem Paar da passiert und warum die Asynchronen sind.
00:08:35: warum das halt irgendwie die unterschiedliche Zeitlichkeiten vielleicht haben und das hat nicht zusammenfinden.
00:08:42: Aber letztendlich kommt der Zugang zu diesem Problem ja hier eben über das Fühlen, über dieses Fühlen.
00:08:52: Ich fühl's noch nicht.
00:08:53: Und es ist nicht, dass ich dich nicht mag.
00:08:55: Ich bin einfach noch nicht soweit.
00:08:57: Ich weiß es nicht, ob ich das, ich kann es jetzt noch nicht sagen.
00:09:00: Und das ist was, das... Gibt mehr, ich rede, also letzte Folge auch schon, ständig vom Körper.
00:09:06: Das wird mir über meinen Körper vermittelt.
00:09:09: Und trotzdem ist es natürlich auch, was sozial vermittelt ist und hat was mit unserer Position in der Gesellschaft zu tun.
00:09:14: Aber dieser Körper, der, ich hoffe, wir haben da coole Gäste, die uns da helfen können, wie der Link zwischen Gesellschaft und Biochemie ist im Körper.
00:09:25: Und der Song, den ich jetzt vorstellen darf, ist so ziemlich das komplette Gegenteil von all dem.
00:09:32: Also sowohl was den Künstler selbst betrifft, als auch was den Song betrifft, als auch was das Thema des Songs betrifft.
00:09:37: Florian hat den Song, wenn du dumm bist, von Finch vorgeschlagen.
00:09:43: Wir hören da mal rein, ich glaube, es wird relativ schnell klar, was der Unterschied ist.
00:09:50: Ich lass mich nicht verbieten und schon jahrelisch
00:09:54: vom Staat
00:09:54: und wer was anderes sagt wird von der oben bezahlt.
00:09:57: Nur die einen die man wählen kann, ich besef vorn, ich rede,
00:10:00: man die Wahrheit steht auf keine Krassen.
00:10:26: Ich raste die vierhundert Meter mit meinem Diesel zum Schwach und doch wenn ich frag für den Liter bezahl, fein Grill.
00:10:43: Genau, also wir haben hier so einen klassischen Finchsong.
00:10:46: Finch, was ja so wie so ein R-Polliger-Rapper ist, der sich zur Aufgabe gemacht hat.
00:10:52: Also ich würde ihm unterstellen, er hat sich sehr aufgegemacht, Proligesverhalten in Musik umzuwandeln und mit einem leichten ironischen Unterton, aber doch auch ein bisschen mit Abfeiern, diese Proligenthemen zu machen.
00:11:04: Mir ist Finch... bekannt geworden dadurch, dass er sich in seiner ersten Songs sehr stark auch mit seiner Ostdeutsche Identität auseinandergesetzt hat und dann so mit einem Trabi vorgefahren ist und irgendwie so eine so die den Osten gefeiert hat.
00:11:18: Finde ich selber geboren in Fürstenwald und dort aufgewachsen.
00:11:20: Auch eine sehr spannende Folge mit ihm in dem tollen Podcast OKF, die Ortskontrollfahrt Podcast, in dem Lilli Blauzun und Jakob Springfeld sich immer Ostdeutsche einladen und eine symbolische Ortskontrollfahrt durch den Ort machen, aus dem die Leute kommen und mit Finch machen, die das durch Fürstenwald.
00:11:38: Und es geht in diesem Podcast ja auch die ganze Zeit, wo kann man Party machen, wo kann man den Döner kaufen, wie ist das Schwimmbad, was für ein Scheiß hat man da erlebt.
00:11:47: Und der Song, in dem Song, wir haben rassistische, sexistische und antivoke Takes aneinander gereit, also die ganze Zeit all diese Klassiker, die man kennt.
00:11:57: Und das ist einerseits spannend, weil Finch durchaus immer mal wieder dafür kritisiert wurde, dass ihm unterstellt wurde, er hätte eine Nähe zu rechtem Gedankengut.
00:12:06: Seine Musik sei sehr anschlussfähig an so rechte Landjugend.
00:12:12: Und er würde sich nicht stark genug davon abgrenzen.
00:12:14: und ich glaube unter anderem... Dieser Song ist auch eine Reaktion darauf, sich relativ deutlich zu positionieren und zu sagen, nee, also damit habe ich nichts zu tun.
00:12:21: Das ist für mich dumm.
00:12:24: Also ich habe jetzt geschrieben als Atze aus Fürstenwalde.
00:12:28: der lange in Berlin Lichtenberg danach gelebt hat, also der auch noch eine Lichtenberger Vergangenheit hat.
00:12:32: Und was ich sozusagen aber auch an diesem Song spannend finde, es wird ja relativ deutlich worum es geht, es werden diese rassistischen, sexistischen, anti-woken Takes aneinander gereiht und dann sagt er halt, ja Leute, die so drauf sind, die sind halt einfach nur dumm.
00:12:43: Also relativ schnell klar, worum es in dem Song geht.
00:12:47: Was ich aber schon sehr spannend finde, ist das, was wir in der letzten Folge auch hatten bei Lowkey, da gab es ja am Ende diesen Aspekt, das er gesagt hat, ja, Und die Leute, die oben in der Regierung sitzen, die fühlen nicht und die spüren nicht und riechen nicht, was wir, wie wir leben.
00:13:05: Und deswegen können die nicht Politik für uns machen.
00:13:07: Und ich glaube, ehrlich gesagt, das steckt hier auch drin.
00:13:09: Weil ich glaube, Finch macht in... Also, ne?
00:13:13: Ich habe ja gesagt, kommt aus Fürstenwald, hat lange in Berlin Lichtenberg gelebt und kommt aus diesem Party, dieser Party-Szene.
00:13:19: Und ich glaube, was Finch hier macht, ist einfach tatsächlich auch Ethnografie.
00:13:25: Er setzt eine ethnografische Forschung und setzt das dann immer wieder in Musikung und erklärt uns, die wir nicht in diesem Feld bewegen, auch so ein bisschen was da eigentlich abgeht in dieser ostdeutschen Landjugend.
00:13:39: Ich würde aber, ja, also interessant, dass du das... So differenziert siehst du diesen Song, ich finde den bisschen unterkomplex ehrlich gesagt.
00:13:51: Das ist ja auch
00:13:52: die Kunstform.
00:13:55: Der große Hit von Flit, der von dem Film stellt es gerade, der große Hit des Jahres war heißt Abfahrt.
00:14:01: Und es ist einfach nur Techno und dann sagt er mal Abfahrt.
00:14:04: Abfahrt, Abfahrt, Abfahrt.
00:14:06: Ich meine, ja, das ist unter Komplex.
00:14:09: Okay, ja gut.
00:14:11: Insofern ist es vielleicht auch völlig ungerechtfertigte Kritik, aber ich sehe da eigentlich kein Grau so richtig.
00:14:17: Ich habe neulich letzte Woche für Catapult MV ein Interview gegeben über Armut und habe da gesagt, dass Faulheit kein sozialwissenschaftliches Kriterium zur Erklärung von irgendwas ist, also gegen so ein fauler Arbeitslose und ob es die denn gibt.
00:14:33: Faulheit brauchen wir nicht darüber reden.
00:14:37: Faule Menschen gibt es überall, aber Armut erklärt Faulheit nicht oder wirklich durch Faulheit erklärt.
00:14:42: Und genauso finde ich, wird durch Dummheit nicht viel erklärt.
00:14:45: Also ich glaube nicht, dass jemand dumm ist, der Verschwörungstheorien auf dem Leim geht.
00:14:53: Ich glaube nicht, dass man, dass das so reichsbürgerInnen oder Leute, die auf bestimmte Trigger sehr stark anspringen, die im Rechtspopulismus bekannt sind irgendwie, dass das Dummheit ist, sondern eher das, was du vorher angedeutet hast.
00:15:12: Das sind halt Erfahrungen und die resonieren dann irgendwie und das ist auch wieder was Emotionales, irgendwie so ein Bauchgefühl und das wird dann aufgegriffen.
00:15:22: Und eigentlich macht er sich durch diesen Song, das was du so andäuten willst, mit dieser Ethnografie eigentlich eher kaputt.
00:15:30: Also so, das ist vielleicht eher eine Message an so Leute wie uns, die irgendwie, weiß ich nicht, aus einer woken, reflektierten Welt irgendwie kommen, um zu zeigen, hier guck mal, ich verstehe schon, was ich da mache und ich bin ganz klar positioniert.
00:15:46: Aber den, diesen, diesem Milieu, was du jetzt meinst, ostdeutsche Landwirte, er weißt ja vielleicht sogar eher einen Berndienst damit, indem er diese Erzählung bemüht der Dummheit.
00:15:59: Ja, ich glaube, er will die nicht verteidigen.
00:16:02: Also das ist ja sozusagen nicht sein Punkt, sondern er übersetzt seine Erfahrungen, seine... die da, wo er sich bewegt, übersetzt er sozusagen in Text.
00:16:17: Also ich würde nicht viel sprechen, ist dann unterkomplex in seiner Analyse, nämlich zu sagen, das ist einfach nur dünn, ist dann unterkomplex, aber das wäre dann sozusagen vielleicht auch unsere Aufgabe und nicht die Aufgabe von Finch.
00:16:27: dann, um diese Analyse anzustellen.
00:16:30: Was ich aber auch schon spannend finde, ist, dass dann doch schon, es gibt auch so einen Spiegel, der uns manchmal vorgehalten wird.
00:16:35: Ich würde gerne zwei Beispiele sagen, das eine ist, redet ja auch über die Umrenennung der Schokodinge, die die er niemals als Schokokurs benennen wird.
00:16:46: Also das ist in dem Text.
00:16:47: Und ich finde ich deswegen so interessant als Spiegel, weil wenn ich wieder an jetzt zuzulogische Texte und vor allen Dingen an zuzulogische Theorie denke, also ein bisschen mehr an die Klassiker, dann haben wir bei Max Weber oder Robert Merton auch diese rassistische Sprache in die Texten.
00:17:02: Und ich weiß, dass wir das immer wieder diskutieren und diskutiert haben.
00:17:06: Lesen wir die Texte im Original, sollten wir diese Begriffe aus den Texten rausnehmen, sehen wir diese Begriffe in der Zeit und in der sozusagen in dem Umfeld der Zeit?
00:17:17: oder ist es nicht schon wichtiger, dass wir da auch die Sprache verändern und dass wir Max Weber dann halt nicht mehr im Original lesen, wenn er von den polnischen Landarbeitern redet, die ja nicht mehr so viel zum Leben bräuchten wie der Allgemein, wie der normale Deutsche.
00:17:31: Also da sind ganz, ganz viele rassistische und auch abwertende Texte drinne und auch das finden wir sozusagen bei uns, also bei den großen Klassikern unserer... unserer Literatur finden wir diese art von sprache.
00:17:47: und ein anderer ein anderer spiegel ist diese textelle mit dem diesel.
00:17:52: Ich tu was gegen den klimawandel ich fahre mit dem diesel zum supermarkt, woher beschreibt, dass er jemanden vierhundert Meter fährt um zum supermarkt zu fahren um da einzukaufen und sagt mir guck mal hier also, wie dumm ist das denn ja, dass man so kurze wege mit dem auto macht und auch da habe ich so ein bisschen gedacht, ja das ist aber schon auch ein bisschen so der städter der nicht versteht warum jemand der auf dem land liebt eben dann doch.
00:18:12: Die Wege, mit dem Auto zurückliegt, weil der Supermarkt, der zwei, drei Kilometer weg ist, eben nicht so einfach mit den öffentlichen Nacken Verkehr zu erreichen ist der alle verfühlten Pferd, sondern der ist sozusagen Auto auf Flexibilität und auch Dinge zu organisieren.
00:18:26: Und das da glaube ich auch noch mal.
00:18:28: die Erfahrung in Fürstenwalde aufzuwachsen, eben auch eine andere ist als in Berlin Friedesheim zu sein, wo der Rewe neben dem Edeka alle drei Minuten entfernt ist.
00:18:37: Und das schon auch so ein bisschen so ein Spiegel ist im Sinne von ja, ja.
00:18:41: Aber ihr fühlt euch so schlau, aber... Aber
00:18:45: das ist alles nicht in dem Text.
00:18:49: Der Text
00:18:51: ist
00:18:52: beschimpft den, der seine Vierhundert Meter zum Supermarkt fährt als dumm.
00:18:57: Und der macht das auch nicht aus der Perspektive.
00:19:00: Er nimmt jetzt nicht ironisch noch die Perspektive eines Städters ein, der die Landmenschen nicht versteht oder sowas, sondern... Ich verstehe das auch.
00:19:12: Also das ist ein Statement.
00:19:13: halt der Text, ne?
00:19:14: Und wie auch so eine Abgrenzung, was ich sehr gut finde.
00:19:16: Zum Beispiel Rammstein habe ich das immer vorgeworfen.
00:19:19: Naja, links, wo drei, vier?
00:19:21: Ja, aber trotzdem haben die meines Erachtens, da bin ich auch... Also ich bin auch deshalb, kann ich jetzt glücklich sagen, nie auf einem Rammsteinkonzert gewesen zu sein, weil ich Schiss vor Nazis hatte.
00:19:31: Und Rammstein hat nie in seinem Publikum aufgeräumt quasi und da irgendwie...
00:19:38: Die waren mit anderen Menschen im Publikum stärker beschäftigt, als ich mit ihrem Nazi-Suppublikum.
00:19:44: Ja, wahrscheinlich.
00:19:46: Okay, also sagen wir mal zum Abschluss...
00:19:48: Und das macht Finch, aber hier, was ich... Ja, ja.
00:19:51: Sagen wir mal zum Abschluss, zum Abschluss unserer zweiten Songs des Jahresfolge sagen wir, we agreed to disagree.
00:19:57: Ich finde, da steckt mehr drin und du findest den Song... zu unterkomplex.
00:20:02: und auch das ist ja voll in Ordnung.
00:20:04: und dann machen wir denn für heute erstmal Schluss und hören uns einen zwei Tagen wieder mit den nächsten zwei Songs.
00:20:09: Wir freuen uns, wenn ihr dann wieder auf unseren Podcast
00:20:11: klickt.
00:20:12: Jawoll, bis gleich.
00:20:32: Kolja Raffoth.
00:20:34: Das Design wurde entworfen von Eichel Asmann.
00:20:39: Diesen Podcast hört ihr auf allen gängigen Podcastformaten.
00:20:44: Wenn ihr keine Folge verpassen wollt, dann abonniert diesen Podcast.
00:20:50: Für Kritik und Lob könnt ihr uns jederzeit schreiben.
00:20:54: Bis zur nächsten Folge.
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