#57 Musi*Sociology meets Sachsen-Anhalt mit Mika Kaiyama - Europäische Klassik als Grundlage für Migrantennetzwerk?

Transkript anzeigen

00:00:00: Also diesen Rassismus beginnt ja nicht mit Baseballschlägern oder Messerangriff, sondern Rassismus beginnt im Kopf, im Kopfkino.

00:00:15: Was habe ich denn im Leben für prägende Bilder, Erlebnisse und Erzählungen von Eltern- und Kinderbüchern mitbekommen?

00:00:30: können nicht rassistisch denken.

00:00:34: Und das ist meine Ausgangslage und mich als Migrantin

00:00:41: einschließlich.

00:00:58: Dieses ist der Podcast, in dem wir uns Sozialwissenschaftlerinnen einladen und mit ihnen über Musik reden oder uns Musikerinnen einladen und mit Ihnen über Gesellschaft reden.

00:01:08: Das haben wir jetzt schon in fünfundfünfzig Folgen gemacht.

00:01:10: Wir sind schon Folge sechsundfünfzig.

00:01:13: Ja?

00:01:13: Und wir das sind einmal ich Daniel Kvirk und ich sitze im Brandenburg in diesem wunderschönen Bundesland und habe meinen Küstenkollegen mein Küstenkomost eingeladen.

00:01:25: Der sitzt nämlich an Mecklenburg nicht eingeladene Das ist ja mein Küstenkohost.

00:01:29: Er sitzt im Rostock.

00:01:29: Hallo Daniel!

00:01:29: Genau, schon fast immer.

00:01:33: Manchmal haben wir Folgen gemacht wo einer von uns bein gefehlt hat.

00:01:37: Sechsundfünfzig Folgen ist nicht wenig und wir haben uns jetzt gedacht... Wir sind hier im August zwei tausendzechstenszwanzig und wir machen zwei Folgen die SozialwissenschaftlerInnen so auf auf der Zunge liegen oder in den Händen kribbeln, was ist das richtige Sprichwort?

00:01:58: Oder auch beunruhigen.

00:02:01: Und zwar ist es so dass ich ja sehr viel an die Bundesland Sachsen-Anhalt forsche und du sehr viele in die Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern forscht.

00:02:11: Genau!

00:02:12: In beiden Bundesländern sind jetzt bald Wahlen im September

00:02:17: Handtagswahlen.

00:02:18: Und da haben wir uns gedacht, wir lernen uns Gäste ein aus jeweils dem Bundesland mit denen wir in unserer Forschung vielleicht zu tun hatten oder die wir einfach spannend finden.

00:02:27: und gleich stellen wir uns euch den Gast auf Sachsen-Anhalt vor.

00:02:30: Die hört uns auch schon zu.

00:02:31: aber vorher will ich ganz kurz André noch dich kurz fragen wenn du an Sachs-Anhalt denkst welche drei Begriffe fallen dir ein?

00:02:40: Oh der Städte oder Regionen oder

00:02:42: was ist das?

00:02:42: Naja erstmal Opa und Oma Und meine Cousins, das wusste ich nicht.

00:02:48: Meine Familie väterlicherseits kommt aus Sachsen-Anhalt und mein Opa hat mir immer viel von Burgen erzählt und so Schlössern und vor allem so Burgen die man dann halt zu besichtigen kennt sie immer ein bisschen auf so Hügeln sind.

00:03:02: Ist das

00:03:03: ja noch im Burgenlandkreis?

00:03:05: Ja also die wohnten eigentlich in Magdeburg aber die wussten... Also mein OPA wusste sehr viel über diese Burgen zu erzählen wovon ich mir leider nichts gemerkt habe.

00:03:14: Und was wolltest du wissen?

00:03:15: Drei... Drei,

00:03:17: also Opa und Oma bogen.

00:03:18: Und das dritte?

00:03:20: Und das Dritte Tokyo Hotel!

00:03:23: Ach!

00:03:24: Das ist ja musikalisch auch die wahrscheinlich berühmteste Musikband aus dieses Bundesland jemals hervorgebracht hat.

00:03:30: Ja vielleicht Wahrscheinlich, ne?

00:03:32: Das is' auch eine sehr schöne Überleitung zu unserem Gast, die ich jetzt einfach mal nutze weil ähm Ich sag erstmal hallo Mika Kajama.

00:03:40: Hallo Mika

00:03:41: Hallo, grüßt euch.

00:03:42: Und toll dich mal rein und die Überleitung funktioniert so, dass du bist... Du warst, stellvertretende Geschäftsführerin des Landesnetzmerks der Migranten und der Organisation im Sachsen-Anhalt LAMSA und bist jetzt die Referentin für Grundsatz?

00:03:57: Richtig!

00:03:58: Genau,

00:03:59: Grundsatsfrage.

00:04:00: Für Grundsatzufragen.

00:04:01: Ich freu

00:04:02: mich schon immer mal sein.

00:04:05: Geist es auch

00:04:05: um heißen soll

00:04:07: Genau.

00:04:08: Geilste Shopbeschreibung ever!

00:04:11: Und wir haben nämlich, bei Lamsa habe ich ein Garage-Quiz organisiert und hab so Quizfragen gestellt und hatte unter anderem Musikstücke gespielt und das waren alles Bands aus Sachsen-Anhalt und Tokio Hotel war natürlich

00:04:27: das eheste.

00:04:31: Die anderen waren... Ich weiß gar nicht, ob die...

00:04:32: Ja, das würde ich jetzt auch kennen wissen.

00:04:34: Silbermund?

00:04:34: Kommen die aus Sachsens Anhalt?

00:04:36: Die kommen aus Bautzen.

00:04:37: Nee, es war Yasin der Hip-Hop aus Wittenberg.

00:04:42: Es war Reinhard Lacromy, deren im Chemakterbuch geboren ist.

00:04:46: Oh schön!

00:04:47: Es war Izi Faltenberg.

00:04:50: in der DDR hat er angefangen Popmusik zu machen macht aber immer noch Musik und natürlich Händel.

00:04:57: Händl?

00:04:58: Geh auf wie du händeln.

00:05:00: In Hand geborgen!

00:05:02: Ich habe geboren und Lamsa sitzt auch in Halle.

00:05:05: Und Händel ist dann auch ein sehr schöner Übergang zu Mika, weil du hast uns ganz viel klassische Musik mitgebracht.

00:05:15: Vielleicht kannst du ja mal ganz kurz so zum Einstieg oder doch vielleicht zum Einstellung sagen warum klassische

00:05:22: Naja, also ich bin ja mit der europäischen klassischen Musik aufgewachsen tatsächlich.

00:05:29: Also wo ich zählen und singen konnte habe schon Musik gemacht.

00:05:34: wie ich dazu gekommen bin weiß ich selbst nicht mehr an Und meine Eltern haben tatsächlich so meinen Hank entdeckt und schon ganz, ganz früh gefördert.

00:05:47: So dass ich mit drei Jahren mit Klavierunterricht hatte.

00:05:53: Ja also ich hatte tatsächlich lange Zeit gedacht Ich werde vielleicht professionelle Pianistin.

00:06:02: Also im Grundschulalter habe ich tatsächlich damit großen Teil meiner Freizeit verbracht.

00:06:09: Also klassische Musik war sozusagen meine Ausgangssituation und

00:06:17: Heimat zugleich.

00:06:19: Wenn du sagst, das europäische Klassik gehört getan hast du das ja als du noch Kind warst zumindest in Tokio?

00:06:26: Genau!

00:06:27: Und eben diese Klavierunterrichtsvorlagen und Schallplatten damals... Was zu Hause irgendwo lag und dass ich so ein hochgerammtes Person gespielt habe.

00:06:42: Das war alles klassische, gängige, populäre, klassische Musik Und die waren mir tagtäglich zugänglich und das hat sich tatsächlich als Person, als Kind geformt.

00:06:58: Ich finde das so interessant, weil mich hat es gar nicht geformt.

00:07:02: Klassik kam irgendwie in meinem Umfeld gar nicht vor.

00:07:06: Also ich war in meinem Leben genau in zwei Opernvorstellungen.

00:07:10: Entführung aus dem Zerei war die eine...

00:07:14: Vielleicht Weihnachtsoratorium?

00:07:16: Das ist

00:07:17: ja auch keine Oper haben.

00:07:19: Entführung aus der Zereile einer komischen Oper und die andere habe ich schon vergessen

00:07:24: Zauberflöte, wär da noch so ein Klassiker?

00:07:26: Ja

00:07:26: doch genau in der Zaubergflöten.

00:07:29: Also diese bekannteste Mozart-Opern, solche Dinge das sind tatsächlich die ersten Erfahrungen wie man mit Theaterstücke und Obern im Berühren kommt ob es in der Schule sozusagen Pflichtnummer war oder aber wie man dazu kommt.

00:07:53: Entführung aus dem Zerei war ein Schulausflug und Zauberflöte.

00:07:58: Das ist das, was mich am stärksten mit Klassik verbindet, mein Schwiegeroper ist sehr großer Klassikerfreund.

00:08:05: Der war so sehr in Klassick, dass der immer gesagt hat wenn im Kulturradio Mozart lief, es fand er mal schlimm weil das ja pop.

00:08:15: Und als ich mit meiner Frau zusammengekommen bin, wurde ich dann eingeladen in die Zauberglötemit zu gehen.

00:08:22: Also so zu logisch war es einen Wandel zwischen den Welten.

00:08:24: Ich glaube, ich hatte die Elternfeuer gar nicht richtig kennengelernt und dann saß sich da in dieser Opern und man musste sich ja irgendwie auch anziehen und verhalten.

00:08:37: Das hat tatsächlich so ein Hürde zum Eingang zum opernen Haus.

00:08:43: Aber mich hat tatsächlich diese nicht nur Melodie, Harmonie von klassischen Oper von Mozart fasziniert.

00:08:53: Sondern weil ich ja gleichzeitig Klavier gespielt habe und musste es sozusagen um Noten zu lesen, um solche Stücke spielen zu können, musste ich diese Noten entziehfahren.

00:09:06: Und klassische Musik hat eben diesen ganz strengeren Rahmen.

00:09:12: Also, Rhythmus und Harmonie und Melodie sind ja so gut sozusagen aufgebaut.

00:09:20: Die muss man tatsächlich zum Einstudieren mathematisch analysieren.

00:09:25: Und das hat mich tatsächlich diese Herangehensweise geprägt... Wie kommt es zu diesem schönen Musiks- und schöne Harmonie?

00:09:37: Davor muss man da tatsächlich ein,

00:09:39: zwei...

00:09:40: Vier, drei vier zählen.

00:09:43: Wo kommt die rechte Hand oder wo kommt die linke Hand diese Zeit und Rahmen- und Harmonie in einen Einklang zu bringen?

00:09:52: Da steckt natürlich viel Handwerke dahinter.

00:09:55: Und ja... Das hat mich natürlich so für mein Denkenmuster ja auch prägend gewesen.

00:10:03: also um etwas zu sehen wahrzunehmen immer zu hinterfragen Wieso ist das?

00:10:11: Wie kommt es

00:10:11: dazu?".

00:10:13: Und ja, und wenn er's gut gelingt.

00:10:16: Dann kann es wunderschön leicht, fatsichtig verspielt spielerisch klingen wie die Mozart-Oper meistens sind.

00:10:27: Aber vorher davor steht die Durchdringung dieses komplexen mathematischen Systems eigentlich und wahrscheinlich viel für Übung.

00:10:36: Genau!

00:10:38: Und denn du hast dann mit drei Jahren angefangen Klavier zu spielen, sowie Mozart glaube ich auch.

00:10:42: Ich glaub der ist ja mit drei schon aufgetreten, ne?

00:10:45: So ungefähr.

00:10:46: Also genau weiß ich nicht... Aber es

00:10:48: war schon sehr, sehr früh.

00:10:49: Ja also

00:10:50: ich habe tatsächlich vor dem Klavierunterricht schon Klavier spielen können.

00:10:55: Ja.

00:10:56: Weiß ich nicht wie!

00:10:57: Also vom Hören konnte ich umsetzen Und dann später habe ich so mit dem Unterricht mit dabei angefangen.

00:11:06: Aber eine Frage noch einmal, was mich noch interessiert?

00:11:10: Wie kommt es das du zur europäischen Klassik so früh schon gekommen bist?

00:11:14: Ist das was womit man sich in Japan also viele Menschen dort beschäftigen?

00:11:19: ist das sehr naheliegend oder ist das was... Also ich glaube wenn hier jemand traditionelle japanische Musik machen würde dass wäre eher etwas außergewöhnliches.

00:11:30: Das ist ja in der japanischen Grundschulen schon so verbreitet und lehrplanfest verankert.

00:11:38: Also eher japanische traditionelle Musik ist im Lehrplan, in Japan für Fachmusik eher am Rande.

00:11:47: Und diese klassische Musik ist also ich würde sagen genauso wie hier in Europa sehr, sehr verbreitet und etabliert

00:12:00: Einfach generell das europäische Klassik, glaube ich sehr verbreitet ist.

00:12:08: Japan hat ja traditionell, also in der Geschichte schon sehr enge Beziehung politisch auf Verfassung juristisch.

00:12:17: Also die japanische Verfassung ist schon immer so nach dem deutschen Verfassungsmodell dann immer als Vorlage genommen und soweit das prägt auch Mentalität und auch Denkmuster Auch verhalten ethisch-moralisch haben wir sozusagen ähnliche Linien.

00:12:37: und deutsche Kultur.

00:12:40: Und vor allem mit Musik hat in Japan eine unglaubliche Popularität, um eben Musik zu machen ob Sklavier ist oder andere Instrumente das würde also in jedem Kinderstube gehören.

00:12:58: Du hast dich ja dann entschieden Opernsängerin zu werden.

00:13:02: Irgendwann irgendwie oder bist du zumindest irgendwann geworden?

00:13:05: Was ja dann auch so ein bisschen dein Weg nach Europa war, auch oder da gibt es eine Verbindung.

00:13:12: Doch doch also ich habe parallel zum Klavier hab ich hier auch als Kind schon gerne gesungen und da war ich in Kinderkoa in der Stadt wo ich wohnte schon frühzeitig dann angemeldet.

00:13:29: Dort habe ich tatsächlich die erste Opern-Erlebnisse mit professionellen Orchester und Opernsängern erlebt auf der Bühne, als Kindergoer Mitglied.

00:13:40: Das war Hänsel & Gretel und im Folgejahr gab es auch Carmen.

00:13:45: also das war Kulturschock.

00:13:48: in großen phonetischen Klangmassen mittendrin zu stehen für Grundschüleren Und da ging tatsächlich eine gewaltige Tür auf.

00:14:02: Anstatt alleine zu Hause ein Klavier zu spielen, dann sehen die Massen von Menschen nur ob es Chor-Sänger ist und auch Restermusiker sind.

00:14:13: So ist dieser Sänger vorne auf der Bühne.

00:14:16: Das ist ein ganz großes Kollektiv, ein gigantisches Werk gemeinsam auszuschauen.

00:14:23: Wahnsinnig beeindruckt.

00:14:25: Und ein hartiges Teamwork!

00:14:27: Ja, also das hat mich wahnsinnig...wahnsinnig gemacht.

00:14:30: Ich möchte das können!

00:14:32: Ja

00:14:35: und dann habe ich tatsächlich so kurz vor Abitur meine Richtung geändert.

00:14:41: Ich gehe erstmal in Richtung Gesang.

00:14:47: Meine Eltern waren natürlich entsetzt.

00:14:49: Deine Eltern waren entsetzt?

00:14:51: Ja weil sie meinten ja Mika wird sie ja in den Musikhochschülern einschreiben und Klavier machen.

00:14:59: Vielleicht wird sie dann Grundschul-Lehrerin... Das war sozusagen eine Vorstellung, das war auch bis dahin meine vage Vorstellung.

00:15:12: Aber diese Schock was in mir so durchdringen ist, da konnte ich nicht widerstehen.

00:15:20: Nein!

00:15:21: Ich muss dahin.

00:15:23: Und eines Abends habe ich in meiner Mutter gesagt, Mama!

00:15:27: Ich werde Gesang studieren ohne ein Stückchen Gesangunterricht angenommen zu haben.

00:15:35: Jetzt zum Gesangstudium.

00:15:37: oder war sie natürlich entsetzt?

00:15:43: Wie kannst du so was überhaupt denken?

00:15:46: Du

00:15:48: hast dich aber durchgesetzt

00:15:50: Und es hat doch dann auch geklappt.

00:15:52: Also du bist doch, um mal den Weg so ein bisschen dahin zu bringen... Du bist deinen Opern aufgetreten?

00:15:57: Auch als Hauptsängerin ist das die... Ja

00:16:01: ich habe tatsächlich dann Studium gemacht und natürlich meinen Eltern so ein bißchen Gefallen zu tun Parallelmusik-Pädagogik auch gemacht.

00:16:11: Ich

00:16:12: dachte im Studium auch Lehrerinnen werden könnte.

00:16:16: Ja, und dann habe ich nicht nur regularen Gesangsstudium gemacht sondern auch Master gemacht.

00:16:22: Nicht nur Opern, sondern auch Kunstlied also einfach deutsche Kunstlied.

00:16:29: Also

00:16:29: Master auf Arzt in Kunstlied?

00:16:32: Genau.

00:16:33: Deutsches Kunstlied sogar.

00:16:36: In Tokio noch.

00:16:39: Weil deutsche Sprache hat mir schon... dahin schon angesprochen, ohne so richtig sprechen zu können.

00:16:46: Aber das war ja Bestandteil von Ausbildung und mich hat wahnsinnig diese Zeitepoche Ende des neunzehnten Jahrhunderts zum zwanzigsten Jahrhunderte die Ende der deutschen Romantik-Zerfall der Romantika bis hin zur modernen.

00:17:08: Diese Zeitschiene hat mich wahnsinnigt interessiert Und auch diese psychologische wissenschaftliche Entwicklung, wo Freud und Jung kamen.

00:17:20: und diese gesellschaftliche Hintergrundende des Ersten Weltkrieges, also vor Beginn des Zweiten Weltkriges was da alles in der Gesellschaft bewegt hat.

00:17:33: In Wien, Berlin, in diesem Zusammenhang.

00:17:36: deswegen habe ich tatsächlich Richard Strauss-Rosen-Kavalier in dieser Zeitraum geforscht und Dissertation geschrieben.

00:17:47: Mit dieser Gedanken, mit dem deutschen Kunstlied und Literatur-Kunstgeschichte.

00:17:55: Mit gewaltem Vorurteilen und Pionen bin ich nach Österreich gegangen also meinem Gastprofessor gefolgt um weitere Jahre Kunstlieder weiter zu studieren.

00:18:10: Also du gehst für das Studium dann?

00:18:16: Ja,

00:18:16: Auslanderfahrung.

00:18:18: Leute lebendig lernen und dann sollte es ja nach Tokio zurück.

00:18:24: vielleicht sogar Gesangstlehrerin zu beachten war ja eine geplante Biografie gewesen.

00:18:32: da kamen aber Deutsche Wiedervereinigung.

00:18:34: Jetzt sind wir im Jahr neunundachtzig und du bist in Graz und willst eigentlich deutsches Kunstlied studieren?

00:18:41: Und dann kommt die Wiederveinigung

00:18:44: Genau.

00:18:45: Ich habe tatsächlich wirklich wunderschöne Jahre in Graz verbracht, viele deutsche Liedergesungen, viele Rezitale gegeben mit unterschiedlichen Komponisten und...

00:19:02: Was sind Rezitalen?

00:19:04: Also Liederabend!

00:19:07: Also mit einem Klavierbegleiter, ich hatte einen wunderbaren Klavier Begleiter.

00:19:13: Du stehst da so in so einem Kleid neben dem Klavier?

00:19:16: Genau.

00:19:18: Und das sitzt so lauter... Mit Roben.

00:19:21: Wunderschönen

00:19:22: Abend Robben!

00:19:24: Da sitzen lauter Leute und Anzügen da und dann applaudiert man so ganz leicht.

00:19:30: Dann

00:19:30: erzähle ich sozusagen wie schön die deutsche Lieder sind.

00:19:36: Es gibt ja ganz unterschiedliche Musikertypen, die Musik als absolutes Kunststück wiederherzustellen oder aber Kunststücks als Medium zu nehmen und damit Botschaft nach außen senden wollen.

00:20:05: Ganz

00:20:05: unterschiedliche Fragen.

00:20:06: Das sind doch dann, also im wahrsten Sinne des Wortes zwischen allen möglichen Welten?

00:20:11: Also du bist aus Japan nach Österreich gegangen, das sind schon mal zwei Länder.

00:20:17: aber es ist auch wenn du eigentlich Grundschullehrerin mal werden solltest und dann aber vor so einem Publikum stehst was wahrscheinlich auch viel Geld für ein Liederabend ausgeht man ist doch dann irgendwie ständig zwischen den Welten sich anbewegen.

00:20:30: oder Mein Erzählter Kindern Musik anders als diesen Amaxnern Menschen, die da irgendwie Geld für rausgehen.

00:20:37: Ja ich hatte tatsächlich sehr viel Glück mit meinen Mitmenschen wo ich nach Kratz gekommen war.

00:20:48: Hatte ich sofort Vorsingen also Audition gegeben für Konzerte Und diese kleines Konzert, was ich zuerst gemacht habe, hat weitere Produktion hervorgebracht.

00:21:03: Ich hatte eine sehr starken Unterstützer vor Ort, die mich vermittelt hat und ich konnte tatsächlich als Liedsegnerin, als Konzern-Segnerin also traumhafte Repertoire aufbauen dort und viele, viele Konzert geben.

00:21:23: Also zu Weihnachtszeit, zur Adventszeit hat ich einmal sechsundzwanzig Konzerte in einem Monat.

00:21:33: Das war also... Ich war wirklich, wirklich ausgebucht und konnte sehr vieles ausprobieren.

00:21:39: Gibt es davon Audio-Mitschnitte?

00:21:41: Das habe ich per Privatjahr.

00:21:47: Aber damals gab es doch noch nicht so viel Internet.

00:21:52: Ja, genau.

00:21:53: So

00:21:55: wie ist glaube ich nirgends wo zu finden?

00:21:58: Das

00:21:59: hat

00:22:01: anderen Grund.

00:22:02: da kommen wir später bestimmt.

00:22:04: Genau vielleicht steigen wir mal ein bisschen in deine Musik ein die du mitgebracht hast.

00:22:08: Vielleicht kommen wir darüber so weiter den Weg nach Zeichnen Weil Rosenkabel, die hast du ja schon erwähnt.

00:22:15: Das hast du aber erst als zweiten Song gekürzt.

00:22:17: Also den da kommen wir noch hin und dem Ersten, der mitgebracht ist haben wir auch schon ein bisschen darüber gesprochen.

00:22:54: Ein Stück von

00:23:21: Mozart... so stellvertretend für diese klassische Gattung ausgewählt, wie ich gesagt habe.

00:23:30: Das ist sozusagen mein Denkmuster eine Grundlage für meinen Denken.

00:23:37: und da sein Mozart ist meine Heimat, musikalische Heimat.

00:23:43: Ur aufgeführte wurde dieser Opern in Wien Und als Grundlage für dieses Stück war, vom Beaumarché geschriebenen Schauspielstück der Tolle Tag.

00:23:59: Da geht es darum um die Zeit kurz vor Französischen Revolution dieser unterschiedlichen Klassen diese Adeligen und Bürgern sozusagen zu revolutionieren zu zerstören.

00:24:21: und der dienende Person steckt so eine Fälle für den Herr.

00:24:29: Und es gibt da eine Wechselung, bloßstellung mit vielen Leuten, sodass diese Adelige das endlich seinen Fehler einziehen muss zwischendurch viel zu viel zu lachen und eine grandiose Komödie.

00:24:51: Und dieser Diener, das ist Figaro?

00:24:53: Genau!

00:24:55: Figaro will seine Susanne heiraten, deswegen Figaros hofft.

00:24:59: Was ich auch noch interessant fand war du hast uns ja diese E-Mail geschrieben und du hast gesagt dieses Stückly hättest du gerne und dann sagst du du willst es gerne in der Aufnahme unter der Leitung von Carlo Maria Giulio.

00:25:12: Giulini

00:25:13: Das ist ziemlich alte Aufnahme.

00:25:16: Ja, das hört man ja auf der Aufnahme.

00:25:19: Aber das hat mich tatsächlich sehr geprägt in meiner Studienzeit im Tokyo.

00:25:27: Es war wirklich vorbildliche Aufnahme auch als Inszenierung sehr schön gemacht klassisch also für Anfänger.

00:25:36: da versteht man Geschehen auf der Bühne.

00:25:39: gegen wen?

00:25:41: Welcher Verwechslung mit wem?

00:25:44: Also das war eine sehr, sehr schöne Inszenierung.

00:25:49: Das scheint immer sehr wichtig zu sein bei so Opern.

00:25:53: Jeder macht es irgendwie anders auch.

00:25:55: Die Musik ändert sich nicht?

00:25:57: Genau.

00:25:59: Das musikalische Interpretation ist eine Aber schauspielerische Interpretation übernimmt Regie.

00:26:08: Und es gibt natürlich klassische Autodoxe Inszenierung, die man Stück so aufhört wie es gedacht war und es gibt aber heutzutage natürlich das ist gängiger.

00:26:23: also neu Interpretations hinzufügen oder dieses Geschehen im Gegenwart zu übersetzen Und da wird es ja natürlich eine Inszenierung auch politisiert und Botschaften nachaus.

00:26:42: Insofern ist das überhaupt nicht egal von wem, dass sozusagen jetzt inszeniert wurde und wer da gerade interprät ist und Regie führt oder genau... Wir waren aber immer noch in Graz, neunzehnundachtzig.

00:26:58: Du auf dem Sprung eigentlich eventuell wieder zurück Lehrerin doch zu werden, Gesangslehrerinnen oder an die Grundschule zu gehen.

00:27:05: Kommt die Wiedervereinigung und dieses Rätsel haben wir noch nicht gelöst?

00:27:09: Was hält dich dann in Europa?

00:27:12: Naja ich habe ja eines Tages Mittags so in McDonalds gegessen um Mittagessen zu holen.

00:27:23: Und dann gab es das diese Breaking News.

00:27:26: der anderen Vorhang ist gefallen vor allem die Geflüchteten aus der DDR sind über den Zechai nach Ungarn und Österreich an der Grenze angekommen.

00:27:39: Und da dachte ich, wo bin ich denn eigentlich gelandet?

00:27:44: Also im Kopf sozusagen völlig in idealisierter Welt mit Mozart, Richard Strauss, Richard Schumann, Lieder durch Romantik völlig... von der Realität der Welt entfernt, habe ich tatsächlich mein Unwissen dort erwischt.

00:28:09: Wo bin ich denn eigentlich geblieben, fernab von der Welt geschehen, irgendeine Botschaft senden zu dürfen als Künstlerin?

00:28:22: Und das hat mich richtig umgehauen!

00:28:26: Ich kann so nicht weitermachen

00:28:31: Wobei du ja jetzt nicht irgendwas gemacht hast.

00:28:33: Du warst ja Musikwissenschaftlerin eigentlich schon und hast dich halt sehr, sehr tief sagen in dein Thema reingearbeitet.

00:28:41: Und um dich herum änderte sich aber die Welt fundamental?

00:28:45: Und du dachtest okay hier muss ich eine Rolle oder ich muss damit in Kontakt kommen.

00:28:52: Naja, ich habe mich tatsächlich erwischt als Japanerin die nach dem Krieg also im völligen Friedenszeiten ohne internationale Konflikt aufgewachsen ist.

00:29:08: Und davon spricht man heute Friedensdemenz in Japan eine Wahrnehmungsstörung tatsächlich die man als politisches Geschehen, internationale Beziehungen nicht mehr wahrnehmen zu können oder wollen.

00:29:29: Zu dieser Generation gehöre ich tatsächlich und wenn ich mich zurückblicke gab es ja in Geographie Schulbüchern kein DDR Es gab ein Deutschland und es bestand nur aus Westdeutschland und Ostgebiete war grau.

00:29:53: Und da war nicht einmal Leipzig-Halle, Dresden oder Potsdam gekennzeichnet sondern grau als wäre es nicht da.

00:30:05: Das ist jetzt vorbei Deutschland ist wieder vereint.

00:30:11: das ist sozusagen total.

00:30:13: also in diesem Moment richtig sondern aufgeleuchtet.

00:30:17: Und wenn ich europäische Kultur Musik studiert habe, und mein Dissertation Richard Strauß seine meisten Stücke in Dresden aufgeführt hat.

00:30:32: Und dort seine Entwicklungsphase sozusagen dort erlebt hat.

00:30:41: Davon hab' ich nichts mitbekommen, obwohl ich in Europa

00:30:45: bin.".

00:30:46: Ich musste nach Ostdeutschland gehen.

00:30:49: Ich musste es, wenn ich in Ausland sozusagen die deutsche Thematik oder Symbolik oder sogar Turgent spricht und deutsche Kulturständen spricht dann ist das Leipzig Weimar Dresden Berlin Potsdam.

00:31:14: Das war für mich... Da bist du hier nicht zugänglich.

00:31:18: Ich musste da hin!

00:31:19: Aber es ist total kontrafaktisch oder nicht kontrafaktisch, aber alle sind doch weg von dort?

00:31:25: Also alle wollen noch Werk ausdrehen und du bist dahin?

00:31:28: Das haben auch meine Freunde gesagt.

00:31:30: also ich bewerbe mich da in Ostdeutschland so und dann haben die gesagt warum tust du dir das an?

00:31:39: Du wirst unglücklich.

00:31:43: Und da habe ich mir gedacht, wieso soll ich unglücklich werden?

00:31:47: Das hat mich noch mehr dazu bewegt.

00:31:51: Ich muss dahin.

00:31:53: Da hab'

00:31:53: ich beworben an einigen Theatern.

00:31:57: Habe ich vorgesungen und beim ersten Vorsingen hat geklappt.

00:32:01: Ja

00:32:02: krass, gleich sofort!

00:32:03: Wo war das?

00:32:04: Zwickau!

00:32:05: Ein

00:32:07: kleines Theater in dem Kleiner Richard Schumann Robert Schumann statt.

00:32:15: Okay, da ist jetzt wieder meine Bildungslücke, dass ich das natürlich nicht wusste, dass das die Richter-Schumann-Stadt ist.

00:32:23: Zwickau ist ja für mich vor allen Dingen ein Zwickauer Sachsenwerke.

00:32:26: Da wurde der Trabant gebaut.

00:32:27: Das ist die erste Verbindung, die ich mit Zwickow habe und dann bist du nach Zwickaw gegangen?

00:32:34: Genau!

00:32:35: Es gab wahrscheinlich sehr viele Theater, vergleichsweise viele weil sie sehr gut gefördert waren auch gerade eben auch in der DDR.

00:32:42: Also jede kleine Städtchen, auch immer ihr kleines Theater.

00:32:45: Die standen

00:32:45: kurz nach der Wende natürlich alle sozusagen in existenziellen Böden und es gab ja tatsächlich viele Fließungen und Fusion von Theater die bis heute noch anhalten.

00:33:03: Deswegen weiß hat tatsächlich schwierige Zeit, es gab auch sehr viele Umstrukturierungen in den Theatern, sehr viele Westkünstler sind ja ganz schnell auch in Ostdeutschland angekommen und auch in den Ganzen.

00:33:24: Die Chefs sind ja auch ganz neu besetzt worden.

00:33:31: Ich habe egoistisch diese Zeit für mich als Chance gesehen, in solchen Umbruchzeiten neu anzufangen.

00:33:42: Und mein Interesse lag aber trotzdem, wie leben die Menschen?

00:33:49: Wie empfinden die Menschen diese geschichtliche Umbruchszeiten und

00:33:57: nicht

00:33:57: nur auf Bühne stehen sondern auch auf der Straße sein.

00:34:00: Und jetzt hast du ja am Krieghaus Hochzeit mitgebracht, weil es da auch darum ging die Klassenunterschiede zu nivellieren in der Oper.

00:34:10: Jetzt bekommst du dann nach Ostdeutschland und in der DDR-Gesellschaft hat das doch dir auch das Ziel, dass die Klassennunterschieden nivelliert werden?

00:34:19: Da hast du den Unterschied gemerkt zwischen einer japanischen und österreichischen Klassengesellschaft und der zumindest eine Theorie klassenlosen Gesellschaft Also der späten DDR des frühen Ostdeutschlands ist ja so ein bisschen... Das

00:34:37: war komplett anders.

00:34:40: Komplett anders, was ich im Ensemble als Kollektiv erlebt habe.

00:34:47: Hast du das Wort Kollektive vorher auch schon benutzt?

00:34:50: Oder?

00:34:54: Nein,

00:34:54: also weil als Solo-Singerin Da wirst du als persönlich so überspitzt ausgebildet.

00:35:06: Du bist etwas, was sozusagen aus der Masse heraustreten muss und unter diesem Leistungsdruck stehen die einzelnen Solo-Sängerinnen.

00:35:18: So habe ich auch sowohl in Tokio als auch in Österreich solche Konkurrenzsituationen zu wischen, also innerhalb des Musikbetriebs wahrgenommen.

00:35:30: und wo ich nach Zwickau gekommen bin kurz nach der Wende.

00:35:35: Ich war ja ein neunzeig dort hatte ich diese Zusammenarbeit im Ensemble im Haus ganz anders erlebt so dass Die ältere, erfahrene Kollegen immer wieder sozusagen mir so eine Hinweise gegeben haben.

00:35:57: Mika du gibst ein bisschen zu viel Volumen.

00:36:01: Pass auf!

00:36:01: Du musst gut einstellen dass du das ganze Stück dann überleben kannst.

00:36:09: So musst du gut einstehen.

00:36:13: Du darfst du nicht dort und dort sitzen.

00:36:16: Es gibt im Theater ein geschwiegendes Gesetz, du darfst nicht vor den Ressisseuren im Zuschauerraum sitzen.

00:36:25: Du darf das nicht machen, du soll's so

00:36:27: machen.".

00:36:28: Und

00:36:29: alles

00:36:30: im kollegialen Zusammenarbeit war für mich diese Art von Zusammenarbeit überhaupt ganz neu.

00:36:40: weder in Tokio noch in Österreich so was erlebt und für Berufsanfängerinnen als Solo-Fingerin war sehr hilfreich und fruchtbar, sodass ich ziemlich schnell entschieden habe.

00:36:58: Ich gebe alles, was ihn gerade aufgebaut haben hinter mir und ich komme ganz nach Zwickau So dass ich also fest anstellen lassen habe.

00:37:09: Also kann man sagen, das gab da mehr Regeln und mehr Struktur und damit auch so Orientierung und Halt für dich?

00:37:17: Meinst du das so?

00:37:18: Genau!

00:37:20: Und das nicht auf der individuelle Ebene... Nicht als Person A zu mir kommt und lehrmeisterhaft etwas dann beibringen möchte, sondern es gibt eine Regel.

00:37:34: Und das ist etabliert oder wir machen so.

00:37:39: Also das habe ich sehr angenehm empfunden.

00:37:45: Also man fühlt sich mehr ein, als dass man jetzt irgendwie wo du also die Kontext warst den du kamst da warst du mehr die so Listen.

00:37:53: Die Individualisten und hier wurde dir einen Platz in diesem Kollektiv.

00:37:58: Genau ich

00:37:59: war ein Teil vom Ensemble und als ein Teil wollte ich schließlich ja auch meinen Beitrag leisten Und es ging nicht um meine Karriere, es ging auch nicht um die Stimme oder Ausdrucksform.

00:38:19: Sondern ich konnte gut einfügen und tatsächlich im Sinne von Gesamtkunstwerk, wo hunderte Menschen eben alle an einem Strang ziehen muss mitarbeiten.

00:38:36: Ich glaube, da habe ich tatsächlich diese Systemtheater verstanden.

00:38:42: Dass man also von einzelnen Teile ein ganz großes entstehen kann.

00:38:50: Aber das wäre in westdeutschen Theatern ja vielleicht auch so gewesen?

00:38:53: Weil es auch der unterschiedlichen Theater und Liederamt ist oder?

00:38:59: Also diese Umgangsformen von einzelne Kolleginnen und Kollegen war schon sehr anders.

00:39:05: Also, dass ein Gesangskollege zum anderen Kollegen Stimmtechnische oder Volumen- oder Lautstärke Ratschläge gibt ist schwierig.

00:39:21: Da sind wir dann so eine Kompetenzüberschreitpunkt.

00:39:25: Ja und da war das aber möglich?

00:39:27: Das war möglich

00:39:28: ja!

00:39:29: Und

00:39:29: wie ist es denn... Ich

00:39:30: konnte auch so annehmen komischerweise.

00:39:32: Und wie ist es dir dann weiter ergangen?

00:39:34: Also du warst dann in Zwickau.

00:39:35: Es gab ja diese strukturellen Schwierigkeiten, hat das Theater überlebt da die Opa oder... Ja

00:39:44: und hast du dort den Rosenkavalier auch mit aufgeführt?

00:39:47: Nein, nein!

00:39:49: Rosenkvaliere bezieht sich tatsächlich meine Tokyoto-Masterzeit Aber hat so einen unmittelbaren Zusammenhang zu Figaro's Hochzeit, weil dieses Stück Rosentavalier tatsächlich ein Mittelstück ist von Richard Strauss.

00:40:11: wo er doch vorher Elektra und Salomé einen sehr starken Einfluss von Richard Wagner zu wanghaften Einflüssen von Richard Wagner sozusagen fortgesetzt hat.

00:40:25: Und wo Richard Strauß dann gesagt habe, ich muss zurück diesen Mittelweg noch mal finden und zurück zur morthatischen Schlichtheit.

00:40:39: Dann hatte er als Gé auch Molière und so diese klassische Systeme als Vorlage genommen, wodurch Strauss mit den Literat Hugo von Hochmanstall selbst Drehbuch also Libretto geschrieben hat zusammen entwickelt.

00:41:02: Und die Hauptfigur hier, diese weibliche Hauptfigure Marschalin ist sozusagen eine symbolhafte Figur wie Maria Theresia, die ja bekanntlich Mutter von Marie-Antoinette ist.

00:41:21: Und nochmal zurück zum Figarochs Hochzeit.

00:41:24: diese weibliche Gräfin ist hier natürlich nach Marie-Anthoinette basiert.

00:41:33: also hier gibt es einen figuralen Zusammenhang Und das wollte ich sozusagen mit Zerfall von Romantik erklären, was ist in der Gesellschaft passiert und wie ist es sozusagen in der Musikgeschichte anhand von diesem Stück Rosenkavalier komponiert worden?

00:42:00: Strauß war ja auch der Grund warum du gerne in den Osten wolltest.

00:42:06: Ja, eine Uhr aufgeführt wurde.

00:42:08: Rosenkavalier auch in Dresden wie

00:42:55: eine Meisten-Frage.

00:43:42: Okay und dann war ja die Frage von André Wie ging's denn?

00:43:44: also ist das im Theater in Zwickau geblieben?

00:43:50: Also ich weiß ja schon es gab dann auch einen Vorfall der...ich weiß nicht ob du deswegen auch den Song von Eischendorf mitgebracht hast ob er da irgendwie zusammen

00:44:00: gehört

00:44:00: aber

00:44:01: diese Genau, sowohl Robert Schumann hat diese Lila-Kreis komponiert nach den Gedichten von Eischendorf in der Fremde.

00:44:17: Ein großartiger Song!

00:44:21: Es gibt ja tatsächlich, also ich musste da wirklich bei diesem Song.

00:44:24: Also das ist der dritte Song die du mitgebracht hast und für mich war es auch so... Es gibt den hatten wir auch schon mal hier in unserem Podcast.

00:44:31: Es gibt dem Text von Georg Simmel einen Soziologe, ein Klassiker der Sozologie, der um neunzehundert herum einen Sozologischen Text über den Fremden geschrieben hat.

00:44:44: Und das ist wirklich ein klassischer Text vor allen Dingen auch der Migrationssozologie oder Identität, Sozialisationssoziologie der Fremde.

00:44:52: Und jetzt habe ich diesen Song gehört in der Femde und dachte wow!

00:44:56: Das muss ja dann wenn ich das richtig verstehe ist das auch um den ums neunzehnte Jahrhundert herum?

00:45:00: Ja

00:45:00: etwas früher.

00:45:01: Eischendorf ist ja so ein Wiedermeierzeit, achtzehnhundert zwanzigneuzeißig um wurde das Gedicht dann geschrieben Und Schumann hat sich komponiert, also wirklich Hochzeit der Romantik.

00:45:22: Die Gedichte von Eichendorff ist ja natürlich Absicht von Absolutismus, also Nationalismus obwohl er also wirklich Vertreter von deutschen Nationalismus ist als literalischen Stellvertreter.

00:45:39: und hier ist es ja tatsächlich sehr tiefe Heimwehverlust von Gewönten, Vertrauten und Einsamkeit bis zu tiefen Todessehnsucht.

00:45:57: Die ja tatsächlich Strume und Drange der deutschen Romantik so symbolisiert ist allerdings bei Eischendorf mit einfachen Worten beschrieben?

00:46:11: Und von Robert Schürmann sehr schlicht komponiert.

00:46:16: Das kann man sehr schön erzählen und da kann man wirklich wortwörtlich diktieren, was gemeint sein könnte.

00:48:21: unglaublich poetisch, also allein dieses Wort Walteinsamkeit.

00:48:25: Also das kann man sich sofort gehen da Bilder im Kopf auf?

00:48:30: Ja bei den Deutschen für Japan ist es ja sehr schwierig, wenn ich in Japan lebe und aufgewachsende Wien und solche Vokabuläre begegne, dann denke

00:48:47: Ja, das kann man ja auch nicht nachschlagen.

00:48:49: Also du wirst ja im Wörterbuch nicht finden.

00:48:52: Aber es gibt doch schon sehr viel Wald in Japan und auch schon eine sehr starke Naturliebe die man hat oder?

00:49:02: Ja aber das sind noch andere Bäume.

00:49:07: Wenn man von Walteinsamkeit ausspricht und möchte Stimmung auch vermitteln... Und dann drückst du mit deiner Gesangsstimme nicht nur Bild zu erzählen, sondern ich möchte auch Geruch und diese kühle Luft auf der Haut aufermitteln.

00:49:33: Das soll in alle Sinne rübergehen, dass man diese gefühlte Baldeinsamkeit so zu vermitteln, dass die Zuhörer spürt mittendrin im Wald zu sein und was sie da dort spüren auf der Haut, auf der Zunge auch in der Nase das zu vermitteln anzubieten.

00:49:57: Das ist ja unser Job als Künstlerin.

00:50:05: Also sehr viele romanische, deutsche Romantik hier drin gesehen.

00:50:12: Was man alles hier vermitteln kann und gleichzeitig kann ich als japanischer Sängerin etwas meine Individualität ja auch hier hinein rießen lassen was bedeutet mitten drinnen in Wald so zu stehen.

00:50:31: Und dann ist es ein anderes Bild auch für das Publikum, ob Rosemali so und so vorne steht oder Mika Kalyava vorne steht, ist eine ganz andere Bild.

00:50:46: Natürlich hier auch zusätzliche Elemente anbieten.

00:50:55: Es kann man ja auch nachlesen... bei Migrationsgeschichten, glaube ich, hast du das mal erzählt.

00:51:02: Es gibt ja auch die Erfahrung dann dem Zwickau-Theater diese Fremdheitserfahrung sozusagen wo du auch als Künstlerin zur Fremden gemacht wurdest?

00:51:12: Ist das da in Zwickauer denn auch zum ersten Mal passiert?

00:51:14: und willst du auch kurz erzählen was passiert ist?

00:51:18: Also vielleicht erst erzählen, was passiert es und dann...

00:51:20: Ja, also das gibt es schon überall.

00:51:27: Diese Fremdheitserfahrung, in diesem Fall war ja tatsächlich ein rassistischer Angriff.

00:51:36: So dass eine...

00:51:38: Im Theater?

00:51:40: Genau!

00:51:41: Ich hatte

00:51:43: eine große Rolle

00:51:45: und ...

00:51:46: Kurz vor der Premiere, muss man sich noch mal vorstellen.

00:51:49: Kurz vor einer Premiere nach der letzten Generalprobe gab es sozusagen eine kollektives Auswertungsgespräch.

00:51:59: Da waren alle Solisten und Chorsänger im Saal.

00:52:02: Es war vielleicht gefühlt sechzig-siebzig Leute im Saall Und der angehende Chefdirigent fängt an auch einzelne Sänger zu schießen.

00:52:15: Der

00:52:16: Ball, der Ball zu schießen.

00:52:22: Nicht was für den falschen Bild vermitteln.

00:52:24: Ja also

00:52:25: die Wahl anzugreifen so.

00:52:28: Kritik zu äußern, Kritik ist berechtigt wenn es sachlich ist und zur künstlerischen Entwicklung beitragen würde.

00:52:38: Es war nicht der Fall.

00:52:40: diese Person hat nicht nur bei mir bei mehreren wirklich so persönliche Würde angegriffen und zwar mit so einen klischehaften Aussagen.

00:52:57: Also ich wäre zum Beispiel, also ich als Japanerin würde auf der deutschen Bühne Kabuki Theater im schlechtesten Qualität darbieten.

00:53:12: Also da ging es tatsächlich um Verhalten, Aussehen und also wirklich übelste rassistische Aussagen.

00:53:26: Und die Mannschaft war so wirklich schockiert und also richtig buff Situation wo niemand richtig reagieren konnte.

00:53:44: Das saß aber indendant und Chefdirigent auch im Raum.

00:53:50: Und von dort aus kam auch keine Reaktion, nur ein Kollege, ein Tenor ist aufgestanden um den Raum verlassen.

00:54:02: Aus Protest?

00:54:03: Genau!

00:54:05: Das sei beschämend.

00:54:07: Wurde der selber auch angegriffen oder aus Solidarität mit dem... Als

00:54:11: Kollegialität, als Solidarität hat er den Raum verlassen.

00:54:16: Und das war in dieser Form auch für ... Für das Collegium auch ganz neue Dimensionen in der Form.

00:54:27: Also niemand wusste damals gab es ja keine Antirassismusberatungsstelle, ne?

00:54:33: Niemand wusste wie man so umgehen soll und stand sozusagen ... diese Wortklang im Raum.

00:54:42: So, und... Es waren nur vor

00:54:44: zwei neunzig oder eine neunzig?

00:54:47: Das ist später also ... ... vierneunzig, fünfneunzigerum.

00:54:54: Also tatsächlich, wo ich dachte wenn dieser Person tatsächlich die Chefdirigent wird muss ich das Theater verlassen um mich selbst zu schützen.

00:55:06: Dazu ist es nicht gekommen weil er Tatsächlich ein aktiver Mitarbeiter von SCD war und da hat die Stadt sozusagen Einstellungsprozess gestoppt.

00:55:27: Du hast ja jetzt gesagt, dass es immer mal wieder so eine Erfahrung gab aber da hat sich das kumuliert.

00:55:33: Es ist schon so ein Bild von Ostdeutschland und ich meine du arbeitest auch in Sachsen-Anhalt.

00:55:39: So ein Bild von außen ist ja auch oft, da ist es besonders schlimm.

00:55:45: War das deine Erfahrung?

00:55:46: Ich komme jetzt nach Ostdeutschland und erlebe mir noch mal eine andere... Wurdest du nochmal anders irgendwie fremd gemacht hast oder anderen Rassismus erlebt als du vorher in Österreich erlebt hast?

00:55:56: Man

00:55:58: wäre Art und Weise vielleicht.

00:56:04: Man kann Rassismus nicht ausdrücken Man kann Rassismus auch gut verstecken, man kann RASSISMUS auch gut beabsichtigte Neugier anbieten.

00:56:23: Man kann auch Rassismus als Naivität und Unwissen verteidigen Man kann ganz nett sowas machen.

00:56:41: Aber das hier war natürlich sehr hart.

00:56:47: Das hat mich tatsächlich umgehauen, nachhaltig, dass die Bühne nicht mal sauber war und es kein geschützter Raum ist.

00:56:57: Ein Begriff gab es damals nicht aber ich musste diese Bühnen verlassen.

00:57:06: Also das finde ich wirklich interessant, weil da ist ein Ereignis.

00:57:12: Wahrscheinlich für dich ein Schlüsselereignis in deinem Leben auch.

00:57:17: und auf einmal kommt jemand und definiert oder stellt deine Position in so einem Raum den du als einen geschützten Raum, als ein Kollektiv was dir eigentlich auch als ganz angenehm empfunden hast in Frage und ab diesem Zeitpunkt Kannst du diesen Raum nicht mehr unbefangen betreten?

00:57:39: Also das macht wirklich einen Unterschied.

00:57:42: Es gibt diese rassistische Komponente, aber das ist zu logisch auch sehr interessant.

00:57:49: Da spielt ja auch Macht mit rein!

00:57:51: Das war ja nicht irgendeine Person von unten sondern der angehende Chef-Dirigent potenziell dein nächster Chef... mit dem du dich dann auseinandersetzen musst und es gibt sozusagen ein Vorher- und Nachher, der Raum ist damit für dich wie beschädigt.

00:58:11: Also du musst dann ja...

00:58:14: Und vor allem diese nicht reagieren können von anderen Kolleginnen und Kollegen,

00:58:20: das

00:58:20: ist ja ein Zeugnis dafür, einen brauchseilenden Gehorsam.

00:58:28: umzusetzen.

00:58:29: Also wenn der Chef wird, diese Gedanken hatte sozusagen jeder im Raum in diesem Moment.

00:58:36: und dann habe ich natürlich gesehen also was könnte denn nicht nur für mich sondern für die gesamte Belegschaft schädlich werden solche Konstellationen?

00:58:49: Das war... Der Raum war voll mit Opfer und Betroffenen sondern auch die anderen Kollegen, die nicht wussten wie macht man in dieser solch Situation war gleichzeitig Betroffene.

00:59:06: Ja und du hast gemerkt du bist hier im Zweifel nicht sicher?

00:59:11: Und gleichzeitig bist du auch noch mal vielleicht verletzlicher in der Soziologie wenn wir sagen vulnerabler als die Anderen aufgrund deiner Identität als Migrantin also weil du als japanisch identifiziert wirst, was jetzt auf einmal irgendwie negativ dir ausgelegt wird.

00:59:33: Ja aber ich komme da deswegen noch mal komme ich zum Figur des Hochzeits zurück.

00:59:39: Welche Gedanken und Wahrnehmungen spielen in diesem Raum?

00:59:43: Und welcher Rolle spiele ich?

00:59:45: Und zwar zeitgleich im Raum mit unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen Und das war im Raum, also ich sage noch einmal.

00:59:56: Im Raum

00:59:57: so

00:59:59: zu spüren zwischen den Menschen die Menschen als ob ich in einem großen schlechten Schauspielbühne stehen würde mit vielen vielen Darstellern auf der Bühne und ich habe immer wieder einen Hunk die Situation im Raum immer von oben zu gucken.

01:00:25: Also, was machen die einzelnen Leute?

01:00:28: Ich kann mich nicht auf mich konzentrieren in dieser Situation sondern ich gehe vor meinem Körper raus und gucke von oben.

01:00:36: Was machen die anderen?

01:00:38: Wie bewegen sie sich denn?

01:00:39: welche Mine ziehen Sie?

01:00:41: Welche Gedanken gehen in den Köpfen rum?

01:00:46: Welchen Kopfkino spielen gerade ab in den Köpfen Und

01:00:53: da,

01:00:53: das ist meine Rettung einerseits.

01:00:55: Dass ich solche Dinge nicht emotional unter meinen Haut lade.

01:01:00: Sondern ich gehe von meinem Körper raus.

01:01:06: Du bist empathisch mit den anderen.

01:01:07: Also wenn du nämlich dich versuchst in die Köpfe der Anderen reinzuversetzen, dann versuchste ja zu verstehen warum sie kratzt!

01:01:12: So handeln, die Handeln.

01:01:14: Ja

01:01:14: und solche Gedanken mathematisch im Raum zu sortieren wie klassische Musik.

01:01:20: also was spielt denn gerade in diesem Raum von links zwei Meter von links und ein Meter rechts schreck vorne?

01:01:30: Also das ist so eine architektonische Wahrnehmungssituation.

01:01:35: die rettet mich im Raum die Menschen, Wahrnehmungen so zu analysieren.

01:01:42: Und sie nicht auf mich konzentrieren.

01:01:45: Wenn ich das auf einer gesellschaftlichen Ebene noch mal hebe... Ich würde dich keine Freundin einmal was fragen.

01:01:51: und dann auch nochmal... Mein Kopf macht ganz.

01:01:54: viele Zonapsen gehen gerade zusammen.

01:01:56: Lass ihn doch mal die Frage!

01:01:58: Ist es so dass du als Hauptsängerin, wie heißt denn?

01:02:02: Das gibt's

01:02:03: so einen

01:02:03: Hauptsäulisten Hast du doch auch eine bestimmte Hierarchie, oder?

01:02:08: Also du bist ja auch nicht in diesem Raum die ganz unterste Hierarchies im Kontext von Theater.

01:02:16: Das heißt es kann auch sein dass einige dann denken jetzt wird da meine Schäffeln oder meine Vorgesetze also irgendwie diese Listen wird angegriffen.

01:02:25: wie soll ich mich jetzt verhalten?

01:02:27: und es gab es gibt der Person die noch drüber standen einer davon ist dieser angehende Schefterigent.

01:02:33: Aber es gibt ja auch Leute, die vielleicht sowieso nicht gewohnt sind in dem Moment zu sprechen.

01:02:38: Weil es diese Hierarchien gibt oder?

01:02:39: Also war das auch ein Teil davon?

01:02:42: Ja, sicherlich.

01:02:45: Diese Gedanke spielt große Rolle.

01:02:48: Beispielsweise, wie die Berufsanträngerinnen sind oder kleine Rolle haben als Holistin oder Avacor-SängerInnen, die eben diese Individualität weniger eine Rolle spielt in einer Produktion, sondern sozusagen als Kollektiv hingestellt wird.

01:03:08: Spielt mal sie.

01:03:11: Aber gleichzeitig ist eine Koa-Kollektive in Deutschland eine gewerkschaftliche Stärke also ganz andere rechtliche Ausgangssituationen als die Solistinnen und Sie können ganz andere Umgangsformen dann also dann einleiten lassen.

01:03:34: Das ist bei solistischen Beschäftigten ganz anders, mit sehr brickeren Vertragssituationen.

01:03:42: Weil das heißt ja, wenn wir es jetzt mal auf eine höhere Ebene sitzen, wenn der Bundeskanzler eine rassistische Aussage macht über das Stadtbild in Deutschland, dann stehen ja im... Also da entstehen ja in dem imaginären Raum Deutschland hier auch verschiedene Leute die was sagen könnten.

01:04:01: Und dann sagst du jetzt, naja wenn man gut organisiert ist.

01:04:05: Dann könnte man ja eigentlich was sagen und das wäre ja eigentlich Lammensatz zum Beispiel.

01:04:10: Man gründet halt ein Landesnetzwerk für die Migrantenorganisation weil dieses Netzwerk kann natürlich einfacher sprechen als die individuelle Person, die denn etwas dazu sagen sollte.

01:04:21: aber es ist ja trotzdem auch.

01:04:22: also wenn der Kanzler da steht, dann steht ja auch der Chef da der was sagt wo man ja auch erstmal in die Lage versetzt werden muss darauf zu ant.. ... eine Kritik zu äußern.

01:04:34: Und wenn du sagst, also ich versuche jetzt gerade irgendwie da hinzukommen... Wenn du sagest dass das für dich so ein Wendepunkt war, war es auch für dich... ...so einen Punkt wo gemerkt hast okay vielleicht muss ich auch politisch oder gesellschaftspolitisch arbeiten?

01:04:47: Oder kam das später?

01:04:48: Das ist der Zeitpunkt gewesen.

01:04:51: Ich muss etwas anderes machen!

01:04:54: weil gleichzeitig bei diesem Stück habe ich geheiratet und natürlich geplant, die Familie zu entwickeln.

01:05:05: Sehr romantisch wäre es jetzt wenn das der Tenor wäre, der den Raum verlassen hat, weil er beschrieben war.

01:05:11: Dann kommen wir zum anderen Musikstück jetzt dazu.

01:05:16: Wir haben also Ich habe diesen meinen Ehemann tatsächlich am ersten Tag in Zwickau kennengelernt und urste sofort, diese Mann heirate ich.

01:05:28: Das hast

01:05:29: du beschlossen nicht eher?

01:05:30: Genau!

01:05:31: Ich

01:05:31: habe beschlossen und mitgeteilt.

01:05:33: Und

01:05:35: mit ihm habe ich tatsächlich Liebe Squared gehabt, diesen mitgebrachten Stück und das ist das Stück was wo wir uns verbunden haben.

01:07:34: Ich muss aber ehrlich gesagt sagen Also hier steht jetzt, ich lese es mal vor oder vielleicht liest du's einfach vor?

01:07:40: Oder sagst halt wie das Stück heißt.

01:07:41: Weil ich finde es total beeindruckend!

01:07:44: Ja,

01:07:45: es ist Iba Yachtshi also heute der Bayazzo von Ruggiero Leoncavallo aufgeführt wurde.

01:07:53: Das Stück, ein stellvertretendes Stück eine Opa von Verismo Opa, das ist eine realitätsnahe hochromantische Opa die zu sehr immer von alltäglichen Situation dann abgeholt wird.

01:08:14: Hier geht es ein Schauspieler der höchstermaße eifersüchtig ist und die Affäre seiner Frau Netta, die ich gespielt habe entdeckt.

01:08:28: und trotzdem geht ja Vorhang auf.

01:08:30: Also, er muss Maske anziehen und vielleicht kennt man diese ADN.

01:08:40: Du musst dich an Maske anmachen und lachen.

01:08:44: Lache bei Jatso, diese Ari ist es ja sehr, sehr bekannt.

01:08:49: Und während dieser Aufführung Theater im Theater kann er sozusagen Theaterstück und Realität nicht unterscheiden.

01:09:01: Auch in diesem Comedy der Beladete im Theater wird netter diese weibliche Figur auch Affäre spielen.

01:09:11: Und dann fällt mir entsprechende Satz bis heute Abend, dann bin ich

01:09:19: deine.".

01:09:20: In diesem Moment dreht der Bayazzo durch und vor dem Publikum ermordet er seine Frau.

01:09:29: Ich habe diesen Netter gespielt und mein Ehemann hat damals diese Dorf-Junge, also mein Affärepartner, gespielt.

01:09:40: Wunderschönes Liebesduet!

01:09:44: Ja, das hören wir uns jetzt an.

01:09:47: Genau.

01:09:50: Und dann... Das weiß ich jetzt schon?

01:09:54: Dann bist du mit diesem Mann zusammengekommen und irgendwann ist der dann in Dessau hat er einen Job in Dessau bekommen.

01:10:02: Genau!

01:10:03: Und das ist ja quasi schon der Grund, warum du in Sachsanhalt auf einmal warst?

01:10:08: So ist es also.

01:10:10: mein Mann hat nach diesem Geschehen auch anderes Theater gesucht

01:10:14: und

01:10:16: hat in Dessa seine Anstellung gefunden.

01:10:21: Ich habe in Dessau auch zwei Kinder zur Wend gebracht und gleichzeitig war die Idee, ne?

01:10:29: Die Rassismus-Erfahrung kann man verarbeiten.

01:10:34: Kann man dagegen auftreten aber wenn es meinen Kindern sowas passieren würde wird die Emotionalität hochzwei würde ich nicht ertragen.

01:10:47: Also, ich musste neue Wege suchen.

01:10:52: Wie kann ich sozusagen gesellschaftlichen Beitrag leisten?

01:10:59: und habe gleichzeitig... vom Netzwerk der Migrantenorganisation Sachsen-Anhalts kennengelernt und ja quasi bei der Netzwerksgründung, bevor der Verein gegründet wurde.

01:11:13: Bei der Netzwerkgründungen war ich tatsächlich als Singerin.

01:11:18: dabei habe ich Rahmenprogramm so gestaltet ... bin ich auf die teilnehmenden Listen gelandet, und seitdem bin ich mit dem Langsach verbunden.

01:11:31: Ich finde das total beeindruckend!

01:11:33: Ich habe es schon vorher gelehrt... ... weil das ist ja für uns als Sozologen eigentlich... Wie sollen wir das beforschen?

01:11:41: Also wir als Soziologen versuchen irgendwie die Gesellschaft zu erklären,... ...und wir machen hier auch Biografieforschung und Sozialisationsforschung... ...und versuchen so Theorien- und Modelle zu entwickeln wie...?

01:11:54: Leben abläuft.

01:11:56: Und dann kommst du und sagst, ich hab dein Burger gegessen und da lief ein Breaking News und da hieß es die Bauer ist weg also bin ich in Osten gegangen... Und dann trittst du als Sängerin auf und landest durch Zufall auf einer teilnehmenden Liste und wirst am Ende stellverdienende Geschäftsführer von dem ganzen Verein.

01:12:16: Also dann kommen diese.. Denn ist Leben einfach ganz oft auch Zufall.

01:12:22: Das finde ich so in Biografie Forschung immer so beeindruckend, dass es ja eine Forschung gibt, das kann man alles vorherbestimmen.

01:12:29: aber eigentlich ist manchmal zu Dinge so zufällig.

01:12:32: Ja, aber das hat natürlich auch einige Komplexe mitgebracht wenn man tatsächlich die Musikerin ist und gesungen hat, und eigentlich Musiklehrerin werden wollte.

01:12:47: Und dann kommt man auf einmal zu einem gigantischen etniöbergalkenden Netzwerk und soll dieses Netzwerk koordinieren.

01:12:57: Ich war ja zuerst als koordinierende Kraft eingestellt worden.

01:13:04: Was habe ich denn da sagen?

01:13:05: Also ich weiß ja nichts von einzelnen unterschiedlichsten migrantischen Organisationen.

01:13:13: Das ist so eine Besonderheit in Ostdeutschland, weil es ja eben Migrationsanteil so klein ist und klein geblieben und damals noch kleiner also bei vier Komma vom Prozent.

01:13:27: dann hat die einzelne Personengruppe keine Deutungsmacht in der Gesellschaft.

01:13:34: Also sie mussten gemeinsamen Weg finden und gemeinsame Vereingrunden, davon weiß ich ja nicht.

01:13:47: wie soll ich in Friedensdermenz aufgewachsener Japanerin sozusagen mit Kriegs... geflüchteten und kontingent flüchten, geflüchteten und jüdischen und islamischen Vertretenden zusammenarbeiten.

01:14:03: Das kann ja nur schief gehen dachte ich.

01:14:06: Ich musste wirklich da vom Grund an lernen.

01:14:13: also ich habe angefangen einzelne Communities zu besuchen kennenzulernen Was hast du an diesem Moment gemacht, was ist dir wichtig?

01:14:25: Wieso macht ihr denn

01:14:26: das?".

01:14:27: Und so habe ich tatsächlich jahrelang Sachsen-Anhaltzweite die einzelne Community besucht und kennengelernt um überhaupt eine Basis zu bauen vertrauensvoll miteinander arbeiten zu können.

01:14:48: für mich jeden Tag große Überraschungen, viel Learnings.

01:14:55: Also was ich mitgebracht habe aus Japan als Moral-, Ethik-Werte oder Selbstverständlichkeiten Allgemeinwissen ist alles bedeutungslos gewesen und musste ich alles neu lernen.

01:15:18: Aber das trifft ja auch auf alle anderen zu.

01:15:25: Ich vermute, als du angefangen hast war wahrscheinlich die größte Gruppe der Migrantinnen eher vietnamesische.

01:15:31: Das hat sich dann auch so ein bisschen gedreht.

01:15:35: mittlerweile sind die größten Gruppen ja syrische und ukrainische Menschen in Sanktsen-Anhalt.

01:15:41: Und da gibt es ja sozusagen die Vertragsarbeit und die Flucht vor Krieg ein bisschen miteinander verwoben bei der vietnamesischen Community.

01:15:52: Also ich finde es immer so interessant, dass gerade in Rostock habe ich doch über viel gelernt, dass man ja in diesem mehrheitsdeutschen Kontext immer davon spricht, die Vietnameasischen Gastarbeiter sind wegen der Arbeit gekommen.

01:16:07: aber das man in den Interviews und der Biografiearbeit auch ganz oft merkt Ja, aber der Krieg in Vietnam ist in deren Biographien sehr viel wichtiger als Wir hier sozusagen in der deutschen Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen haben, also dafür überwebt sich das so.

01:16:22: Dann hat man die mosambikanischen Vertragsarbeiterinnen... Ich weiß gar nicht, einer der maßgeblichen Mitglieder von Lamsa ist doch auch Caramba Diabi.

01:16:34: Ja,

01:16:35: doch

01:16:36: Caramba diabi!

01:16:37: Der lange SPD abgerollet habe im Bundestag war ich weiß jetzt gerade gar nicht wo seine Wurzeln liegen Senegal.

01:16:45: Ja, in der DDR-Zeit auch als Studierende nach Halle gekommen und er hat ja um die Zeit von deutschen Wiedervereinigungen gerade sein Studium beendet und wusste nicht wohin damit.

01:17:01: Also doch das geht hin und her.

01:17:03: aber wenn deutsche Wiedervereinigung kommt was ist mit meinem Studium?

01:17:11: und so weiter, so schalten alle sozusagen vor unsicherer Zukunft.

01:17:17: Und gleichzeitig war ja Baseball Schlägerjahre – das hat die gigantische Community sehr stark geprägt.

01:17:26: Vor allem die Veteran-Mädchen-Community war ja Zielscheibe von Gewalt damals.

01:17:33: Also, die Vietnamesischen Community sind in diesen Jahren tatsächlich für Eigenschutz so eine Community und Vereine gründet an vieler Ort.

01:17:46: Und waren unter sich schon sehr gut vernetzt gewesen.

01:17:51: Und hier hat LAMSA tatsächlich nicht nur diese vietnamezische Vertragsarbeitende sondern auch neue Zugänge gemeinsam vernetzt um... unterschiedliche Perspektive zu vernetzen.

01:18:08: und hier lag es wirklich die große Chance, unterschiedliche Perfektive und Ideen- und Lösungswege zu verbinden.

01:18:19: Ich glaube ich habe manchmal das Gefühl dass das viel zu wenig gesehen wird, dass ich glaube so ein Blick auf einen Landesnetzwerk wie Eures ist ganz häufig man muss euch helfen.

01:18:29: also der Blick von außen ist so das sind die die sind jetzt in Sachsen-Anhalt.

01:18:35: Wenn man aber so, also so geht mir das als Forscher.

01:18:37: Wenn man da vor Ort ist, dann spürt man eigentlich bei euch jetzt so viel Kompetenz ihr könntet uns... Also ich setze ein bisschen pro miches Bild hier und uns, oder diese Kompetenzen würde eigentlich so viel helfen für eine bessere, also für eine gemeinsames Zusammenleben in Sachsen-Anhalt, dass das manchmal zu wenig gesehen wird, dass ihr so viele Kompetenten aufgebaut habt weil ihr so vielfältig seid und euch sowieso immer organisieren müsst dass wir davon ganz viel lernen könnten für so eine gesamtgesellschaftliche Konstruktion.

01:19:07: Natürlich haben wir ja auch Unterstützung von außen gebraucht.

01:19:12: Allein so eine Struktur und Anlaufstelle aufzubauen, brauchte man für einen Struktur, die hatten wir ja nicht zuerst.

01:19:22: Und dann hat freiwilliger Agentur uns sozusagen unterstützt, eine Strukture aufzubauern innerhalb eines Projektes sozusagen Finanzmittel akquirieren konnten, kompetenzene Schulungen gemacht haben die Mitglieder empowert haben und so weiter.

01:19:47: Das hat schon eine Weile gedauert und somit haben wir sechs Jahre tatsächlich ehrenamtlich als Netzwerke gearbeitet und erst im Jahr ist es ja für Einsgründung dann erfolgt haben wir aber sofort gemerkt, okay, wir brauchen nicht nur Unterstützung.

01:20:09: Wir haben eigene politischen Anspruch, Statements daraus zu geben usw.

01:20:20: Einerseits wurden wir auch von Anfang an als Konkurrenz von anderen großen Institutionen angesehen und unter dem Motto, wir sollen dankbar sein?

01:20:35: tätig sein dürfen.

01:20:37: und gleichzeitig gibt es bis heute ein sehr, sehr hartnäckiger Wahrnehmungsformat sagen wir mal so.

01:20:48: Mikanische Organisation als Kulturdienstleister.

01:20:55: Also sogenannte interkulturelle Begegnungsformate wo die gigantischen Communities vielleicht Falafel machen und Musik und Tanz.

01:21:06: Und im Sinne von Länderkunde, von Heimat erzählen sollen was ja lässt sich dazu führt zum Klischeebilder zu verstärken Und nicht die Zusammenarbeit auf Augenhöhe und diese unterschiedliche Perspektive im Sinne der Gesamtgesellschaft aufzunehmen, um neue Lösungslöge auszulegen.

01:21:32: Also dieser Letztere Wieg fehlt immer noch.

01:21:37: Ja was würdest du sagen?

01:21:38: sind jetzt aktuell eure größten Themen an denen ihr so arbeitet in Sachsen-Anhalt?

01:21:48: Rassismus, pur.

01:21:50: Also

01:21:51: immer noch oder wieder neu?

01:21:56: Wie ist das?

01:21:57: Du hast ja vorhin von den Baseball-Schlägerjahren geredet, genau.

01:22:01: Ja aber was ist da tatsächlich vom Baseball Schläger jahren entstanden als Gegenmaßnahmen?

01:22:07: Entstanden sind in der Integrationspolitik eine Vielfaltmanagement Aber nicht im Sinne der Bekämpfung von Rassismus.

01:22:24: Das war nicht erwünscht, so zu nennen.

01:22:29: Rassismus war ein sehr verhasstes Begriff auch in Integrationspolitischen Player.

01:22:43: Das ist schwierig und man kann nicht immer mit Keule kommen.

01:22:47: Und das hat aber dazu geführt, dass Rassismus sehr lange ignoriert am Rande als Speziellgebiet von extremistischen Nazi-Probe.

01:23:01: Lämpere, sondern ein historisch konstruierte Problem Mitte in der Gesellschaft einzuorten.

01:23:09: Das war die Patientelang und das hat sich natürlich immer wieder dann gesteigert so dass wir beispielsweise nach dem Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg einen schlimmen Höhepunkt hatten.

01:23:28: Genau, im Anschluss darin.

01:23:31: Also wirklich

01:23:31: was Übergriffe Gewalttätigkeiten auch angeht und die Gewalt auf der Straße wieder?

01:23:40: Ich finde das ganz wichtig, was du sagst gerade Mika weil also wenn ich jetzt dir so jetzt zugehört habe die letzten achtzehn Minuten ich finde daran kann man es eigentlich sehr schön sehen.

01:23:54: eines der schlimmsten Dinge, die anscheinend immer noch Leuten passieren kann ist wenn sie als Rassisten bezeichnet werden.

01:23:59: Also ich erliebe das immer wieder an ganz vielen Diskussionen dass Leute dann sagen also so weit geht es ja wohl, dass man mich jetzt hier als RASSISTEN bezeichnete.

01:24:04: Wenn man sich eine Weile mit der Theorie und auch der Praxis von Rassismus auseinander gesetzt hat Dann versteht man ja irgendwann Es geht gar nicht darum jemanden individuell zu bezichtigen sondern es ist ein strukturelles Konstrukt.

01:24:18: Richard Wagner ist einer der Erfinder des Antisemitismus in Deutschland, er und seine Frau.

01:24:23: Es gibt irgendwie die Rassenliere, die vor allen Dingen von Gubino entstanden sind.

01:24:27: Das sind Jahrzehnte- und jahrhundertelange entstandene Machtstrukturen, die geschaffen wurden.

01:24:32: Und deshalb ist es sozusagen erst mal gut für jede Person zu verstehen wir leben in rassistischen Strukturen.

01:24:38: Wenn jetzt jemand mir sagt hey du hast da was gesagt das Fust auf Rassismus wir ja eigentlich meine Aufgabe erst mal mich zu reflektieren anstatt mich angegriffen zu fühlen.

01:24:49: Und ich finde, dass das eigentlich sehr gut passt in der Erzählung die wir jetzt auch von dir noch einmal gehört haben.

01:24:55: weil also wenn jetzt jemand als Rassismus bezahlt oder... Also wenn jemand den vorbekommen hat er hat was Rassistisches gesagt und sich davon besonders angegriffenfühlt aber nie diese Erfahrung gemacht hat vor so einer versammelten Mannschaft angegriffenzu werden Dann finde ich, dann sollten Leute immer noch mal zurückstehen und erstmal überlegen okay was ist da der Unterschied.

01:25:18: Und das scheint aber ja so ein Problem zu sein.

01:25:20: also um nochmal auf Friedrich Merz zu kommen.

01:25:24: Das was er gesagt hat über die Städte in Deutschland beruht auf rassistischen Denkenmustern.

01:25:32: Ich möchte gerne dem Kanzler sagen dürfen dass er so denkt Aber für ihn es ist ein Angriff anstatt sich darüber danken zu machen.

01:25:43: Also diesen Rassismus beginnt ja nicht mit Baseballschlägern oder Messerangriff, sondern Rassismus beginnt im Kopf, im Kopfkino.

01:25:58: Was habe ich denn im Leben für prägende Bilder, Erlebnisse und Erzählungen von Eltern- und Kinderbüchern mitbekommen?

01:26:12: Also, wir können nicht rassistisch denken.

01:26:17: Und das ist meine Ausgangslage mich als Migrantin einschließlich weil ich ja auch natürlich eine Einprägung mitbringe von zu Hause aus und immer wieder so zu hinterfragen.

01:26:38: Das ist glaube ich ganz, ganz wichtige gemeinsame Weg den wir erschreiten können.

01:26:44: Auch zwischen den mechanischen Organisationen gibt es rassistische Denkmuster und Denkweise wo wir proaktiv zueinander dann aussprechen und gemeinsam dann sozusagen reflektieren können.

01:27:00: in solchen Raum, geschützten Raum brauchen wir immer wieder um gemeinsam als lernende Organisationen zu entwickeln.

01:27:12: Also wenn diese Bereitschaft da ist, dann tut es gar nicht wie... so ein Rassismusvorwurf, sondern das ist ein Feedback, ein Hinweis für vielleicht neue Wege sogar.

01:27:30: Es könnte eine neue Chance sein und aber dieses Gespräch zu führen ist äußerst mühsam und teilweise auch schmerzhaft.

01:27:44: Ich finde es wirklich spannend an dem an deinem Beispiel, was du selber erzählt hast.

01:27:50: Dass eben also wie auch dieser Rassismus diesen geschützten Raum den es braucht um ihn auch bekämpfen zu können selbst sozusagen diesen Raum eben gefährdet und dass das eine Organisation so verstehe ich auch versucht immer wieder diesen Raum herzustellen, diesen Ort herzustelle, an dem darüber gesprochen werden kann.

01:28:10: An dem man auch seinen eigenen Rassismus – also sagst du ja auch die Migrantenorganisationen, die bei euch unter dem Dach versammelt sind und sich auch nicht frei von Rassismen gegenseitig.

01:28:22: Aber es geht darum den Rahmenherzustellen darüber zu sprechen, zu sagen schaut mal was hier passiert ist wie bestimmte Dinge entstanden sind, auf bestimmte Prozesse.

01:28:30: Und wie können wir die irgendwie verändern?

01:28:32: Wie können wir sie besser machen und das dann eben auch aus von Lamsa raus in die Gesellschaft, in das Land Sachsen-Anhalt?

01:28:43: was macht ihr denn da konkret an so Rassismus Bekämpfung also den Raum herstellen?

01:28:50: ganz klar aber hast du da so Beispiele für eure Arbeit?

01:28:54: Ja, also wir machen immer wieder Empowerment-Workshops für unterschiedliche Community aber auch intern.

01:29:02: Auch für Hauptamtliche.

01:29:05: mit Arbeitenden braucht man immer wieder diesen Raum für Selbstreflexion und auch für BIPOC die von rassismus erfahrenen Personen einen geschützten Raum zu schaffen, über eigene Erfahrungswerte miteinander auszutauschen.

01:29:24: Das ist so wahnsinnig empowernd und solche Bäume also Safer Space anzubieten regelmäßig für unterschiedliche Kontexte, unterschiedlichen Personengruppen.

01:29:37: Wir machen aber bedienen unterschiedliche Projekte die beratende und schulende Angebote an unterschiedliche Zielgruppe, ob es Schule also pädagogische Fachkräfte sind in Schulen und Kita aber auch die zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereine vor Ort.

01:30:02: Wir machen Antirassismus-Kampagne, also sogenannte Obstkampagne sind gerade aktuell mit ganz prägenannten Bildsprachen.

01:30:16: Mit zwei Meter großen Bananen und Ananas sozusagen Raumintervention zu machen und mit diesen alterkrassistischen Sprüchen unterwegs zu sein wo die Menschen ganz schnell so niedrigschwellige Gespräche anders haben, was soll daran rassistisch sein und da so ein bisschen ins Gespräch zu gehen.

01:30:39: Also wie siehst du das?

01:30:41: Und wie könnte denn ganz unterschiedliche Perspektive anders wahrgenommen werden?

01:30:47: Dies kann man aber natürlich auch an die Spitze treiben und als Lehrmaterial in Angrassismus-Schulung dann angehen.

01:30:57: Das macht ihr auch, also mit dem OBS.

01:31:00: Die OBS-Kampagne macht ihr an öffentlichen Orten so auf Stadtfesten Marktplätzen oder was passiert?

01:31:07: Also

01:31:07: wir haben ja zuerst diese Kampagne mit Poster und Postkarten begonnen.

01:31:13: Und das an sich hat schon eine sehr große Debatte ausgelöst, also warum macht jetzt so was?

01:31:20: Und Sinn wurde nicht verstanden.

01:31:23: aber erst wo wir dreidimensionale Obstobjekte produziert haben und erstmalig am Sachsen-Anhaltstag in diesem Jahr platziert haben auf der Flania sozusagen Themenstraße, Weltoffenes Sachsen-Anhalt standen diese drei Obstobjekte.

01:31:45: Und dann waren die Passantinnen und auch Partnerorganisation sehr interessiert.

01:31:54: was meint ihr denn damit?

01:31:57: Wir haben gleichzeitig auch ein Audio Story produziert von tatsächlich betroffenen Personen, die Perspektive.

01:32:07: Wie wirkt auf mich, wenn solche Sprüche immer wieder zu hören bekommen?

01:32:14: Beispielsweise die zweite Generation, die hier Geborene aufgewachsen und deutsche Staatsbürgerschaft schon längst haben als anders... nicht deut, nicht hierher zugehörig sozusagen dargestellte werden.

01:32:37: Wenn man fünfmal in den Kindergarten hört kann es ja lustig gemachte werden aber ganzes Leben lang auch in jahrelich hinein.

01:32:49: das zermürbt diese Menschen schon.

01:32:52: oder aber angeblich ganz harmlose Aussage du bist exotisch in welchen Kontext, welche Lebenssituation zu hören war.

01:33:05: Das bringt schon vertifte Verstellensnis.

01:33:12: Und dann stellt ihr ja auch einfach politische Forderungen ganz hart?

01:33:17: Genau!

01:33:17: Ihr habt diese elf Forderung zur Landtagswahl aufgestellt.

01:33:22: Die kann man... ich würde sagen die verlinken wir den Show Notes.

01:33:25: Ich finde die stärks.

01:33:26: also.

01:33:28: Ich finde, da zwei Sachen interessant.

01:33:29: Das eine ist als ich war dabei, als ihr die diskutiert habt in so einem Migrationsforum

01:33:33: herum

01:33:35: und das fand ich ganz interessant.

01:33:36: Die Forderung hieß erst Bezahlkarte besser optimieren oder irgendwie so oder also bezahlkraut optimieren.

01:33:43: Und dann war die Forderungen von jemanden der vor allem geflüchtete Menschen vertreten nicht abschaffen.

01:33:48: Und jetzt heißt es die Förderung auch bezahlkarte abschaffend also nicht irgendwie rumoptimieren.

01:33:54: Die Zeit

01:33:54: hatte es diese Karte mit der Geflüchtete, sich also einkaufen gehen können anstatt Bargeld zu erhalten.

01:34:01: Also sie kriegen so eine Karte wie eine EC-Karte aber längst nicht so flexibel.

01:34:05: man kann damit nicht überall einkauen gehen und damit Sie das Geld nicht anderweitig nutzen können ist es auf dieser Karte festgeschrieben.

01:34:14: man kann in bestimmten Supermärkten damit nur eink kaufen gehen.

01:34:17: Man ist eingeschränkt auf den Ort an dem man Die bekommen er ausgern nicht bekommen.

01:34:22: Und der Hauptvorwurf ist, dass das Bargeld sonst nach Hause geschickt wird und wir aus der Migrationsforschung können sagen es gibt keine Belege dafür ,dass das im großen Stil passiert.

01:34:32: also das meiste Geld reicht auch überhaupt gar nicht um in Deutschland irgendwie angemessen zu leben und dann noch viel Geld nachhause zu schicken.

01:34:41: aber ich finde eure erste Forderung eigentlich die die mich wirklich jetzt Ich gab jetzt auch gerade noch mal eine Podcastfolge von der Zwischenpodcast, wo eure neue Geschäftsführerin und Redressler das auch nochmal sehr deutlich noch gemacht hat.

01:34:57: Erste Forderung ist Menschenwürde ist bedingungslos.

01:35:01: Genau!

01:35:01: Und das finde ich tatsächlich sehr stark.

01:35:03: Also zu sagen im Grundgesetz steht zwar die Menschenwürdes unantastbar... Die Würde des Menschen ist unantastaßbar.

01:35:08: aber einfach zu sagen und das ist bedingerungslos

01:35:11: für mich Wir haben tatsächlich diese Vorlage schon im vorigen Herbst entwickelt gehabt und einmal in der Community kommuniziert gehabt.

01:35:22: Und dazwischen sind ja schon einiges passiert, die gesellschaftliche politische Lage ist natürlich verschärft krisenhaft usw.

01:35:32: Kurz vor der Landtagswahl haben wir noch einmal die gesamte Community eingeladen.

01:35:38: Wir reden über dieses Papier Und können wir vielleicht optimieren.

01:35:47: So sind Zeile für Ziele tatsächlich mit Community-Sicht, realitätsnah lebenswirklich unformuliert worden und es sind großen Teil ein Stückchen so geserft geworden.

01:36:05: Und was ich auch sehr stark finde ist das ihr auch sagt euch ist auch erstmal egal welche Partei da am Ende gewählt wird.

01:36:12: Ihr fordert das von allen, egal wer später in die Macht kommt.

01:36:15: Das ist jetzt nicht irgendwie auf eine Partei bezogen wo man sagt also wenn ihr in die macht kommt dann müsst dann fordern wir das sondern ihr fordert es an der politik und macht das auch wie ich finde jetzt als in deren sich außenstehender, der ja nicht nur sagt, dass er noch nicht lebt oder nicht bei Lamsa arbeitet oder so Auch mit einer beeindruckenden Also mit einem beeindruckendem power Und auch Im Sinne von Stabil ist für mich immer ein gutes Wort.

01:36:45: Da jetzt nicht zurückzutreten, sondern sagen, dass diese Forderung gilt?

01:36:49: Ja, Entschädenheit würde ich dann nennen.

01:36:55: Diese Menschenwürde in jeder einzelne Menschenwesen zu sehen und das nicht infrage zu stellen verbindet uns ja auch nicht nur unterschiedliche amerikanische Communities alle in der Gesamtgesellschaft.

01:37:13: Und das ist, glaube ich unser Anspruch.

01:37:16: natürlich haben wir unsere migrantische Perspektive und aus der Vielfalt entstandene Botschaft immer wieder nach außen gesendet.

01:37:27: aber wir sind nicht einseitig für irgendeine Community stellvertretend und auch nicht nur für migrantische Personen sondern wir sehen uns unsere Arbeit im Auftrag der Gesamtgesellschaft, im Namen der Demokratie und da bildet sie Menschenwerte als Ausgangssituation für uns alle.

01:37:55: Da sehen wir natürlich auch die große Chance, also uns zu verbinden und gemeinsame demokratische Kräfte zu bündeln Gerade in Sachsen-Anhalt tatsächlich Not.

01:38:09: Ist das noch ein guter Abschluss?

01:38:11: auch, um nochmal auf dein letztes Musikstück reinzugehen?

01:38:15: Weil wenn ich Figaro's Hochzeit richtig verstanden habe dann erzielt diese Oper doch auch diese Geschichte dass wir alle zusammen uns auf der Entleicherwürde sehen.

01:38:27: Dann können wir eine gute Gesellschaft sein.

01:38:28: und Musik Und gerade die Musik von Mozart verbindet vielleicht ganz viele Menschen auf der Welt Weil sie so eingängig ist, weil sie so schön ist.

01:38:37: Ja also...

01:38:39: Kurz vor Finale von Figaro Sofzeit bekennt sich der Graf seinen Fehler und probiert um Verzeihung bei seiner Kräfin.

01:38:52: Und montakttypisch ist es ja am Finale jedes Aktes kommen alle Protagonistinnen auf die Bühne und singen ihren Part.

01:39:05: Und da kommen zum Beispiel zehn Leute, zehn Solisten auf die Bühne und zehn unterschiedliche Texte, unterschiedliche Melodien, unterschiedlich Stimmgattungen also durch die ganze Welt sozusagen fühlt den Saal.

01:39:21: Also als Publikum versteht kein Text

01:39:25: sondern

01:39:25: ein Gewirr von Texte, konsonantene Vokale und Stimmklang in diesem Raum.

01:39:33: Alle sagen gleichzeitig irgendetwas aber von der Bühne kommt ein Klangwelt sozusagen die uns so umhüllt.

01:39:48: Es ist eigentlich egal Text zu verstehen sondern in Kernbotschaft mitzunehmen.

01:39:54: Hier kommen alle zusammen und machen alle Mund, sagen zwar unterschiedliche Perspektive.

01:40:01: so funktioniert wie funktionieren wir Menschen?

01:40:07: In seiner Perspektiv in einem Raum auf dieser Welt gemeinsam?

01:40:14: und trotzdem gibt es schönen Schlussakorde

01:40:18: Wunderbar.

01:40:19: Ich lage vor, das ist das Schlusswort!

01:40:21: Wir sagen ganz groß danke, dass du dir jetzt sehr viel Zeit für uns genommen hast, für unseren Podcast und wir beenden diesen Podcast einfach mit diesem Finale.

01:40:31: Und spielen das jetzt zum Schluss?

01:40:34: Herzlichen

01:40:34: Dank für die Einladung.

01:40:36: Gerne.

01:40:37: Danke schön.

01:40:38: Und dann nächste Folge Mecklenburg-Hochmann.

01:40:40: Jawoll.

01:41:48: Produktion, Idee

01:41:51: und Moderation Andre Knabe

01:41:55: und Daniel

01:41:55: Kubiak.

01:41:57: Die Musik wurde entworfen von Andre

01:42:00: Knabel im Koljerafot.

01:42:03: Das Design wurde entworfen von Heike Asmann.

01:42:08: Diesen Podcast hört ihr auf allen gängigen Podcastformaten.

01:42:13: Wenn Ihr keine Folge verpassen wollt dann abonniert diesen Podcast.

01:42:19: Für Kritik und Lob könnt ihr uns jederzeit schreiben.

01:42:22: Bis zur nächsten Folge!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.