#60 - Inga Haese - Schrei nach Hoffnung beim Livepodcast auf dem Überland-Festival
Shownotes
Wir haben am 5.9.2026 auf dem Überland-Festival in Görlitz eine Live-Folge mit Inga Haese aufgenommen. Inga ist Professorin für Sozialpolitik und Geschlechterforschung in intersektionaler Perspektive an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin (KHSB) und beschäftigt sich viel mit Engagement in ländlichen Räumen. Beim Überland-Festival treffen sich Engagierte aus überwiegend ostdeutschen ländlichen Räumen – der ideale Ort also für unser Gespräch!
Songs von Inga:
- Die Ärzte – Schrei nach Liebe
- Anna von Hausswolff – The Miraculous
- Fuffifufzich – Hoffnung
Links:
- Studie "Wittenberge ist überall"
- Kimberly Crenshaws Text zu Intersektionalität
- Radiobeitrag zu 40 Jahre "Brandanschlag von Duisburg"
- Der Eisbus „Gabi“, mit dem ein Projekt unter Ingas Beteiligung gerade durch M-V zieht
- Im ZUGEL-Projekt erforscht Inga, wie man die Sichtbarkeit von ländlicher Zivilgesellschaft und Gemeinsinn stärken kann.
- Und im Kollektiv GrundGefühl sucht Inga mit ihren Mitstreiter*innen nach emotionalen Zugängen zum Grundgesetz.
Moderation: André Knabe und Daniel Kubiak
Transkript anzeigen
00:00:05: Newsy, Sociology.
00:00:07: Gesellschaft
00:00:08: durch Musik verstehen.
00:00:14: Hallo Überlandfestival!
00:00:16: Wie geht's euch?
00:00:21: Es ist zehn Uhr morgens und wir nehmen ein Podcast auf dem Überland-Festival auf Und wie ihr hört ist das Publikum gebeutelt von einer regengreichen Nacht.
00:00:32: Vielleicht kurz für euch die hier seid was wir machen.
00:00:36: Wir sind Andrej und Daniel ... promovierte Sozialwissenschaftlerinnen und haben irgendwann gedacht, wir machen einen Podcast... ... indem wir darüber sprechen wie Musik unsere Forschung beeinflusst.
00:00:51: Und das Konzept funktioniert eigentlich so, dass wir uns andere SozialwirtschaftlerInnen einladen, ... ... bitten die uns Songs mitzubringen,... ... und reden anhand der Songs über deren Forschung.
00:01:02: Das ist das Konzept des Podcasts!
00:01:04: Das machen wir jetzt in der sechzigsten Folge.
00:01:06: Wow,
00:01:06: Sechzig?
00:01:09: Genau.
00:01:12: Und
00:01:13: es ist glaube ich die zweite Mal, dass wir eine Live-Podcast Aufnahme machen.
00:01:18: und wir sind hier auch in dem Festival André und du hast dich entschieden im Zelt zu schlafen bei Gewitter.
00:01:25: Genau!
00:01:25: Vielleicht
00:01:26: noch kurz auf was für ein Festival wir sind?
00:01:27: Wir sind beim Überlandfestival in Görlitz.
00:01:30: das ist so ne
00:01:31: Art...
00:01:31: Klassentreffen der Ostdeutschen Zivilgesellschaft in ländlichen Räumen.
00:01:35: Wobei wir gestern gelernt haben, ein Projekt was hier neu hinzugekommen ist bei den Neuland-Gewinnern ist außerdem Saarland.
00:01:42: Stimmt!
00:01:43: Was ja nur durch ihre Chronik gewissen DDR Bezug hat?
00:01:48: Ja das stimmt aber genau das ist ein ganz fantastischer Ort wo halt so viele verschiedene Leute zusammen kommen die alle irgendwo in Dörfern, Kleinstädten, Gemeinden ganz tolle Sachen machen.
00:02:02: Das oft für sich machen an ihrem Ort und hier miteinander mit anderen reden können die das eben auch tun und sich vernetzen können und es entsteht so eine ganz toller Energie und man merkt was für ein Kraft ausgeht.
00:02:17: Also erzähle mal wie der Regen war?
00:02:18: Oh der Regeng!
00:02:20: Ich habe... Ich glaube, ich habe es ganz clever angestellt.
00:02:24: Es gab gestern so einen sinnflutartigen Regen... ...ich war vorher zu faul und habe mein Zelt noch nicht aufgestellt.
00:02:29: Ich hab diesen Regen abgewartet.
00:02:30: Ich habe dann gesehen wo verteilen sich die Pfützen?
00:02:32: Und dann auf einer günstigen Lage dann meinen Zelt hingestellt!
00:02:36: Dann hat's nachts nochmal geregnet.
00:02:37: Da war ich aber noch tanzen... ...und bin dann erst ins Bett als alles abgeklungen worden.
00:02:43: Der empirische Sozialwissenschaftler macht erstmal vorher die Analyse.
00:02:47: Aussitze.
00:02:48: Analyses im Feld und geht dann in die Praxis, in die soziale Praxis.
00:02:52: Ja!
00:02:53: Und du hast schön fürstlich in der Villa interächtigt?
00:02:55: Genau ich habe in der Vila Ifarin geschlafen, einen industriellen Villa, den auch eine Zeit lang mal die Kommandatur der Wehrmacht hier war an Görlitz und danach dann eine weile Leerstand jetzt mittlerweile der Stadt gehört.
00:03:08: Wir haben ja auch noch ein Gast, wir können ja mal zu unserem Gast übergehen... Wir stellen dich gleich noch genauer vor gegen der Häse.
00:03:14: Du
00:03:14: darfst jetzt schon reinquatschen.
00:03:18: Wo hast du denn geschlaft?
00:03:19: Ja, ich habe im Garage-Hostel geschlafen.
00:03:22: Das ist hier neben dem Atelierhaus so ein alter Garagenbunker den Sie ausgebaut haben auf eine ganz charmante Art und Weise.
00:03:34: Ich hab mir zwar einmal den Kopf gestoßen weil es wirklich sehr niedrige Decke sind aber genau.
00:03:39: also ich mag diese Garage Hostels auch total gerne.
00:03:43: Die haben sogar sie salltheppig... Und ja, es ist einfach eine sehr ... Genau wie das Atelierhaus hier auch finde ich eine sehr ästhetische Art und Weise.
00:03:55: Wie eben aus alter Bausubstanz was Neues geschaffen wird.
00:04:00: Das sind wirklich so alte Garagen, ne?
00:04:01: Wie man in jedem Dorf oder jeder Stadt sieht so ein Garagendorf wo man früher den Trabant drin geparkt hat die jetzt umgebaut zu einem Hostel.
00:04:09: Genau, also zwölf nebeneinander.
00:04:11: Spannend!
00:04:13: Und wir sind also deine Festival-Erfahrungen.
00:04:15: bist du eine Festivalgängerin?
00:04:17: Was war dein letztes Festival?
00:04:18: Also ich muss sagen, meine Festivalerfahrung der letzten sechs Jahre ist das Überland-Festival.
00:04:25: Immerhin ein Sechsmalfestival?
00:04:27: Ich bin auf jeden Fall richtiger Fan!
00:04:30: Ich liebe hier die Atmosphäre schon alleine draußen dieser Pavillon in der Abend zu... erleuchtet wird mit diesen ganzen Lichterketten.
00:04:38: Also ich finde es wunderschön und eigentlich bin nicht so die Festivalgängerin.
00:04:42: tatsächlich, also ich war mal auf dem Shigget in Budapest eine ganze Woche.
00:04:47: das hat mich glaube ich für die nächsten Jahre dann ja festivaluntauglich gemacht, da hatte ich keinen Bock mehr drauf.
00:04:56: Meine Festivalzeiten sind auch lange her.
00:04:58: Wir beide waren mal auf dem Prignozert.
00:05:01: Da haben
00:05:01: wir,
00:05:02: wir sind Helden gesehen als sie noch nicht berühmt waren.
00:05:04: Wir hatten gerade so eine IP raus die bei Fritz erste Lieder liefen und wir dachten was ist das denn für ne Band?
00:05:09: Und dann stand die vor
00:05:10: uns.
00:05:10: Das ist eigentlich auch sehr typisch weil es war auf der Ölmühle in Wittenbergel, die damals noch eben leer stand und mittlerweile aber luxus saniert ist und so Luxus-Hotels hat mit ein Wellness auf den Dach, aber damals hat man dann halt Prigno Zärt gemacht.
00:05:24: Aber das zählen auch schon... ...fünfundzwanzig Jahre her!
00:05:27: So ein Gefühl.
00:05:28: Und Wittenberg ist auch eine super Verbindung
00:05:30: zu dir,
00:05:30: Inge?
00:05:31: Stimmt.
00:05:32: Ölmühle.
00:05:33: Da habe ich auch sehr lebhafte Erinnerungen und Bilder im Kopf.
00:05:37: gleich das ansprichst
00:05:39: ja.
00:05:39: Ich hab schon erzählt du musst irgendwie so einen leichten Vorsprung haben von so ein paar Jahren.
00:05:43: wir haben uns im Studium immer über diese Wittenbergestudio unterhalten und gedacht Das ist ja unglaublich, was die da gemacht haben.
00:05:49: Manche gestern Abend schon erzählt irgendwie so... So möchten wir mal forschen irgendwie!
00:05:53: Da sind Leute in eine Stadt gegangen mit Künstlerinnen, Wissenschaftlern, EthnologInnen und haben da einfach gelebt ne Zeit lang den Umbruch dieser Stadt und die Erfahrungen der Menschen bevorstehen.
00:06:06: Da warst du Teil von?
00:06:07: Als ganz blutjunge Soziologin.
00:06:09: Ja das wusste ich nicht.
00:06:11: Ganz frisch nach dem Studium an der HU.
00:06:17: Ganz witzig.
00:06:17: Gestern Abend standen wir ja noch mit Andreas Willisch zusammen und da habe ich mich auch nochmal daran erinnert, dass ich tatsächlich eigentlich in den Journalismus gehen wollte.
00:06:27: Ich war gerade mit so einem Fuß da drin bei der Berliner Zeitung damals und dann kam aber diese Stelle in Wittenberge mit der Forschung dazwischen und dann dachte ich okay, also Journalismus oder Forschung ist gar nicht soweit auseinander?
00:06:41: Also ich bin neugierig!
00:06:42: Ich möchte wissen was machen hier Menschen sozusagen ja so ein gewisser Spürsinn, der irgendwie dazugehört und das konnten wir da ganz gut in Wittenberg einsetzen.
00:06:58: Wir haben mit sechs Doktorandinnen gelebt und hatten ein kleines Büro bezogen dass aber tatsächlich Also, ja das hatte so einen Sparkassenscharm der neunziger Jahre.
00:07:14: Das war ein seltsames Gebäude wo wir sozusagen Quartier bezogen haben und wir wurden auch sehr skeptisch beäugt von der Stadtgesellschaft zu ah die Forscher was wollen sie von uns?
00:07:30: Und damals gab es eben Ein Zeitungsartikel, der war mit Forscher in der Verliererstadt überschrieben.
00:07:38: Und dieser Ruf, der haftete uns dann an... Das war doch in der Zeit?
00:07:42: Die Verliererscheid als wir dort gelebt haben.
00:07:50: Also das war nicht in einer überregionalen Zeitung, sondern wirklich in den Lokalzeitungen wurde eben über uns sozusagen auf diese Art und Weise geschrieben Ja, also man uns eher als Steuerverschwender angesehen hat.
00:08:04: Also die kommen und benennen uns hier sozusagen als Verlierer und dann wird dafür auch noch Steuergeld ausgegeben.
00:08:14: Das war so ein bisschen die Haltung mit der einige uns begegnet sind natürlich nicht alle.
00:08:19: Die Menschen in unserer Nachbarschaft nicht aber manche Politikerinnen.
00:08:24: Es waren eine sehr interessante Zeit.
00:08:27: auf jeden Fall
00:08:30: Wollen wir dich noch kurz vorstellen, wie wir das defolgens
00:08:32: Gespräch
00:08:33: gegangen haben?
00:08:34: Also was ich weiß... Wir haben zusammen in der Humboldt-Iniversität studiert.
00:08:38: Sozialwissenschaften glaube auch zeitgleich.
00:08:41: Ich habe im Jahr twohntausend drei angefangen.
00:08:50: Das bin ich schon mal wieder interessant aus meinem Rostock-Blick.
00:08:55: Wenn ich da mit jemandem zusammenstudiert habe, dann kenne ich die Person.
00:08:58: Ihr könnt in einem Studiengang zusammenstudieren und euch nicht kennen an
00:09:03: der HU?
00:09:04: Inger war dann noch Diplom und wir waren ja schon diese Bachelorleute von den Diplomeleuten so ein bisschen als ... Die Armen, die Bachelor studieren müssen.
00:09:12: Aber ich glaube wir haben uns beim Streik hin gelernt.
00:09:14: Ja das kann
00:09:14: sein.
00:09:15: Das ist ein Studiensemesterwahlstreik genau.
00:09:19: Genau und dann hast du diese Werke Studie offensichtlich gemacht?
00:09:23: Ich habe dir nicht gemacht, ich war eine
00:09:25: von diesen vielen
00:09:25: Doktorandinnen und sozusagen wir waren fünf Institutionen.
00:09:29: es war einfach ein Riesenprojekt.
00:09:31: und dann das Maxim Gorky Theater.
00:09:34: Ja, und also vielleicht ganz kurz ich habe da über Charisma geforscht.
00:09:40: Also Charisma in dieser Stadt im Umbruch was für Konstellationen ergeben sich da eigentlich?
00:09:49: Und welche charismatischen Akteure ja werden eigentlich von Menschen in so einer Situation des Umbruchs sozusagen ausgewählt, ist diejenigen, was Versprechen, die Sehnsucht erfüllen.
00:10:07: Die, an die man sich mit seiner Erwartung richten kann.
00:10:09: und das war eigentlich sozusagen die Frage...
00:10:12: Was waren das denn für
00:10:14: Akteure?
00:10:15: Also es waren erstmal religiöse Akteuren, also erst mal fand ich total spannend dass dort die Kirchen unfassbar voll waren.
00:10:23: Und zwar nicht die katholische Kirche und auch nicht gerade die evangelische Kirch, aber sozusagen diese neue evangelikalen Kirchen.
00:10:30: Die haben da unglaublichen Zulauf gehabt.
00:10:33: Das
00:10:33: ist auch hier gehört jetzt glaube ich ein größeres Thema, so evangelikale Gruppen, die sich ansiedeln
00:10:39: in
00:10:39: der Oberlaussitz.
00:10:42: Ich erinnere mich noch eine Gruppe, die hießen der göttliche Sozialismus irgendwie sowas ganz ab... Gefahrene, absurde Glaubensgemeinschaften auch eigentlich die sich da so aufgetan haben.
00:10:56: Das fand ich total spannend.
00:10:59: Ansonsten waren es natürlich auch eine Politikerinnen.
00:11:02: ein Insolvenzverwalter war unglaublich charismatischer Typ.
00:11:06: der hat eine Riesensammlung an Feuerwehrwägen und DDR-Fahrzeugen in so einer Schreune gehabt, und hat daraus auch eine Art Museum kreiert.
00:11:19: Und der war dann der Insolvenzverwalter dieses Nähmaschinenwerks – also dieses riesigen Gebäudekomplexes, der wie ein Symbol ja auch über dieser Stadt sozusagen wacht.
00:11:30: Also man muss sich vorstellen, dieses Nährmaschienwerk früher von Singer gebaut.
00:11:36: Dann
00:11:36: ist der modernsten seiner Zeit auch?
00:11:38: Genau, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts und dann später eine DDR als Veritas-Werk weiter genutzt und immer mit diesem Urenturm, dieser große Urentur
00:11:51: kann man nicht übersehen.
00:11:53: Das war
00:11:53: der größte Urentum in der Welt.
00:11:56: Der Welt weiß ich jetzt nicht, aber solche Superlative hat man da gerne benutzt.
00:12:00: Ja, auf jeden
00:12:00: Fall!
00:12:00: Auf der Größe aus Ziegelstein gebaut oder
00:12:03: wie?
00:12:03: Es gab solche Superlative ja, ich erinnere mich noch aus Kostas.
00:12:05: Das ist schon so lange her... Aber ja also auf jeden fall dieser Insolvenzverwalter war auch ein unglaublich charismatischer Typ.
00:12:12: Interessant sind irgendwie andere Akteure als heute.
00:12:14: Heute würde ich sagen wenn man in ländlichen Raum Kleinstadt geht dann ist es Feuerwehr.
00:12:18: Bürgermeisterin So Vereinsvorsitzende ist eigentlich immer relativ ähnlich von Ort zu Ort.
00:12:26: Wer da so die Schlüsselpersonen sind, Insolvenzverwalter ist mir jetzt noch nicht untergekommen.
00:12:34: Genau und dann ging das soweit, du hast noch promoviert, hast sich viel mit... versuche ich gerade Richtung Begriff zu vermelden?
00:12:43: Hast dich viel mit Frauen und Geschlecht beschäftigt und eben auch mit Forschung auf dem Land oder in ländlichen Regionen.
00:12:52: Und bis jetzt Professorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin, für André hat den Titel Sozialpolitik...
00:13:00: Professor für Sozialpolitik und Geschlechterforschung in intersektionaler Perspektive.
00:13:06: Ziemlich coole Professoren!
00:13:07: Wir müssen auch
00:13:09: einmal eine Folge machen zu der Tendenz, dass man Professuren immer längere Namen gibt.
00:13:15: Ich bin ja an Berliner Institut für Empirische, Integrations- und Migrationsforschung.
00:13:20: Da nennt man immer schon ... Der Vortrag ist da noch mal fast vorbei, wenn man einfach nur den Titel des Einzelstituts genannt hat.
00:13:27: Genau!
00:13:27: Aber vielleicht bleiben wir nochmal kurz dabei?
00:13:30: Also ich finde es cool, aber was ist vielleicht noch einmal so runtergebrochen für die das nicht schon zehnmal gehört haben... Was ist denn intersektionale Perspektive auf Sozialpolitik und Geschlechterforschungen?
00:13:42: Genau, also es bedeutet im Grunde dass wir wenn wir uns soziale Ungleichheiten anschauen das wir sozusagen immer mit berücksichtigen.
00:13:54: Was für Hintergründe haben eigentlich Menschen, die in bestimmte Lebenslagen geraten?
00:14:01: In der Sozialpolitik geht es ja viel darum, soziale Ungleichheiten auszugleichen.
00:14:07: Also zum Beispiel Gleichstellungspolitik ist eine Form der Sozialpolitik weil wir sagen okay es gibt sozusagen strukturelle Faktoren die dazu führen dass Menschen bestimmte Chancen haben oder eben die Chancen ihnen verwährt bleiben, dann ein anderes Merkmal ist klasse.
00:14:27: Was habe ich eigentlich für Möglichkeiten?
00:14:28: Es gibt ja diese Studien sozusagen zu dem Bildungsintergrund der Eltern, wo ganz klar ist dass wenn die Eltern eben einen akademischen Abschluss haben dann ist die Wahrscheinlichkeit bei achtzig Prozent das die Kinder auch aufs Gymnasium gehen.
00:14:43: Auch selber dann Abitur machen können und umgekehrt.
00:14:45: also wenn Eltern keinen bildungskanhörenbildungsabschluss haben Dann ist die wahrscheinlichkeit eher bei achtzig prozent das Kind eben keinen höheren Bildungsabschluss selber macht und diese Art der Ungleichheiten sozusagen zu analysieren, zu berücksichtigen.
00:15:02: Und sozusagen was bei der Intersektionalität dazu muss man vielleicht nochmal sagen dieser Begriff selber, der kommt aus der feministischen Forschung.
00:15:11: Also erst mal war es sozusagen die Frauenbewegungen, die dazu geführt hat sagen hey Leute also ihr könnt nicht die ganze Zeit von Arbeit sprechen und die Arbeit, die wir zu Hause leisten wird nicht berücksichtigt.
00:15:22: Also warum kommt unsere Art der Arbeit nicht vor?
00:15:25: Wir sehen das ja in den deutschen Sozialversicherungen, also wir sind alle über die Werbsarbeit abgesichert.
00:15:31: aber die Arbeit die wir Zuhause leisten oder wenn wir Kinder erziehen, wenn wir unsere Eltern pflegen... wird sozusagen nicht abgebildet und die wird von diesen Sozialversicherungen eben auch nicht sozusagen angemessen, berücksichtigt oder bewertet.
00:15:43: Und das erstmal einzufordern war ja sozusagen das, was die Frauenbewegung in den Sechzigerjahren gemacht hat.
00:15:50: Und in den Achtzigern kam dann das Bewusstsein dazu.
00:15:54: okay und was ist eigentlich mit Schwarzen Frauen?
00:15:57: Und da hat Kimberly Crenshaw, die hat einen Aufsatz darüber geschrieben dass eben schwarze Frauen in den USA sozusagen in keine Kategorie gepasst haben bei der Rechtsprechung, die haben nämlich darauf geklagt dass sie diskriminiert wurden von dem Arbeitgeber und zwar als schwarze Frauen.
00:16:20: Und es gab sozusagen in der Rechtssprechung diese Kategorie nicht und dann hieß es, naja wir können Sie leider nicht hier vertreten bzw Ihnen kein Recht zukommen lassen weil sie werden ja als Schwarze Frau.
00:16:34: Es
00:16:36: gab entweder Race oder Gender.
00:16:37: Richtig,
00:16:37: entweder race oder gender aber beides?
00:16:39: Nee also das gibt es irgendwie nicht so.
00:16:40: und das heißt... ...und Crenshaw hat dann dieses Bild der Kreuzung des Straßenkreuzungs dafür benutzt und gesagt wenn ich mitten auf der Kreutzung stehe ist die Wahrscheinlichkeit dass ich tatsächlich einen sehr schweren Unfall habe einfach viel höher als wenn ich auf einer Straße sozusagen stehe.
00:17:01: und je mehr sozusagen Achsen der Diskriminierung sich kreuzen, dass du sozusagen gravierender ist eigentlich auch die Form der Diskrimination.
00:17:10: Das ist das Bild was hier benutzt wird und was ich ja jetzt sogar bis in die Denomination von Professuren und gar nicht mal so wenige in Berlin auf durchgeschlagen hat, was ganz meiner Meinung nach auch toll ist.
00:17:25: Was aber auch dazu führt... dass die Analyse von Ungleichheiten natürlich sehr komplex dadurch geworden ist.
00:17:32: Also wenn ich sozusagen Migrationshintergründe oder Rassifizierung, sondern mehrere Geschlechter berücksichtige, dann ist es etwas komplexer das Bild vom Gesellschaft.
00:17:45: Wir sind ja auf dem Überlandfestival, man kann auch so sozialräumliche Benachteiligung oder sowas, also jetzt nicht unterschiedlich Raumtypen, die Vor- und Nachteile irgendwie mit sich bringen... Genau.
00:17:56: Lass uns mal einen Kratz machen hier,
00:17:58: weil wir haben
00:17:59: diesen
00:17:59: Podcast.
00:17:59: In diesem Podcast haben wir immer die Fendenz, dass wir eigentlich Musik einspielen wollen und dann immer schon mit unseren tollen Gästen quatschen und Musik vergessen.
00:18:08: Und ich danke dir vor, wir hören jetzt einfach die Musik... Also du hast uns drei Songs mitgebracht?
00:18:12: Ja!
00:18:13: Den
00:18:13: ersten?
00:18:13: Auch gab es immer drei bis fünf Songs.
00:18:15: Das Ding hat sich für drei entschieden.
00:18:17: Der erste den kennt ihr alle das ist von so einer Band aus Berlin ein Eh an ihren Anfangsbuchstaben machen wollten, weil es damals noch keine Band mit Ergab und deswegen haben sich die Ärzte genannt.
00:18:30: Und wir hören uns mal den Song an!
00:19:43: Und seine Eltern hatten niemals für dich Zeit Achschloch!
00:19:51: Ich würde sagen, wir fäden hier aus.
00:19:53: Es gibt... Schade!
00:19:58: Weil wir nicht so viel Zeit haben.
00:20:00: Du sagst, du musst bald los!
00:20:02: Aber das ist eigentlich ein schönes soziales Experiment in einer Live-Situation sich dann gemeinsam stillschweigend so'n Lied anzuheben.
00:20:10: Wer wollte tanzen?
00:20:13: Das melden funktioniert nicht... wer wollte tanze?
00:20:19: Ja, und dann kommt immer die optikatorische Frage.
00:20:22: Warum dieser Song?
00:20:23: Was beschreibt ihr zu deiner Forschung oder zu dir?
00:20:27: Tatsächlich ist es ganz witzig, dass ich als Allererstes, als du gefragt habt, sofort wusste, dieses Lied muss ich nehmen!
00:20:33: Ich muss dieses Lieder einfach nehmen weil das hat erstmal was mit mir als Person zu tun.
00:20:39: Weil das hat mich politisiert.
00:20:41: Ich wurde so krasseste Ärzte-Faninnen damals in meinem kleinen Dorf am Niederkreihen.
00:20:52: Musstest du dich entscheiden, die toten Rosenhalle oder war das?
00:20:54: Ich fand
00:20:55: beide toll und ich weiß dass sozusagen die Ärzter... Musikalisch kann man ihn vorwerfen.
00:21:01: Es ist schon alles sehr simpel und so weiter, ne?
00:21:03: Und es gab ja auch immer den Vorwurf das ist ja nicht wirklich Punkrock weil Das ist ja irgendwie so Mainstreamig.
00:21:08: Also
00:21:09: ich würde eher sagen musikalisch sind die toten Hosen sehr
00:21:11: viel.
00:21:11: Ja, ich würd' grad sagen vielleicht sind die Ärzte schon
00:21:15: durch aufs Ding.
00:21:16: Ja!
00:21:16: Die können durchaus sich...
00:21:19: Also auf jeden Fall war ich unfassbarer Ärzter-Fan und sozusagen deshalb dieses Lied hat mich eigentlich sehr geprägt auch in der Art und Weise eben ja politisch zu sein.
00:21:32: Und ich finde, dass dieses Lied heute noch mal wichtiger geworden ist.
00:21:37: schon wieder weil auch wenn die Springerstiefel sich vielleicht ausgetauscht haben also heute stehen Nazis nicht mehr in Springer Stiefeln da aber sozusagen dieser Drang nach Härte das Punkt von Eva von Rega vorhin gestern Abend darüber geredet diese Drang Nach Härte Das hat sich leider eher verschärft und verstärkt.
00:21:59: Und wenn ich, also als ich das Lied dann nochmal gehört habe, dachte ich es ist auch so toll wie die Ärzte mit diesem Arschloch.
00:22:06: Also sozusagen man kann sagen, dass es Röger.
00:22:10: Aber wie sie sozusagen auch diese Stumpfheit der Nazis da so aufgreifen und das so ja so auf eine nette Art und Weise zurückgeben damit.
00:22:22: So zurückspielen.
00:22:23: Das finde ich einfach... Richtig gut.
00:22:26: Und deshalb finde ich dieses Lied eben nicht plump oder platt, sondern finde einfach das ist sozusagen ja eine Persiflascht auf.
00:22:36: das ist was diese Springerstiefel Nazis wollen.
00:22:41: Aber warum hat dich das in deinem kleinen Dorf am Niederrhein abgeholt?
00:22:47: Also in irgendwo, weiß ich nicht... In Westenbrücknetz.
00:22:50: In Ostdeutschland wo man tatsächlich Kontakt mit so springerst wie viel Nazis hatte?
00:22:55: Es ist mein Klischee über deinen... Ich hab keine Ahnung wo dein Dorf ist und wie das da ist aber meine mein Klischee wäre jetzt fast gar nicht so viele Berührungspunkte.
00:23:04: ist Neo-Faschismus da überhaupt ein Thema gewesen.
00:23:09: Ja also doch es ist schon... also da wo ich herkomme in diesem Dorf Wie soll ich sagen?
00:23:17: Also es gibt einen sehr starken Alltagsrassismus einfach und ich glaube, der ist in Westdeutschland auf jeden Fall auch sehr stark verbreitet.
00:23:28: Ja also da gibts vielleicht nicht diese Springerstiefe Nazis aber also dieser Haltung so etwas ja dem Fremden gegenüber die Haltung sozusagen anderses Denkenden gegenüber teilweise verächtlich gewesen.
00:23:45: Also wenn ich daran zurückdenke, mein Vater war Sozialdemokrat so einer der wenigen sozusagen in diesem super CDU regierten Ort also sehr konservativ im Grunde und auf sehr traditionsbewusst diese ländliche Region dort.
00:24:09: und ja also ich habe das so empfunden, dass man da sozusagen auf anders denkende mit einer gewissen Verachtung schaut.
00:24:20: Und das hat mich eigentlich mit den Ärzten verbunden auch in diesem Lied, dass ich das ja in meiner jünglichen Rebellion gegen die Art der Gesellschaft erlebt habe, ja das hat mich abgeholt.
00:24:39: Es ist auch eine komische Erzählung ne?
00:24:40: Also dieser Stereotyp existiert da in unserem kleinen Ort in Westdeutschland seitdem es nicht so ein Problem gewesen war.
00:24:44: also wenn ich jetzt an die Niederrhein denke dann denke ich an Duisburg, ich glaube vierundachtzig gab's den Brandanschlag in Duisbruck auf einem von türkaischtemmigen Personen wohntes Haus.
00:24:52: mehrere Leute sind gestorben.
00:24:54: Ich bin großer großer Dorbund-Fan.
00:24:55: Die hudigen Zähne von Borussia Dortmund ist berühmt berüchtigt SS Segi der im Stadtparlament irgendwann saß und aus dieser hudigend Szene war Und der vielleicht auch als Person so ein Inbegriff für der schreiener Liebe ist, wenn man ihn sich sozusagen angeguckt hat und seine Späten ja sehr kranke, einsamer alter Mann dann war.
00:25:15: Oder eben auch die bösen Onkels, die ja in dem ersten Song besungen werden, die aus dieser holigen Szene in Frankfurt am Main entstanden ist... Also dass diese Erzählung des Seien Westdeutschland nicht so ein Thema gewesen eine sehr interessante Erzählung ist, weil man irgendwie immer in diesem Konklimmerat von Rechtsextremismus den Osten die Hülle, in denen das alles stattfindet, rausgefunden hat.
00:25:36: Und wie ich manchmal das Gefühl habe auch in den sozialwissenschaftlichen Analysen dieser Unsichtbarkeit des Alltagsrassismus und des Rechtsrassismus im Westdeutschland ein Teil des Problems der Analyse ist, dass man das irgendwie immer so ein bisschen woanders verortet... Also es gibt natürlich die Forschung von Heidmeier und so, die das natürlich für die ganze Bundesrepublik beforst haben.
00:26:01: aber Es gibt schon sehr, sehr viele sozialwissenschaftliche Studien und vor allen Dingen Medienanalysen über den Rechtsextremismus im Osten.
00:26:08: Und das ist ja jetzt auch nicht ganz zu überraschend, dass die Ärzte in der Zeit dreieinundzig dann diesen Song machen eben nach Lichtenhagen, nach Räuerswerda.
00:26:16: Aber warum haben sie diesen Song eben nicht gemacht?
00:26:18: Nach Duisburg zum Beispiel wo sie immer auch schon als Band existierten.
00:26:22: Ja und ich meine natürlich es ist nochmal was anderes ob Du eben in diesen Kommunen funktioniert bis heute die Demokratie, also wir haben sozusagen dort diese Tradition des sozusagen... der Verwaltung, der demokratischen Verwaltungen die in der DDR eben so nicht existierte und insofern ist natürlich die Wucht mit der Rechtsextremismus da auf die Jugend getroffen ist noch mal was anderes.
00:26:51: Insofern steckt ja ein bisschen Wahrheit drin in jedem Klischee und deshalb ist es natürlich auch so gewesen dass im ostdeutschen ländlichen Räumen hier ein ganz anderer Boden dafür da war, für sozusagen diese rechtsradikale Propaganda.
00:27:08: Und das war in der Form eben bei uns nicht im ländlichen Raum in Westdeutschland.
00:27:18: Da wurde sehr viel durch kirchliche Strukturen aufgefangen und ich glaube dass diese kirchlichen Strukture auch ganz viel bewirkt haben also sich diese Menschenfreundlichkeit da nicht so durchgesetzt hat dann auch.
00:27:31: Also ich würde jetzt auch nicht davon sprechen, dass die Menschen dort rechtsradikal sind sondern es gibt einfach dieses Unbehagen mit den Fremden.
00:27:43: Ich muss aber nochmal ein anderes Thema anschneiden noch mal stenkern und das von der anderen Seite betrachten gerade weil du dich ja auch mit Klassismus unterbeschäftigst.
00:27:51: ist das nicht ganz schlimmer Gymnasiastinnenrock?
00:27:55: da sich über irgendwelche ungebildeten Brügelnazis aufzuregen, die nicht wissen was Attitüde heißt und wofahre in Urlaub immer gesagt hat das musst du selber erst mal nachschlagen.
00:28:11: Und so herabzugucken auf so vermeintlich dumme ungebundete Leute, die nichts anderes wissen als Nazis zu werden ist das Eigentlich klassisch?
00:28:26: Also naja, ich meine das könntest du ja heute genauso sagen oder fragen.
00:28:33: Ob das klassistisch ist wenn wir uns auf Menschen die die AfD wählen so zu sagen, wenn wir sagen hey wie kommt er dazu die AfD zu wählen?
00:28:45: und das ist dumm diese Dummheit sozusagen.
00:28:49: dagegen würde ich mich eigentlich verwehren und ich würde eher sozusagen versuchen, wenn ich das jetzt so ins heute drehe, ein bisschen zu diesen Engagierten zukommen.
00:28:59: Also ich habe das Lied auch ausgewählt weil Ich mache mit Engagierte in Mecklenburg-Vorpommern
00:29:07: oder...
00:29:08: Ich habe ein Projekt dort begleitet, was sich ganz klar auch diese Haltung auf die Fahnen geschrieben hat und mit dieser Haltung – und das würde ich jetzt nicht als Gymnasiastinnenhaltung bezeichnen – sondern eben eine demokratieunterstützende Haltung.
00:29:25: Und mit dieser demokratie unterstützenden Haltung sozusagen durch Mecklenburg-Vorpommern zu fahren also diese Gruppe, die ich da begleitete haben, die haben einen Eisbus sozusagen selber ausgebaut.
00:29:40: Speiseeis?
00:29:41: Genau, Speise-Eis!
00:29:42: Wir sind ja hier im Kühlhaus, ein Softicebus.
00:29:47: Softice Bus Gabi sind jetzt auch heute um fünf Uhr und machen wir ... einen kleinen Slot, auch mit SoftEyesBusGabies.
00:29:55: Gibt's Eis
00:29:55: heute noch?
00:29:55: Es gibt noch Eis und die Idee war sozusagen in den Dörfern, in denen es eben keine Orte der Begegnung gibt, in dem es im Grunde auch keine Möglichkeiten des Austauschs gibt für Jugendliche, dass man dahin fährt dieses Eisverteid und ein Anlass zum Gesprächen, anlass zum Zusammenkommen hat.
00:30:18: Ich fand total interessant die Beobachtung von einer der Akteurinnen, die gesagt hat ja und dann kamen diese Jugendlichen.
00:30:25: Und die waren völlig fassungslos dass da ein Eis gegen Spende verteilt wird, gegen Spenden!
00:30:31: Das kannten sie nicht, haben sie noch nie erlebt.
00:30:33: weil sozusagen das Bild mit dem ihr aufwachsen ist Du musst für alles bezahlen und dieses sozusagen großzügige, ja vielleicht auch die Idee eines Kollektivs.
00:30:46: Dass sich irgendwie die Kosten so aufteilt, dass der, der viel hat, ein bisschen mehr gibt
00:30:50: usw.,
00:30:50: das sie das überhaupt nicht kannten!
00:30:52: Und das fand ich total interessant.
00:30:54: also... von Engagierten erst kommen muss, damit diese Jugendlichen diese Erfahrung machen können.
00:31:03: Und wenn sie in der Stadt leben würden, dann würden Sie das vielleicht schon hier und da von einer Küfer oder so kennen?
00:31:08: Dass man irgendwo hingehen kann und auch
00:31:10: nicht mehr zu halten.
00:31:11: Aber ich finde es unterscheidet sich schon von so einer eher großstädtisch geprägten Antiverhaltung wie ins Schrei nach Liebe die von außen kommend über irgendwelche Leute oder eher so rein.
00:31:26: Also ich denke mal so auch an jetzt junge Bands, die anders sprechen wie zum Beispiel nicht Hinterlandgängen oder zugezogen Maskulin, die sagen naja wir kommen aus Mecklenburg-Vorpommern in dem Fall und wir hätten auch Nazis werden können da hat nicht viel gefehlt.
00:31:43: Also, da hätten so ein paar Dinge nicht passieren müssen und dann wären wir falsch abgebogen.
00:31:47: Und dann werden wir jetzt ganz anders.
00:31:52: Das adressiert ja dieser Eisbus total grandios.
00:31:55: Man eröffnet die Chance eine Erfahrung machen zu können.
00:32:00: Man gibt einen kleinen Blick frei – guck mal das kannst du auch machen!
00:32:03: Wer weiß, es gibt bestimmt Gespräche nebenbei.
00:32:05: Da kommen Leute zusammen... Mit aus anderen Orten irgendwie zusammen, dieses mit dem Bus durch die Gegend fahren.
00:32:12: Ist ja auch eine krasse Selbstwirksamkeitserfahrung, die man macht und das sind so Sachen.
00:32:19: also das finde ich... Das ist ein Schritt also so Next Level von Schreiner Liebe.
00:32:25: nicht dass sich diesen Song nicht großartig und wichtig finden würde aber Das
00:32:30: finde ich spannend.
00:32:31: Ist
00:32:31: das letzte Woche auf dem Kosmos Festival, auf dem Podium auch ein Live-Podcast?
00:32:35: Maua Esche und da saß ein Neonazi Aussteiger mit uns im Podium.
00:32:40: Und der sagte eben Eisenach damals... Die Chance wäre genauso da gewesen, dass er ein Linker geworden ist.
00:32:46: Aber die Neo-Nazis haben einfach das gute Angebot gemacht.
00:32:49: Der Vater hat eben sowieso so völkische Ideologien zu verstehen gegeben und die Neo Nazis haben halt gute Jugendklubs gehabt und haben irgendwie ein interessantes Angebot gemacht.
00:32:58: Und dann ist er halt zu denen gegangen.
00:32:59: Das ist in beide Richtungen.
00:33:01: Also auch die Nazis sagen... Also das ist jetzt ein Outsteiger der sagt, wenn die Linken mir ein gutes Angebot machen hätten, dann wäre ich vielleicht als vierzehnjährige dahin gegangen.
00:33:10: Dann wäre es dann eben zu den Nazis gegangen hat dann die autonomen Nationalsozialisten, ich glaube es sind Landen, die sich aufgebaut und ideologisch besser einundzwanzig waren.
00:33:20: Das ist dann raus!
00:33:24: Das zeigt ja auch gerade, wie wichtig das ist.
00:33:27: Dass wir staatliche Strukturen haben die die Jugendarbeit da einfach ausbaut oder dass es überhaupt eine funktionierende Jugendsozialarbeit gibt.
00:33:38: Also das sind alles Hinweise genau darauf und genau das
00:33:42: fehlt eben... Und ich finde halt da ist der Song gar nicht zu unterschätzen.
00:33:45: also zumindest in meiner Biografie weil mir geht's vielleicht so ähnlich wie dir da für mich war das so.
00:33:50: Ich bin dann aus Berlin aufgewachsen der ländliche Raum jetzt nicht sozusagen das regende.
00:33:56: Aber für mich war es extrem wichtig, dass da eine Bandweite, wie gesagt, hat Arsch noch.
00:34:01: Also ich glaube, für meine Biografie kann ich das gar nicht unterschätzen, dass das so eine klare Kante war.
00:34:05: Dann gab ja dann auch ein paar andere Bands noch zu der Zeit die das einfach formuliert haben, das klar war nie da nicht.
00:34:11: Ja genau also ich fand das... Genau!
00:34:15: Ich mein natürlich, das trifft auf Ich hatte vorhin gesagt, jungliche Rebellionen.
00:34:21: Das trifft es natürlich auch dieses Haarschlochssagen und sich sozusagen gegen irgendwelche gesellschaftlichen...
00:34:31: Weil wenn man ehrlich ist mit elf Jahren damals hat man ja Arschloch gesungen oder die Nazis dann Arschlöcher fand aber also der rassistischen, dieser altersrassistische Paradigmen, bei dem man umgeben war, die hat meiner lange nicht hinterfragt.
00:34:44: Ja oder ich habe noch sehr lange rassistsische und antisemitische Gedankengänge gehabt.
00:34:51: Das kann ich jetzt im Nachhinein reflektieren, aber es war wenigstens klar die Nazis das sind die Arschlöcher so.
00:34:56: also dann war sozusagen der Weg da um als Erwachsenen vielleicht immer wachsenden werden denn auch.
00:35:00: Also ich kann mich an krass rassistisch und alle muslimische Interaktionen im ländlichen Raum in Brandenburg erinnern, an denen ich beteiligt.
00:35:07: auch war verbal So Und trotzdem haben wir alle die erste gehört und Arschloch gesungen Und
00:35:13: es ist ein Identifikationsangebot.
00:35:15: Es gab dann für gewisse Leute eben die Wahl Ärzte oder Onkels, aber es war
00:35:20: auch cool.
00:35:21: Ich kannte Leute, die haben die Ärzten und
00:35:23: die Onkel.
00:35:25: Beide gehört uns an den Geschichtslehrer gefunden.
00:35:30: Okay, wollen wir zum nächsten Song kommen?
00:35:34: Wir hören jetzt Stranger von Anna von
00:35:36: Hauswolf.
00:36:56: Wer wollte jetzt
00:36:56: tanzen?
00:36:59: Manche haben sich auch Decken mitgebracht,
00:37:03: Kuschelatmosphäre.
00:37:07: Ich liebe dieses Lied wirklich und ich kenne das erst seit einem Jahr oder ein bisschen länger.
00:37:11: aber... Nämlich sei, dass diesen Film gibt in die Sonne schauen.
00:37:17: Ich weiß nicht wer von euch sehen kennt aber der ist einfach so unfassbar großartig.
00:37:24: dieser Film und genau den habe ich letztes Jahr gesehen Und das Lied ist mir überhaupt nicht aus dem Kopf gegangen und seitdem hab ich das in meiner Playlist und hört es sehr oft und gerne und deshalb habe ich das mitgebracht.
00:37:38: Also dieser Film spielt in einem Haus, in Sachsen-Anhalt.
00:37:48: In der Altmark?
00:37:49: Genau im ländlichen Raum und er erzählt die Geschichte von diesem Haus im Grunde über die Menschen, die da drin wohnen.
00:37:59: und der Film nimmt die Perspektive eines kleinen Mädchens erstmal ein subtile Art und Weise eigentlich wie Frauengewalt ausgesetzt sind.
00:38:12: Und das ist ein richtig hartes Thema, ich finde der Film ist auch also der Berühr total stark aber er macht es nicht auf eine Art und Weise dass man danach rausgeht und frustriert ist sondern man ist... Also dieses in die Sonne schauen ist tatsächlich etwas was diesen film begleitet trotz allem Also, der gibt Hoffnung trotz allem und dieses Lied finde ich greift diese Ambivalenz total gut auf.
00:38:38: Und sozusagen dann sagst du mir aber, ich soll mich nicht sorgen so, obwohl ich sehe das eigentlich... Ich sehe diese Dunkelheit in diesem Film wird vor allem in dieser kleinen Mädchenperspektive die am Anfang so in der Zeit ist ist so Jahrhundert, wenn es ein bisschen vergleichbar zu der Erzählung in das weiße Band.
00:39:05: Also es zeigt diese protestantische Härte mit der Menschen sozusagen miteinander umgehen und eben diese Sprachlosigkeit, denn das Mädchen erzählt nur ihre Gedanken sozusagen... also wir hören nur Ihre Gedanken, die reden nicht viel!
00:39:22: Also eigentlich reden sie kaum.
00:39:25: Darum geht's auch gar nicht sondern Bildmächtiges sozusagen unbehagen, was sich sozusagen auch diesem Zuschauer da zeigt.
00:39:35: Und wir sehen eben... Okay und die Frau ist tatsächlich Eigentum des Vaters, Eigentums des Ehemannes.
00:39:41: der Vater verkauft die eine große Schwester an einen Bauern und sie sieht eigentlich keinen Ausweg aus hat dass sie sich dann umbringt.
00:39:51: Der Film zeigt das aber einfach in ganz beiläufigen Bildern fast Und das macht diesen Film irgendwie auch erträglich, dass man sehen kann was passiert.
00:40:06: Dass einfach sehr viel bei einem selber eigentlich abläuft.
00:40:09: und bei mir war es so.
00:40:12: ich habe selber eine Familienhistorie mit Großeltern väterlicherseits, die auch sozusagen diese Fluchtgeschichte aus diesen östlichen Regionen erlebt haben.
00:40:28: Und genau weil es... Wir haben wahrscheinlich genauso gelebt.
00:40:32: Also das war wahrscheinlich genau deren Geschichte und diese Sprachlosigkeit der Frauen hat sich sozusagen in den Familien ja ganz krass weitergegeben.
00:40:42: Wenn man dann sowas liest wie Sabine Bode, dieser transgenerationalen Weitergabe von Traumata also dass diese Gewalterfahrung irgendwie sozusagen so in uns noch drin steckt und diese Sprachlosigkeit manchmal erzeugt.
00:40:55: Also ich finde, das Lied, das irgendwie sehr einfach sehr gut aufgreift.
00:41:08: Und was ich auch finde ist es hat sogar ein bisschen etwas von... Na ja, von Country
00:41:16: Musiker
00:41:17: sogar am Ende.
00:41:18: Also es hat so ein paar Country-Einsprengsel und genau das finde ich irgendwie auch noch mal ganz charmant an dem Stück.
00:41:29: Da rückt sich jetzt bei mir einiges zurecht.
00:41:30: also ich kann den Kontext nicht in die Sonne schauen dass er auch am Anfang hier diese Wahnsinnszeile... Wo war das?
00:41:40: Irgendwie folgt der Sonne und geht dem Schatten, I'm falling in a shadow while i am reaching for the sun.
00:41:49: Ich fand das halt musikalisch erst mal total beeindruckend aber auch sehr düster.
00:41:55: Und dann habe ich einen Text gelesen und dachte okay da ist sehr viel Hoffnungslosigkeit an diesen Strophen und dann kommt dieser Chorus mit.
00:42:02: but then you tell me I shouldn't worry was du sagst so ne?
00:42:06: Okay, also irgendwie was woran man sich klammern kann so ein Strohhalm und das kommt in dem Fall auch im Text von außen.
00:42:20: Also da kommt irgendein Fremder der sich mit mir synchronisiert und mir irgendwie Hoffnung gibt oder irgendwie eine Möglichkeit von Außen einen Weg hier raus.
00:42:31: Das muss ja noch nicht mal eine Person sein.
00:42:35: Ich fantasiere jetzt so ein bisschen vor mir her, aber das passt zu dem was du gesagt hast.
00:42:38: Also diese schwere Leidenserfahrung die ja eigentlich dazu führen würde dass man verzweifelt und in die Depression geht, wird durch irgendwas gebrochen was Hoffnung gibt, woran man sich festhalten kann.
00:42:55: Und auf einmal kann man sich mit irgendeiner Person – man weiß gar nicht warum – synchronisieren.
00:42:59: Wir könnten es soziologisch dann wahrscheinlich erklären wenn wir ein bisschen Kontextinformationen hätten, warum in dieser Situation das Hoffnung geben kann, warum sich einen Weg irgendwo kreuzt oder auch nicht?
00:43:14: Also ich finde, dass wir hier auch so einen Schlüssel haben.
00:43:18: Warum eigentlich sind so viele Frauen engagiert in Ostdeutschland?
00:43:21: Gerade in den ländlichen Räumen.
00:43:22: Wir sehen ja hier gestern auch wieder irgendwie sechs neue Gewinnerinnen.
00:43:26: Es ist bei der Eisbus-Initiative und dem anderen Projekt was wir da begleitet haben, es sind alles
00:43:31: Frauen!
00:43:31: Und wir
00:43:32: haben gesagt, warum sind das eigentlich alles
00:43:33: Frauen?!
00:43:33: Naja... und es wird so deutlich jetzt auch in diesem Lied, wie du es gerade noch mal auf den Punkt gebracht hast, Demokratie und das, was wir erkämpft haben.
00:43:44: Also sozusagen diese Rechte, die wir erkämpft hatten und die Manzipation, die gelungen ist.
00:43:50: Das steht gerade auf dem Spiel.
00:43:52: Und deshalb sind natürlich so viele Frauen auch engagiert, weil sie genau wissen was eigentlich sozusagen ein Rückfall bedeuten würde.
00:43:59: Was wurde ein Rückschritt?
00:44:00: Ein Rückfall sozusagen hinter das was wir gerade als Demokratie und Menschenrecht sozusagen und unser Grundgesetz also die Würde des Menschen ist unantastbar und Mann und Frau sind gleichberechtigt Sozialstaatsgebote.
00:44:15: Also wenn das wegfällt ich glaube Frauen wissen einfach was das
00:44:19: heißt Und es sind so Orte und Feste und Celebrations wie hier halt so wichtig, dass man sich seiner Sache so vergewissert.
00:44:31: Also wenn der Alltag nicht immer gut ist, wenn man viel bedroht ist um an den Ort zu kommen wo man merkt ich bin doch nicht falsch Das ist schon richtig, dass ich hier für eine vielfältige tolerante solidarische Gesellschaft kämpfe.
00:44:45: Und es gibt auch noch andere die machen das so auch wenn's in meinem Alltag sich manchmal nicht so anfühlt und das immer wieder herzustellen.
00:44:53: In meinem Kopf ist dieser Stranger der auf einmal ins Zuck with my heart is
00:44:58: Ich meine was ja auch noch dazu gehört sind ja auch die sprachlosen Männer dann in diesen Regionen auch Die anscheinend da nicht in der Lage sind Also wir dann eben nicht in dieses Engagement kommen, sondern eher sich etwas zurückwünschen und diesen Übertrag nicht hinbekommen.
00:45:18: Es gibt ja gerade hier... Wir gehen mal am fünften neunten auf.
00:45:21: Ich glaube die Landtagswahl, die morgen im Sachsen-Anhalt stattfindet ist noch nie so beachtet war.
00:45:30: Überregionale Medien und siebzig internationale Medien berichten morgen live aus Sachsen-Anhalt.
00:45:35: Das gab es noch nie mehr in der Nacht gefahren.
00:45:39: Und dieser Übertrag zu verstehen, dass dieses... Dass man da sehr viele Männer findet, die ja sagen ich muss die autoritäre Rechtsextreme über Partei wählen weil sie schützt die Frauenrechte.
00:45:57: Das hat sich auch in deren Köpfe irgendwie eingegraben und offensichtlich schaffen die das aber nicht entweder zu sprechen oder wenigstens zuzuhören was ihnen ihre Frauen oder die Frauen aus ihrer Umgebung dazu sagen könnten.
00:46:08: Ich hatte so ein Reel gemacht auf Instagram wo ich vorgeschlagen habe dass jeder Mann im Sachsen-Anhalt mit mindestens drei Frauen spricht und wenn nur eine sagt du darfst dich die AfD wählen dann macht man es nicht Weil man ist ernst mit der Emanzipation.
00:46:21: Aber das glauben die auch selbst oft, also die Männer, die anti-insmanzipatorisch wären, glauben ja sie tun es emanzipatorisch.
00:46:28: Naja es gibt ja auch Frauen, die das tun.
00:46:29: Ja, aber trotzdem kurz und drei wirklich sehr viel weniger.
00:46:33: Das sind wir in allen... Also geschlechtes daher schon eine Erklärungsvariable.
00:46:37: Also um noch ein Bild aus diesem Film aufzukreifen, also da ging es auch darum dass sozusagen nicht nur die Frauen unter dieser Gewalt leiden sondern auch die Männer.
00:46:45: Ein Mann der war sozusagen Opfer von einer häuslichen Gewaltszene weil man wollte ihnen vom Kriegsdienst schützen.
00:46:53: deshalb hat man ihn sozusagen ja ich will das jetzt gar nicht schildern was man mit ihm gemacht hat aber auf jeden Fall er konnte nicht mehr lauter sein ganzes Leben dann schmerzen.
00:47:04: Und dieser Mann war auch im Grunde eine wichtige Figur, sozusagen in diesem Setting oder in diesen Szenen aus dieser Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und was diese Militarisierung der Gesellschaft und diese Härte, diese Gewalttätigkeit, wozu das eben führt.
00:47:27: Also das ist nicht nur für die Frauen, sondern es ist natürlich auch für die Männer stehen.
00:47:31: Das zeigt dieser Film eben auch... Und ja, also das hat mich total bewegt und beschäftigt.
00:47:40: Und trotzdem gibt es Hoffnung?
00:47:42: Ja!
00:47:43: Und hier hast du uns mit deinem dritten Song mitgebracht.
00:47:45: Das ist eine unglaubliche Überleitung.
00:47:49: Die Karriere am Radio bei dir.
00:47:50: Läuft ne?
00:47:52: Genau, also Puffy-Fünfzig mit Hoffnung und den müssen wir von Anfang an hören weil der fängt so witzig an.
00:47:58: Ich hab eine Melodie im Kopf.
00:48:00: ich würd sie dir jetzt mal kurz vorpfeifen dann kannst du mir mal sagen wie du die findest.
00:48:03: okay So witzig, ja.
00:49:48: Ich hab auch dieses Jahr Karten für ein Konzert geschenkt bekommen, freu mich total!
00:49:54: Und ja, ihr merkt schon ich habe so einen Hang.
00:49:55: Ich mag gerne so sphärische Musik und ein bisschen hymnisch sogar.
00:49:59: Also ich mag das total.
00:50:01: Mein Mann muss sich das immer mit anhören.
00:50:03: So der findet es eigentlich.
00:50:04: Das steht auf Punk!
00:50:07: Aber ja also... Ihr
00:50:08: habt hier im Podcast einen, der beiden Podcast-Hos, der eine große Liebe für Powerballaden hat?
00:50:13: Ja, das bin ich.
00:50:14: Das müsste ich mir auch immer anhören!
00:50:18: Ich meine da ist jetzt keine Powerballade aber ich mag auch dieses.
00:50:21: Ich mag pathetische Musik.
00:50:22: Ja, ich mag pfiffi-fuffzig weil also erstmal finde ich es total niedlich wie sie sozusagen immer so dieses Englisch so einbaut und so einsprengselt in ihre Ganzen eigentlich in alle ihre Songs.
00:50:35: Und und ich mag auch sozusagen so ein bisschen so dieses achtziger Jahre Rückgriff, ne?
00:50:39: Weil's ist klingt schon so ein bißchen eighties was ihr macht.
00:50:44: und ja das ist aber nicht Das finde ich einfach richtig gut.
00:50:49: Und das Lied sollte eben nach Stranger dann dieses Hoffnung...
00:50:58: Was macht dir denn
00:51:01: Hoffnung?
00:51:01: Ja, tatsächlich arbeite ich an der katholischen Hochschule und Also ich würde schon auch sagen, dass das eine Hoffnung in mir habe die auch vom Glauben geleitet wird.
00:51:16: Also bei aller Konservativität und Traditionsbewusstheit was ich da erzählt habe aus dem Ort wo ich herkomme also es ist ein katholischer Weihfaltsort und ich bin unendlich dankbar dass sich sozusagen diesen Glaubem und sozusagen diese Auseinandersetzung mit dem Glaubenglaube immer schon zu meinem Leben gehört hat.
00:51:33: Ich hab sogar mal ein Semesterteologie studiert.
00:51:37: Also diese Hoffnung, die im Grunde von diesem Evangelium ausgeht und von diesem super coolen revolutionären Typ der dieser Jesus war.
00:51:49: Die finde ich schon... Dass sie sich trägt über zweitausend Jahre lang!
00:51:53: Ich find es schon beeindruckend Und das gibt mir auf jeden Fall Wirklich auch Hoffnung.
00:52:00: Und wenn ich mit meinen Studis über die Demokratie rede und sozusagen diese liberale Demokratie, die gerade so massiv bedroht ist und wir auch wissen, naja es ist eben als Staatsform – wir haben die Demokraties als eine bedrohte Staatsform eben weil sie fragil ist schon sozusagen das ist ihr Wesen ja?
00:52:21: Weil sie ist keine radikale Herrschaft dass das gibt mir aber trotzdem eben sozusagen Hoffnung, dass da lauter junge Menschen sitzen die wollen alle diese Demokratie.
00:52:39: Also zur Hoffnung muss eigentlich auch Wehrhaftigkeiten zukommen.
00:52:42: also wir haben auch eine Folge gemacht ich glaube die siebenundfünfzigste keine Angst da haben wir den Danger Dance Song uns genommen und haben dann jetzt weiß ich nicht ob Carl oder Crot Löwenstein ausgibt es auf jeden Fall diesen Text von uns als siebunddreißig wo Löwestein Karl oder ich glaube Karl Löwenstein beschreibt, dass Demokratie auch wehrhaft sein muss.
00:53:01: Also wir dürfen uns auf die Hoffnung nicht verlassen und müssen eben auch die Wehrhaftigkeit damit reinbringen.
00:53:06: Ja genau es gibt ja diesen Streit um Löwensteins Ausdruck auch sozusagen diese Wehrhaftigkeit.
00:53:12: also weil die andere Art Demokratie zu betrachten ist eben, naja die Demokratie muss es schaffen sich aus sich selbst herauszuerneuern und ihre Werte aussicht selbst herauszu kreieren auch.
00:53:26: Also so dieses Sich selbst immer neu erschaffen gehört eben auch dazu.
00:53:31: Und genau also ich glaube es gab diesen Streit zwischen Kelsen und Löwenstein.
00:53:36: aber wir sind im Grunde heute wieder genau an diesem Punkt.
00:53:40: Geschichte wiederholt sich.
00:53:45: Ja, ob wir als wehrhaft bezeichnen würden eine Partei verbieten zu wollen oder wirklich so ein Parteienverbot anzustreben gegen eine Partie die eben dieser Verfassung schaden möchte.
00:53:57: Unserem Grundgesetzschaden möchte?
00:53:59: Oder nicht.
00:54:00: und ich weiß nicht genau ob das zu meinem Hoffnungsbegriff jetzt dazu gehört hier einen Urteil zu fällen weil ich finde es unfassbar schwer.
00:54:08: Ich find's unfassbaar
00:54:11: schwer.
00:54:11: Die andere Seite sozusagen zu dieser Frage ist Das führt uns wieder zu diesem Festival, dass natürlich Demokratie ja eben nicht nur von ihren Institutionen lebt.
00:54:24: Also sozusagen den formalen Institution und sondern auch von der Zivilgesellschaft die sie im Alltag trägt oder dass sie jetzt die ganze Zeit staatliche Förderung braucht oder in Gremien abgestimmt werden muss, sondern einfach tut.
00:54:37: Und das ist ja so ein bisschen auch die Idee von diesem Neulandgewinner in einem Programm zu sagen es braucht dann manchmal nur wenige um die Hoffnung und im Zweifel.
00:54:47: Und das
00:54:48: wäre ja auch von Jahr zu Jahr mehr, also dieses Festival wächst ja kontinuierlich und das Engagement geht ja trotzdem... Also es wird ja eher auch in Zeiten regressiver Politik und zunehmender Bedrohung passiert auf der anderen Seite nicht nichts sondern...
00:55:05: Genau, das Engagement wächst tatsächlich!
00:55:07: Gerade in Sachsen-Anhalt gerade im Wecklenburg-Vorpommern ist unfassbar aktive Zivilgesellschaften.
00:55:13: Und genau, ich finde auch dass das Festival jedes Jahr eigentlich einem noch mehr inspiriert sozusagen und einem nochmehr zeigt auch wie aktiv die Zivilgesellschaft in Ostdeutschland ist.
00:55:25: Das ist toll!
00:55:26: Unsere letzte Folge hatten wir aufgenommen mit Karin Wiebrich von der Initiative Zusammenbewegen in Mecklenburg-Vorpommern.
00:55:33: So eine zivilgestschaftliches Bündnis bist du mit dem Gabi Bus.
00:55:35: Es hofft, als ob es Gabis natürlich auch
00:55:36: nicht bei hat.
00:55:38: Und Karin ist ein ganz beeindruckender die da eben ganz vielen so Kampagnen arbeitet, gerade Macht und eben bewussten anderen Ton setzen will.
00:55:49: Also halt einer selbstbewussten Zivilgesellschaft mit eigenen Botschaften, die jetzt nicht eine Anti-AFD oder Anti-Nazi-Kampagne irgendwie macht.
00:56:01: Das ist irgendwie klar.
00:56:02: das schwingt damit dass es halt irgendwie unvereinbar ist aber sich vernetzt, sich trifft.
00:56:11: Sich gegenseitig Mut zuspricht aber auch nach außen kommuniziert.
00:56:13: wir sind hier in jedem Dorf gibt es irgendwie einen guten Verein oder zwei drei Leute die was machen und man kann hier etwas machen.
00:56:24: das war eine sehr schön hoffnungsvolle
00:56:27: Folge wo ja eben tatsächlich genau ein Ehepaar in dem Dorf sitzt, aber die machen den im großes Festival.
00:56:33: Naja und das finde ich so toll sozusagen dass wir sehen es kommt wirklich auf jede und jeden anderen.
00:56:39: Jeder einzelne macht den Unterschied.
00:56:43: Das sieht man hier einfach
00:56:44: total.
00:56:45: Und dafür brauchen wir...das ist eben auch eine demokratischen Gesellschaft wo die einzelnen Unterschiede machen können?
00:56:50: Jetzt versuche ich mal noch dem, weil wir haben ja auch eine Folgen mit Heinz Bude gemacht.
00:56:56: Der ja auch zum Wittenbergeprojekt dazugehört und der hat die ganze Zeit betont dass auch Soziologie hoffnungsvoll bleiben muss also wie er als Fach auch Hoffnung bleiben muss Und eigentlich in dem Fach der Soziologie meines Erachtens hier auch immer so eine gewisse.
00:57:11: Also ich habe ganz lange erzählt, dass sich sozusagen Miesantrop werdet.
00:57:15: dadurch das ich Soziologie studiere wenn man die ganze zeit sieht welche Probleme entstehen, wenn Menschen gesellschaften bilden.
00:57:24: Armut und Diskriminierung gewaltt.
00:57:27: Ich
00:57:27: glaube es
00:57:27: gibt sogar eine soziale Fachzeitschrift die heißt Soziale Probleme.
00:57:32: Und gleichzeitig haben wir aber auch etwas als Soziologinnen... Über Hoffnung zu erzielen, das ist jetzt immer ein Problem.
00:57:38: Na
00:57:38: ja und ich meine du hast natürlich für euch recht.
00:57:39: also als eine kritische Wissenschaft die sozusagen die Probleme der Gesellschaft beschreibt ist sie ja tatsächlich erstmal in ihrer Beschreibung schon recht düster.
00:57:50: und wenn man so sagen auch gerade Frankfurter Schule kritische Theorie.
00:57:54: also wenn man das liest es hat mir den Eindruck wir können ja überhaupt nichts mehr retten.
00:58:01: Wie können wir denn bitte sozusagen jetzt auch angesichts der Weltlage, wie können wir dann als kleines Europäes hier überhaupt noch irgendwas retten?
00:58:11: Das Klima zum Beispiel.
00:58:12: Wir sehen irgendwie, ja, Povey-Fünfzig spricht es auf jeden Fall auch an... Wir sehen diesen Hitze-Sommer und ich finde aber auch das auf diese Situationsbeschreibung immer auch irgendwie kommt.
00:58:26: Wir forschen aber nicht nur über etwas, sondern wir forschen ja auch mit den Menschen und wir forschnen inzwischen auch als SoziologInnen mit Naturen und mit Tieren...
00:58:38: Mit Räumen und Gebäuden?
00:58:39: Ja genau!
00:58:40: Und ich finde das erweitert doch die Perspektive so toll.
00:58:46: Wir hatten glaube ich gestern kurz drüber geredet dass es gibt eine Form der Armutsforschung im ländlichen Räum eben sehr kritisch in
00:58:56: ihrem Blick,
00:58:57: Problem bezogen.
00:58:58: Gutes Wort dafür und sozusagen die können auch nicht erkennen dass es was Gutes ist wenn man einen Ort der Demokratie schafft in einem Dorf.
00:59:08: denn aus diesem Blick wird nur sichtlich sozusagen A die machen dann eine Aufwertung und dann können sich die Leute die dort leben ihre Wohnung nicht mehr leisten, weil sozusagen die Preise steigen oder sowas.
00:59:20: Also es kommt natürlich immer auch drauf an was also will ich diese Hoffnung auch sehen und betonen?
00:59:27: Oder blende ich das einfach aus in meiner Problembeschreibung.
00:59:30: Und ja, ich glaube da gibt es einfach unterschiedliche Ansätze und unterschiedliche soziologische Denkschulen.
00:59:38: Wir zahlen das auch immer wieder.
00:59:39: Das hat mir gestern erzählt... Ich glaube diese beiden Folgen hintereinander, das werde ich nie vergessen und ich stehe da irgendwo dazwischen.
00:59:47: also ich bin also zu logisch nicht so richtig wüsste mich nicht zu entscheiden zwischen dieser hoffnungsvollen Soziologie und dieser sehr kritischen Soziologie, die eher Probleme aufzeigt.
00:59:57: Und wir hatten diese zwei Folgen einmal mit Tina Hautner in so einer sehr marxistischen Richtung argumentiert und sagt naja ich bin dafür zuständig hier strukturelle Probleme aufzuzeigen und zu sagen an welchen Stellengesellschaft systematisch Benachteiligungen produziert nicht dafür da, diese Problem jetzt zu lösen.
01:00:15: oder wenn es irgendwie Lösungen gibt die nur Scheinlösungen sind dann sage ich das auch.
01:00:19: Das ist halt toll dass es in einem Dorf gibt aber es gibt zum nächsten Dorf schon wieder nicht mehr.
01:00:24: das Grundproblem der sozialräumlichen Benachteiligung nicht.
01:00:28: Und ihr Credo war so, wir sind als SoziologInnen nicht für gute Laune zuständig.
01:00:34: und danach kam Andreas Willisch und dem haben wir das unter den Tisch gehalten.
01:00:41: Jemand, der hier aus so maßgeblich in diesem Neuland-Gewinner Cosmos unterwegs ist und auf dem Festival aktiv ist und der sagte uns Wir sind als SOZIOLOG INNEN UNBEDINGT!
01:00:50: auch für gute Laune zuständig.
01:00:54: Sonst können wir einpacken und werden es immer mehr, also je mehr Leute wir haben die uns sagen was nicht funktioniert das dass wir auch darauf hinweisen sollen.
01:01:05: aber wir leben in einer Demokratie wir leben im gewissen Wohlstand.
01:01:08: wir haben Möglichkeiten dann auch das aufzuzeigen wenn etwas.
01:01:15: Also
01:01:16: ich bin ja im Netzwerk vorsorgendes Wirtschaften und erlebe da sehr viele Frauen, die auch unglaublich optimistisch sind.
01:01:27: Obwohl sie seit dreißig vierzig Jahren sozusagen... Mielefelder-Subsistenzansatz und Vorsorge des Wirtschaften hat eine gewisse Tradition dieses Netzwerks.
01:01:39: Und obwohl sie sozusagen auch so viele Rückschläge eigentlich beobachten können, geht diese Hoffnung, die Hoffnungslosigkeit nicht verloren.
01:01:54: Das ist eben sozusagen das steckt in diesen Kooperativen, in diesem Was zusammenmachen und dass man Schwächen und Stärken, dass man das ausgleichen kann wenn man gemeinsam etwas macht.
01:02:04: Und ich glaube das steckt ja ganz stark hier auch in einem Festival drin.
01:02:07: Man macht gemeinsam etwas.
01:02:09: durch dieses gemeinsame Tun entsteht was du alleine nie schaffen könntest und schon das finde ich gibt einem Kraft.
01:02:20: Also wir schließen hoffnungsvoll.
01:02:21: Ich
01:02:22: muss
01:02:23: noch sagen, was mir auch Hoffnung gibt ist halt so ein bisschen historische Soziologie weil der Gründerväter ist ja Emil Döghheim und er hat sich mit der Polarisierung der Gesellschaft mehr oder weniger beschäftigt und hat sich Sorgen um die Polarisierungen gemacht.
01:02:36: also es ist sozusagen... Die ganze Zeit machen wir uns darum Sorgen aber es gibt uns noch als Gesellschaft obwohl schon der erste angefangen und als Fach genau Danke, dass du da warst.
01:02:49: Ich
01:02:51: danke euch!
01:02:53: Es hat Spaß gemacht.
01:02:54: Vielen Dank.
01:03:00: Wenn ihr den Podcast hören wollt seht ihr ja man kann es eben bei Portagey tun und man kann das auch bei Spotify und Apple und überall tun.
01:03:07: Und also wir haben sechszig Folgen.
01:03:09: Es gibt einen
01:03:11: bunten Mix, wir haben nicht nur SoziologInnen Also da haben wir auch so Sternstunden mit Aladin Elmafalani zum Beispiel, den wir dabei hatten.
01:03:18: Wir haben aber
01:03:20: Musikerinnen
01:03:20: dabei Unter anderem Herbert Grönemeyer Kapatult Nicht Ziertel und auch schon mal hier auf dem Festival gespielt.
01:03:29: Ja hört mal rein Das macht uns eine Menge Spaß und ich hoffe euch auch
01:03:35: Viel Spaß.
01:03:35: auf jeden Fall
01:03:47: Sociology Gesellschaft durch Musik verstehen.
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