#61 - "Große Liebe" und River Cola von Nichtseattle
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir ausschließlich über drei Songs des neuen Albums von Nichtseattle mit dem Titel "Große Liebe". Ein Album, dessen Titel schon an eine Emotion erinnert, aber auch ein Album, was unseres Erachtens wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft und interessante Antworten gibt.
Links:
- radioeins soundcheck (u.a. mit Nichtseattle)
- Das Werk von Donna Haraway
- Stream vom "Babylon Berlin"
- rbb Kultur Beitrag zu Literatur über Ostdeutschland
- Matt Stone von "Southpark" über High Schools
Moderation: André Knabe und Daniel Kubiak
Transkript anzeigen
00:00:00: Für mich ist auch dieses Bild von der Riva Cola, das ist meine neunzig Jahre Kindheit.
00:00:04: Das ist Aldi, ähm ... Ich hab jahrelang keine Coca-Cola getrunken sondern Riva-Cola.
00:00:12: Ich wusste noch, der Fürsich IST von Aldi war aber der stand direkt neben der
00:00:16: Rivacola.
00:00:23: Stoffel sechs!
00:00:29: Emotionen.
00:00:34: Herzlich willkommen bei Music Sociology Folge einundsechzig, wenn mich nicht alles täuscht.
00:00:41: Music Sociologie das ist der Podcast in dem wir anhand von Musik über sozialwissenschaftliche Themen sprechen.
00:00:48: Wir da sind einmal ich Daniel Kubiak und mein Nordküsten Co-Host André Andre Knabe.
00:00:57: Hallo André!
00:00:59: Hallo Daniel
00:01:00: Und wir machen diesmal so eine Folge aus der Reihe, aber dann irgendwie doch nicht.
00:01:07: Wir... Also man kann ja das ganz transparent machen.
00:01:10: wir sind nicht so richtig mit unserem Gast über einen Termin eingekommen wollten Aber trotzdem eine Folge am zehnten Zehnten rausbringen weil wir immer im Zehnten eines Monats rauskommen.
00:01:18: also haben wir gedacht Dann machen wir eine Folge über ein Album was uns gerade bewegt.
00:01:24: André, worüber reden die heute?
00:01:25: Ja!
00:01:26: Wir reden heute über River Cola.
00:01:29: Ich habe mir keine River Cola mitgebracht Aber ein Dosenbier.
00:01:34: und um Dosenbeer geht
00:01:36: es in einem Album auch.
00:01:41: Und auf dem Album, deshalb komme ich darauf, ist eine River Cola abgebildet von Nichtsjettel selbst gezeichnet in ihrer Hand quasi... Also so ne Buntstiftzeichnung oder sowas?
00:01:55: Von einer River Cola-Dose die sie in der Hand hält Und das Album heißt natürlich große Liebe, genau.
00:02:01: Große
00:02:02: Liebe, große Emotionen, Music Sociology Staffel zu Emotionen.
00:02:07: was liegt da näher als mal eine Ausnahme zu machen und ein einziges Album nur zu besprechen.
00:02:14: Ich habe mir etwas für einen Einstieg überlegt.
00:02:18: ich habe mir eine Reihe von fiesen Fragen ausgedacht die ich dir jetzt stelle.
00:02:24: ja vielleicht bringe ich dich in Verlegenheit Mal sehen Und du musst mir einfach kurze Antworten darauf geben.
00:02:31: Mal gucken, ob das klappt.
00:02:32: Also kurz oder nur ja oder nein?
00:02:35: Nee, kurz zu einem.
00:02:36: Kann auch ein Satz sein aber nicht ausufernd.
00:02:39: Woran erinnerst Du Dich aus unserer Folge mit Nichtsierthel?
00:02:44: Die war ja schon mal hier
00:02:46: Dass sie... dass wir bei dem einen Lied, ich weiß nicht welches Lied aber wir hatten darüber diskutiert ob das für Sie ein Ostlied ist und dann sagte sie, das ist für mich ganz klar ein Ostberlin-Lied.
00:02:57: Ha, welches Beluga?
00:02:59: Beluga, genau.
00:03:01: Ah ja!
00:03:02: Was war dein liebster Nichtsjettel-Konzertmoment?
00:03:08: Ich war ja dreimal auf Konzerten von Nichtsjeteln und das erste Mal war mit dir zusammen auf dem Überlandfestival.
00:03:17: Und es war einfach total großartig.
00:03:19: aber der liebste Moment kam eigentlich danach weil ich dachte die ganze Zeit... ich glaube sie hab's auch schon mal erzählt... ...ich dachte die ganzen Zeit irgendwas erreicht mich da Und dann habe ich recherchiert, wer sie ist und was sie macht.
00:03:28: Dann habe ich Berlin Karlshorst gelesen und dachte Aha!
00:03:33: Ja das ging mir ganz ähnlich.
00:03:36: als ich Karls Horst geliesen habe also wo sie herkommt wurde mir auch einiges klar.
00:03:41: warum da so viel resoniert in uns?
00:03:45: Was sagst du deinen Eltern wenn die dich fragen nicht ziertelt?
00:03:49: Warum macht ihr darüber eine Folge?
00:03:50: Wer soll das sein?
00:03:53: Das würde mich meine Eltern nie fragen, weil sie glaube ich diesen Podcast nicht wirklich hören.
00:03:56: Also ich glaube Sie haben nur die Folge mit Herbert Grünenmeier bisher gehört.
00:04:00: aber was sage ich ihnen wenn sie mich fragen würden?
00:04:04: Ja ich würde Ihnen sagen dass das wirklich ein Album ist was mich in letzter Zeit im krassesten emotional erreicht hat.
00:04:14: tatsächlich also ich habe da können wir ja noch drüber aber beim letzten Song dann wirklich einfach auch ...geweint.
00:04:21: Dann wäre jetzt meine nächste Frage, was du deinen Piers sagen würdest?
00:04:26: Also
00:04:28: ich sage eigentlich... Ich versuche gerade im Brandstark dass meine Familie sich dieses Album anhört aber das ist nicht so gut hin.
00:04:35: und vielen anderen von denen ich weiß, dass sie ungefähr auf diese Musik stehen könnten sag' ich heute ist es alles ein Meisterwerk
00:04:42: Und einem Soziologen oder einer Soziologen?
00:04:45: Ich würde sagen die drei Songs, die wir heute besprechen gerade die relevantesten sozoologischen Themen abdecken, die die Soziologie auch bearbeiten sollte.
00:04:56: Und deswegen sollte man einfach mal reinhören.
00:04:58: Welche sind das?
00:05:00: Das sagen wir ja gleich noch nicht.
00:05:01: Wir reden heute über Reva Kruller meine fremde und meine Ladies und ich finde der steckt einfach alles drin aber da geht's
00:05:08: ja gar nicht mehr.
00:05:09: Okay, das kommt jetzt sozusagen der Cliffhanger.
00:05:12: dann die letzte vielleicht fieseste Frage fühlst du dich gemeint wenn Nichts Jettel über Typen sinkt Also über Männer.
00:05:24: Nicht Porscheal, also ich fühle mich nicht immer gemeint aber es gibt auf jeden Fall Textzeilen wo ich mich gemeint fühle und ich glaube bei River Coda ist auch eine.
00:05:35: da können wir gleich schon mal darüber reden wo ich dachte ja das könnte auch ich sein.
00:05:40: Ich hab mich gespannt.
00:05:41: Ich habe auch gedacht, als ich die Frage aufgeschaut habe, weil ich mir noch mal so an Boyd Belluga erinnert, wo sie ja auch da verflechtet sie ja diesen so eine Berlin-Hymne mit so einer Begegnung zum Typen, also es ist auf dem letzten Album Haus der die ganze Zeit so ganz begeistert von sich redet und von ihr eigentlich nur so nicken und Zustimmung haben will und so ein mannsplaining... Man kann es nicht ganz von sich weisen, dass man sich nicht irgendwie schon mal so auch verhalten hätte.
00:06:12: Und das zeichnet sie so aus, dass sie das in Szenen verpacken kann, die man weniger ... Sie sagt weniger was ist, sie macht keine klare politische Anzahl, sondern sie malt eine Situation, in die fühlt man sich rein und man spürt die Dissonanz, die da drin liegt.
00:06:33: Also man kann das Album eigentlich eher erfühlen.
00:06:37: Ich fühle mich auch gar nicht so gut vorbereitet, muss ich sagen.
00:06:39: Wir fehlen nämlich zwei drei Dinge die ich sonst habe wenn wir über Musik sprechen.
00:06:43: Ich hab mir die Platte zwar bestellt aber sie ist noch nicht hier und es gibt online keine Texte, keine Lyrics die man googeln könnte, die man irgendwo nachlesen kann.
00:06:54: Und in der Platte wären Sie drin, aber die habe ich halt nicht.
00:06:58: Also ich kann das nicht nachlesern.
00:06:59: Wir sind also angewiesen auf so... Notizen, die wir uns beim Hören gemacht haben heute wahrscheinlich.
00:07:04: Ich bin schon gespannt wie du das gemacht hast!
00:07:07: Und ich habe mir keine Sekundärliteratur angeguckt außer einmal die Radio-Einsuncheckfolge dazu zu hören aber die gibt nicht als viel Auskunft.
00:07:19: also ich hab kein Interview mit ihr gelesen, ich habe keine Rezensionen gelesen und ich habe mich einfach wirklich nur von dem Werk beeindruckend lassen und muss auch verstehen ich bin weit davon entfernt alles dekodiert zu haben und zu sagen, ich habe jetzt jede Ebene verstanden.
00:07:35: Ich bin so mittendrin!
00:07:36: Und ich bin gerade so im Erleben, du kriegst dir heute meine Live-Eindrücke des Erst-, Zweit-und Dritt-Hörns somit.
00:07:45: So geht's mir auch... ...und ich muss auch sagen dass ihr es nicht mehr... also ich hab' auch nur die Soundtrack-Folge gehört viermal Hit.
00:07:54: Aber ich fand jetzt auch ihr Gespräch, was sie hatten, fand ich gar nicht so besonders erhellend.
00:08:01: Aber wie das Album zu mir gekommen ist finde ich eher spannend weil der erste Single die ausgekoppelt wurde war ja Dallas.
00:08:12: und bei Dallas muss ich gestehen also da reden wir heute nicht drüber.
00:08:15: aber bei Dallas musste ich gesteh'n habe ich keinen Zugang richtig zugefunden zu dem Song.
00:08:20: Also ich weiß immer noch nicht ganz genau Was mit der song erzählt.
00:08:26: Und dann kam die zweite Single aus Kopplung, meine Ladies.
00:08:30: Dann war ich so richtig drin.
00:08:33: Ich freu mich auf dieses Album weil nach Dallas habe ich mich nicht so gefreut und dachte manchmal hat man auch Künstlerinnen und ich fand es großartig und ich glaube wir können beide ganz offen sagen wir finden nichts sehr großartige.
00:08:46: Manchmal hat man ja ein Album wo man merkt okay da kommt nix mehr.
00:08:49: jetzt das irgendwie ist... Die Geschichte ist erzielt.
00:08:52: Und bei Delis hatte ich so ein bisschen das Gefühl, ähm... Ja irgendwie.
00:08:57: und dann kam eben meine Ladies und dann wusste ich okay es geht los und dann habe ich das Album raus.
00:09:04: Ich hab's mir sofort angehört und da hast du mir nämlich geschrieben, dass du bei River Cola gar nicht weiter kommst weil du immer wieder zurückspulen musst um zu hören was hat sie da jetzt gerade wieder gesungen?
00:09:15: Und worum gehts da jetzt eigentlich gerade?
00:09:19: Ja genau, River Cooler ist der zweite Song glaube ich.
00:09:24: Der dritte?
00:09:24: Genau!
00:09:25: Ich habe den eine Woche lang gefühlt.
00:09:27: oder die ersten drei Tage hab' ich eigentlich immer nur die ersten zwei Songs gehört und wieder zurückgeskippt.
00:09:32: Und Dallas finde ich hat ne ähnliche Qualität für den großartig aber den habe auch.
00:09:36: als Single war mir das also nur dieses eine Lied jetzt fünfmal.
00:09:41: Also das hat...ich find es funktioniert nicht als Single Aber auch das Album habe ich dann gar nicht, aber habe ich denn so portionsweise konsumiert und mir Lied für Lied immer wieder angehört.
00:09:53: Und habe eine Woche gebraucht bis ich überhaupt bis zum letzten einmal durchgekommen bin, ja?
00:09:57: Ja!
00:09:58: Und genau bei River Cola können wir einfach mal anfangen... Wir haben uns jetzt überlegt, dass wir drei Songs uns angucken und ich hab das in so einer Chronologie gebracht.
00:10:10: Wie habe ich das geschrieben?
00:10:12: River Cola als erstes wo es um die Entfremdung von Partia Schad geht dann zweitens Fremde, wo es um die Entfremdung von der eigenen Familie geht und dann meine Ladies, wo's um sich verwandt machen mit den starken Frauen geht.
00:10:25: Also das ist so ein bisschen die Chronologie nach der ich dachte wir können uns diese Songs anhören Und vielleicht fangen wir mit River Cola
00:11:07: an.
00:12:53: Also hier geht's ums Patriarchat.
00:12:56: Ja, also als so Großes
00:12:59: vor unten?
00:13:03: Das würde ich schon... Da hab' ich überlegt!
00:13:05: Du hattest mir das so geschrieben als Vorschlag und ich dachte ja können wir machen Und ich bin mir gar nicht so sicher.
00:13:11: Also es ist auch wieder, das sind mehrere Sachen da reingeflochten und natürlich geht's um Männer- und Machtunleichgewichte zu männlichen Zeitgenossen.
00:13:26: Auch um Generationen gibt's aber auch irgendwie, um Elterngeneration, Männer in der Elterngeneration Typen die irgendwie zotige Witze reißen.
00:13:35: und nachher lese ich noch mal was vor zeigt, dass es auch ein Ost-West-Song ist.
00:13:43: Warum es im Fremden von Patriar Schad ist?
00:13:46: Weil sie besingt ja so eine Familienkonstellationen in der man eigentlich die ganze Zeit damit beschäftigt ist zuzuhören.
00:13:55: also der Mansplaining hast du ja gerade bei Beruga schon beschrieben und das wird da thematisiert.
00:14:00: Irgendwann schaltet man ab und hört halt einfach zu.
00:14:04: Sie singt vom ewigen Misstrauen und von Witzen, über die man so hinweg sieht.
00:14:10: Von solchen Sprüchen, die immer wieder von den typischen Frauen spricht... Und davon ist es sowieso viel zu wenig.
00:14:17: Frauen gibt, die halt irgendwie der Sichtbarkeit bekommen.
00:14:23: Was ich interessant finde, da würde ich gleich mal von dir jetzt auch noch einmal wissen warum du sagst das ist Ost-West weil ich ja nämlich eigentlich denken würde dass zumindest in ostdeutschen Familien Frauen eher sprechen ... oder in die Sprecherrollen gebracht werden, Sprecheren rollen.
00:14:41: Genau und dann fragt sie ja eben... Ja und machst du da jetzt weiter so mit?
00:14:46: Wo hast du dich da einfach rein gefügt?
00:14:48: oder willst du eigentlich auch an den Widerstand gehen?
00:14:52: Und ich glaube das ist was, was sich ja auch so ein bisschen durchzieht.
00:14:54: ne.
00:14:55: Wir sind ja in Strukturen hinein geraten haben die auch lange Zeit nicht hinterfragt.
00:15:00: Also für mich ist diese River Cola, ich weiß nicht ob es für Nichtzettel auch so ist.
00:15:04: Für mich ist auch dieses Bild von der River Cola Das ist meine neunzig Jahre Kindheit.
00:15:09: Das ist Aldi, ähm das ist die erste Cola wie.
00:15:12: ich habe jahrelang keine Coca-Cola getrunken sondern River Cola.
00:15:16: Ich wusste
00:15:17: noch der Fürsig Eistee von von von Aldi auch aber der stand direkt neben der River Cola
00:15:22: Genau, genau.
00:15:24: Also für mich ist es eine Phase einer Kindheit, einer Jugend in der man aufwächst und diese Strukturen die ganze Zeit sieht.
00:15:32: und wenn man dann irgendwann fragen muss Will ich etwas anderes machen, will ich daraus?
00:15:39: Kann ich diese Strukturen verändern und deswegen schon dieses Patriarchat was sie da irgendwie sieht.
00:15:46: Also wer spricht mir gerne?
00:15:48: Ich sage dir auch, hörtest du die Gewalt nicht raus.
00:15:53: Ja aber ich glaube das ist was Feineres ist und Vielschichtigeres als nur ein reiner Song gegen das Patriarchat, sondern gegen diese ganze Struktur.
00:16:05: Na gut, Patriarchate ist ja auch eine Struktur da drum herum in der man sich also unterdrückt weniger wertgeschätzt fühlt sich nicht zu reden traut und bevor sie jetzt sagt du sagst jetzt okay also sie überlegt wie komme ich da jetzt raus?
00:16:21: Und es so ne Rebellion stellt ihr eigentlich dass das erzählen in den mittelgrund.
00:16:27: Erzähl einfach Hauptsache du sprichst das finde ich.
00:16:32: Ganz ganz stark dass macht sich später bei meine ladies.
00:16:36: kommen wir da auch noch mal drauf, dass diese ladies die sind stark weil sie Entscheidungen treffen weil sie über Dinge reden.
00:16:45: und selbst wenn Sie darüber reden dass sie Sachen gar nicht geschafft haben oder so und dann aber damit einen Umgang gefunden haben und dieses Erzähl einfach, sag einfach wie es war.
00:16:55: Und auch wenn's unangenehm war, wenn du dich schämst dass du irgendwas zugelassen hast oder irgendwo mitgegangen bist wo du nicht hättest mitgehen sollen oder so.
00:17:05: Sag einfach wie das war und ist der erste Schritt.
00:17:08: wir kommen ins darüber reden.
00:17:10: So funktioniert ja auch Sexismus, dass Männer Dinge tun können also sexuelle Übergriffigkeit, dass Männer Dinge tun kann weil sie sich darauf verlassen können, dass die belästigte Person das schon nicht an die große Glocke hängen wird.
00:17:25: Also jemanden irgendwo berührend zu nahe kommen, Küste verteilen wo keine Küste eingebracht sind, irgendeinen Spruch drücken und es funktioniert dann nicht mehr.
00:17:36: und dann ist es doch Rebellion sobald du anfängst darüber zu sprechen und das machst als erstes vielleicht in deiner Peer Group mit Unterfreundinnen und im nächsten Schritt auch öffentlich wie in so einem Song jetzt oder so, dass man ja und dann wird es zu so einem Kampf aber der muss erst mal...
00:17:58: Ja spannend.
00:17:59: Es ist deswegen interessant weil ich habe dieses Erziel doch mal Hauptsache du sprichst wirklich eher verstanden als ein an den Mann im Sinne von der Du willst sowieso nur sprechen denn dann halte ich das jetzt aus und für dich ist das eine weibliche Person.
00:18:15: Der Mann sagt ja, erzielt doch mal.
00:18:17: Okay, dann haben wir da eine unterschiedliche
00:18:20: Wahrnehmung.
00:18:20: Als ich verrückt ist kann ja alles sein!
00:18:23: Wir können es irgendwie nicht belegen oder irgendwie?
00:18:26: Wobei
00:18:27: deine Version natürlich mehr Sinn macht weil sie ihr denn auch im Refrain immer wieder sagt bist du einer von ihnen.
00:18:33: Also sozusagen auch dann schon diese... also einerseits zu sagen ja erziel doch mal und dann aber schon zu sagen du musst dich jetzt auch entscheiden.
00:18:41: Bist Du eine von ihnen oder möchtest Du daraus?
00:18:45: Ja, ja.
00:18:47: Und die Entscheidung nimmst ihr keine ab?
00:18:49: Du musst dich... diese Entscheidung musst du treffen und genau deswegen schon so dieses raus.
00:18:58: Also weil das ist ja aber da gebe ich dir recht also die Strukturen erstmal zu sehen um sie hinterfragen, also die strukturen umzusehen sich dann verbalisieren zu können um sie dann hinterfragend zu können und dann den Schritt gehen zu können sie zu zerbrechen.
00:19:15: Ich finde es auch, also ich muss auch sagen was das wird dann bei meine Ladies auch noch mal stärker.
00:19:22: Dieses Album kommt für mich in eine Zeit, in der ich gerade Babylon Berlin gewinnt habe diese Serie von der ARD und Sky Und die dritte Staffel von Babylon Berlin Also die ganz besonders beschreibt genau diese Frauen die sich entscheiden Also die in den Strukturen, diese Strukturen eingebunden sind.
00:19:46: In dieses Patriarchan-Strukturen der, das war zwanzigere und dreißiger Jahre... ...und die aber in diesen Strukturn dann auch wieder parallelstrukturen sich schaffen.. ..und sich selbst organisieren.
00:19:58: Und dann auch Autarkie sozusagen herstellen obwohl sie eigentlich die ganze Zeit diskriminiert werden als Frauen dieser Gesellschaft.
00:20:13: kurz zu erzählen.
00:20:13: Und da gibt es diese eine Szene, wo die eine Frau aus dem bürgerlichen Milieu einen Schengelschaftsabbruch machen will und dafür muss sie zur Cicevich gehen.
00:20:30: Die Cicevic ist ne Frau in dem proletarischen Milieu Sofriede Sein Kreuzberg Und wo lebt und so eine wirklich armen Wohnung mehrere Kinder in sehr, sehr prekierenden Bedingungen auch arbeitslos von sozialen Hilfe lebt.
00:20:44: Und aber eben illegal Abtreibungen anbietet.
00:20:48: Und diese Szene, in der diese bürgerliche Frau dann zu dieser Tschechevic kommt und die Tschecevic sagt ja jetzt komm trink erstmal ein Tee erzähl mir erst mal erzählen wir erstmal was ist die Situation warum willst du es machen?
00:21:04: Heute machen wir sowieso noch nichts.
00:21:07: Es ist nämlich genau das, was in diesem River Cooler Song ja auch dann beschrieben hat und da nochmal bei Mady Ladies noch mal viel stärker wird, nämlich genau dies untereinander sind wir solidarisch miteinander als Frauen.
00:21:24: Und wir sprechen also sie macht eigentlich Schwangerschaftsberatung ohne jegliche Strukturen oder Schwangerschaftsabbruchsberatung, ohne jeglichen
00:21:32: Strukturen.
00:21:33: Ohne dass es verpflichtend ist oder was auch immer und sie macht das einfach weil sie genau weiß wo muss das sein?
00:21:40: Ich mache jetzt hier nicht einfach für Geld irgendwie ein Schwangerschaffsabbuch sondern ich rede mit ihr erstmal und frage Sie über ihre Motivation.
00:21:47: warum will sie das, warum passt es gerade nicht mit dem Kind, was ist mit dem Vater?
00:21:50: und so weiter.
00:21:52: geht in dieses Gespräch Hauptsache du sprichst.
00:21:56: Und das ist hundert Jahre her Und nicht Seattle beschreibt das für die achtziger und neunzige Jahre.
00:22:02: Also es ist ja auch immer interessant, wie sich so Kontinuitäten da durchziehen die ganze Zeit?
00:22:07: Ja genau!
00:22:09: Ich glaube meine Ladies habe ich deutlich immer eher in dieser Jetztzeit während jetzt River Cola eher in den Neunzigern spielt.
00:22:17: und meine Ladies ist jetzt ein Umgang, wie man jetzt damit umgeht.
00:22:19: und das ist ja Ich nehme mich da jetzt einfach mal mit rein oder Ende dreißig Anfang, vierzigjährige anfangen darüber zu sprechen was mit uns vor zwanzig Jahren in dieser Wendezeit oder dreizig Jahre irgendwie passiert ist und wie das uns geprägt hat.
00:22:40: Und man muss wahrscheinlich so weit zurückblicken um sich selber zu verstehen und sich das zu erzählen auch so dem nachzufühlen.
00:22:49: Das kann man gar nicht sagen, erstens ist das passiert und jetzt bin ich hier sondern man muss dem so tentativ nachgehen.
00:22:58: Deshalb gibt es ja diese ganze Literatur über die Wendezeit gerade und eine Selbstbefassung mit dieser Generation.
00:23:09: Warum ist das für dich denn ein Ost-West Song?
00:23:11: Du hast ja gesagt dass du da...
00:23:12: Ja!
00:23:13: Pass auf, ich lese dir jetzt was vor und da wird die Britannie gegen den Ballerton verhandelt.
00:23:20: So ganz neben mir hab' ich zufällig, ihr habt den Song schon die letzten anderthalb zwei Wochen zehnmal gehört.
00:23:26: und jetzt auf Vorbereitung auf die Folge... warum eigentlich diese zwanzig Fronscheine?
00:23:33: Was soll das machen?
00:23:34: Es macht gar keinen Sinn, was sie da singt!
00:23:36: Das macht aber doch Sinn.
00:23:36: Ich habe es dann rausgeschrieben mit Lücken wo ich den Text nicht verstehe.
00:23:41: Also, das ist jetzt relativ lang.
00:23:43: Vielleicht spielen wir es auch dann nachher nochmal ein oder ersetzen meinen Monolog hier durch das Original.
00:23:52: aber ich lese es mal vor.
00:23:53: Wärst du denn lieber eine ohne, ihr versteht den Wort nicht, Beine und ohne Langosch in der Hand?
00:24:00: Langoscht ist so'n ungarisches Teiggebäck, so'nen Fettgebäck Und nur Muscheln und Steine, zwanzig Fronscheine von einem britonischen Strand.
00:24:10: Das ist erstmal, irgendwie steht da völlig nebeneinander.
00:24:13: Langosch in der Hand.
00:24:14: Brettonischer Strand macht keinen Sinn.
00:24:17: Später lieber keine wenigstens nicht so viele Zigaretten geraucht und nicht die Billigweine und die Dosenbiere und River Cola gekauft.
00:24:26: Da kommt die River Cola!
00:24:29: Und was ist denn jetzt, wenn sie statt Balaton und Langosch zwanzig Fronscheine und Britannia hätte?
00:24:35: Dann geht es nämlich weiter.
00:24:36: Immer ein bisschen dreckig!
00:24:37: Manchmal wärst du wirklich gerne lieber eine aus dem Wendland feine mit mindestens Schneewittchenhaut.
00:24:44: also In ihrer Vorstellung, weiß ich nicht ob das auf der Wendland-Kindheit zustimmt, zutrifft ist da irgendwie so ein Wendlands Mädchen zur selben Zeit in der Britannien und sammelt Muscheln und Steine.
00:24:56: Und hat Schneewittchenhaut.
00:24:57: Dann wärst du gerne mit einem, verstehe ich das Wort wieder?
00:25:00: Nicht Nasenspitze ohne viel zu viele betrunkene Männerwitze und Ballatons Sonnenbrand auf deiner Haut!
00:25:09: Also... Und da frage ich mich jetzt auch, warum kommt dieses Sexismus in Verbindung mit dieser Osterfahrung und irgendwie so ein Klassendink was sich da reinmischt.
00:25:24: Also diese betrunkenen Männerwitze eine Umgebung in der nicht sehr auf die Kinder geachtet wird, Männer sich zotige Sachen erzählen ist das ne Osterfahrung?
00:25:37: Hätte man die aner Britannien Vielleicht nicht gemacht, ich weiß es nicht.
00:25:43: Aber
00:25:43: das steckt da irgendwie drin?
00:25:45: Ja vielleicht ist es auch gar nicht eine Ost-West Erziehung weil... Also ich kann ja mal sagen was mein Stereotyp ist.
00:25:53: wenn irgendjemand in einem Song das Wendland und so ne weibliche Figur einführen würde.
00:26:00: Würde ich immer sofort an so linke Öko-Strukturen in Wendland denken.
00:26:08: Also das ist ja letztendlich die Hamburger Öko-Linke, die sich dann im Wendland ihre Häuschen kauft hat und eigentlich so ein bisschen widerstandig sind aber auch sehr wieder dort leben.
00:26:21: Und vielleicht ist es gar nicht unbedingt Ostwestern sondern eben tatsächlich eine unterschiedliche Vorstellung von einer linken Community in der man sich bewegt und dann sagt sie halt okay... Die Berlin Karlshorster Lichtenberger Linke, in der Sie vielleicht verortet fühlt, in der eben die Klassenfahrt dann nur zum Balaton gereicht hat.
00:26:45: Was heißt nur?
00:26:47: Oder bei mir ist das tatsächlich Teil meiner Biografie, dass es eben nur zur Ferienfahrt nach Balaton gereicht hat und dass es außer jeglicher chronomischer Möglichkeiten gewesen wäre vielleicht auch aber es war auch außerhalb des Hallevituellen die
00:27:02: Ferien-Fahrten
00:27:03: in den Britannien zu machen.
00:27:04: Ich wusste nicht mal wo die Britanie ist weil wo Balaton Da hatten wir eine Forschung von.
00:27:09: Und meine Eltern, die mich da hinfahren lassen, also deswegen passt es auch bei mir ganz gut den Ballertun.
00:27:15: Das ist dann nicht unbedingt... Also bei dieser Fahrt waren das jetzt nicht nur eher der Linke sondern durchaus auch mit einigen Neurechten unterwegs dann.
00:27:26: Vielleicht ist es auch eine unterschiedliche linke Szene über diese spricht und gar nicht um nur eine Ostwest-Szene?
00:27:32: Wahrscheinlich geht's viel weniger um diesen...
00:27:34: gibt es diesen Lezismus in dieser... Ja,
00:27:36: um dieses sich fremd fühlen oder sich anders abweichend von so Normalitätsvorstellungen.
00:27:42: Ich meine das wäre doch mal eine gute Möglichkeit dass die Leute, die uns zuhören, mal schreiben ob Rivacola.
00:27:48: also für mich ist das wirklich verbunden mit so einer Nachwendentzeit?
00:27:53: Aldi!
00:27:54: Aber was
00:27:54: ist denn Rivacolas eigentlich im westdeutschen Biografien von Leuten, die so alt sind wie wir?
00:28:00: Also das wär doch mal wirklich mal für mich ne Erkenntnis.
00:28:03: Ich bin ja sowieso dafür, dass Westdeutsche viel häufiger über westdeutsch sein nachdenken.
00:28:08: Und vielleicht können die uns ja mal Sprachnachrichten schicken oder so und mal sagen was als jemand der... Also es gibt Leute, die zuhören, die sind im Amstrad aufgewachsen oder am Bodensee aufgewachsen.
00:28:21: Was bedeutet für die Revakole eigentlich?
00:28:25: Das würde mich total interessieren ob sie dann eine Verbindung haben.
00:28:27: Für mich ist das Nachwende Goldner Westen Aldi
00:28:33: Ja, aber das hat man gar nicht so abwertend gesehen oder so.
00:28:38: Also man konnte jetzt aus diesen Dosen Cola trinken.
00:28:42: Das war glaube ich was Besonderes.
00:28:45: Ja, ja, aber interessant.
00:28:47: Damals war es nicht so.
00:28:48: Aber in der Welt, in der ich mich jetzt bewege... In einem progressiv akademischen Milieu an der Uni arbeiten mit lauter promovierten und habilitierten Menschen zusammen Ist das schon eher unnormal, wenn man sagen würde?
00:29:05: Ich hol mir eine Cola bei Aldi oder bei Lidl.
00:29:10: Das ist... ich weiß nicht.
00:29:14: Also da ist es schon komisch, wenn's dann die Edeka-Hausmarke ist und eben nicht Allnatura oder Bioland oder
00:29:25: so.
00:29:27: Der
00:29:27: erinnert sich ja auch
00:29:28: sehr auf Cola, die es im Späte gibt.
00:29:32: Also ich weiß, dass das nämlich damals in den Fachschaftskontexten, an denen ich war schon ein großes Thema war.
00:29:38: Aldi oder Bio?
00:29:40: Und Aldi waren die Leute, die gesagt haben nee wir brauchen preiswerte Sachen weil sie sozusagen eher aus einer Klassismus kritischen Perspektive geschaut haben.
00:29:53: und dann gab es aber schon die Leute die Studierenden die gesagt habe ne ne ne das muss bio sein weil wir eben aus dieser ökologischen Perspective auf Gesellschaft schauen.
00:30:01: Das war so eine Gleichzeitigkeit.
00:30:04: Da wäre meine Wahrnehmung, hat sich das mittlerweile in den Fachschaften dieser Welt auch da widerspricht mir gerne aber den Fachchaften dieser welt klar für die ökologische Perspektive entschieden dass man eher die Bioprodukte besorgt und nicht die Preiswerten des Counterproduktes oder eben Essen sammeln von den Tafeln.
00:30:30: Aber wir schweifen so ein bisschen ab.
00:30:32: Wir können ja einfach weitermachen mit dem nächsten Song, wo ich auch nochmal sage dass es bei allen eigentlich also das ist auch musikalisch einfach ein grandioses Album Also diese einzigartige Weise, wie nicht Seattle Gitarre spielt.
00:30:56: Wie die Gitarren, diese kleinen Riffs, diese kleine Melodien diesen Lieder tragen.
00:31:05: Selbst wenn man nicht auf den Text hört einfach sehr schön anzuhören ist es aufregend.
00:31:11: Es ist immer wieder neu und das kommt dann nochmal so eine Wandlung in dem Song.
00:31:17: Das ist irgendwie durchkomponiert Und manchmal gibt es noch so ein Stück, was hinten rankommt.
00:31:25: Was dem Song nochmal eine ganz andere Wendung gibt auch.
00:31:30: Also das ist einfach grandiose Musik!
00:31:31: Ich habe mal nachgeguckt wer das produziert hat der... Mensch heißt Sönke Torpus, kommt aus Nordfriesland und hat da wohl auch sein Studium.
00:31:40: Sein Studio war lange in Hamburg, hatte eine eigene Band die ich aber nicht kannte und hat unter anderem Tristan Brusch International Music und halte sich fest Fehlfarben produziert.
00:31:56: Der fängt ja richtig gute Arbeit gemacht zu haben.
00:31:57: also man hört auch einfach dass es richtig gut gemacht ist.
00:32:01: das
00:32:01: ist
00:32:02: einfach sehr professionell produzierte Musik ist von Leuten, die genau wissen was sie tun.
00:32:11: Und da gehört die Band bestimmt dazu aber eben auch die Produktion.
00:32:14: Das
00:32:14: ist jetzt in dem Song Fremde nochmal ganz besonders also der Song, in den wir jetzt rein hören weil er musikalisch ganz anders losgeht als er endet und weil er sich so aufbaut.
00:32:27: und es ist eigentlich... Es ist der letzte Song auf dem Album Fällt auch ein
00:32:33: bisschen raus, ne?
00:32:34: Also es ist eher so ein Spoken-Word.
00:32:36: Genau genau darauf wollte ich gerade hin.
00:32:38: also ich habe ja genannt Entfremdung von der Familie und das macht sie genau in einem Spoken Word.
00:32:44: Duktus hat mich natürlich sehr an Fleißig erinnert, der auch der letzte Song meines Erachtens auf dem Vorgänger Album ist.
00:32:55: Und dann aber kommt am Ende nochmal, also es ist mit Klavier und am Ende setzt dann die Band ein.
00:33:00: Das wird eigentlich tatsächlich so einen epochaler, dreiminütiger musikalischer Abschluss dieses Songs und diesen ganzen Albums auch.
00:33:10: Aber das ist das Musikalische und wir hören das jetzt gleich.
00:33:17: Aber was da textlich passiert... Das war's!
00:33:22: Wir können ja mal kurz reinhören.
00:33:29: Ich hab noch nie Fremde
00:33:30: gedacht.
00:33:34: Außer vielleicht bei einem Fest mit Igel aus Schwein, an einem Ort mit fünf Millimeter Gras.
00:33:44: Ja, vielleicht habe ich das doch schon mal gedacht aber nicht wegen der Millimeter oder dem Met.
00:33:51: Habe ich nur gedacht naja mein Gott die feine
00:33:56: Lady
00:33:59: da habe ich
00:34:00: glaube ich nur Verwandte vielleicht auch mal leider gedacht.
00:34:11: habe ich über sie wirklich nur aus Trotz gedacht.
00:34:18: Aus Zorn, denn beim Fest haben Sie Fremde gedacht und sogar gesagt!
00:34:30: Fremd war denen ja schon die fremde DNA.
00:34:35: Nur Samen und Eier haben sie verwandt gemacht.
00:34:42: Und natürlich diese elendigen
00:34:48: Ringe aus Gold
00:34:52: Die größten Tyran hatte man sich so einverleibt... ...und wie verrückt über andere
00:34:57: Fremder gedacht.
00:35:01: Und über all die Jahre wurden Freunde zu bekannten und Bekannte
00:35:05: zu feinen
00:35:06: gemacht.
00:35:10: Und auf den Sofa wüteten die Anfrahwanden mit Bauch, Bier und Absurzüviel macht.
00:35:20: Dort haben sie über ekliges Zeug und immer über Menschen gelacht.
00:35:28: Bei der Rubinhochzeit habe ich aus Zorn Fremde gedacht!
00:35:34: Ich hab' über Sie zur Hölle und ich hab' fickt euch gedacht... Natürlich Habe ich, jetzt tut mir leid gedacht Die mit Schmerzen an Gelenken erhobenen Fäuste Dass die nicht merken dass nur sie die fremden
00:36:07: sind Und das sie sich fremder machen Mit jedem
00:36:11: verdammten Jahrestag Nur noch aus dem perefernen Blickwinkel in die Augen.
00:36:24: Dann in ihrer Misstraue haben wir ein halbes
00:36:26: Leben verbracht Und in ihrem heilosen Leid So
00:36:38: ist das Leben gedacht Kommt es
00:36:54: vor, dass ich die
00:36:56: Straßenseite wechsle wenn ich einen sehe?
00:37:03: Ich traue diesen Leuten nicht über den Weg.
00:37:44: Wann haben wir uns entfremdet, wann sind sie fremde für mich geworden?
00:37:53: Diese Textseile wo sie sagt und Sie haben immer Witze über Menschen gemacht.
00:37:57: Ich kenne so viele Situationen bis heute in denen Menschen aus meinem Umfeld einfach mal so witz über Menschen machen und das ja auch nicht nur im familiären Umfeld sondern eben auch in irgendwelchen TV-Sendungen, wo das einfach ganz normal ist.
00:38:14: Dass man sich über andere lustig macht und sich über sie erhebt.
00:38:21: Aber genau!
00:38:21: Und hier ist ja dann auch diese Textzeile drin... ...und so lange habt ihr damit auch uns gefangen gehalten?
00:38:29: Wir sind da auch nicht rausgekommen, wir waren da drin die ganze Zeit.
00:38:32: Es ist die ganzezeit angehört und so.
00:38:36: Ich
00:38:37: habe diese Zeile hier, diesen Fers hab ich mal rausgeschrieben.
00:38:41: Auf dem So verwüteten die Anverwandten mit Bauch, Bier und Absurt zu viel Macht.
00:38:48: Dort haben sie über ekliges Zeug und immer über Menschen gelacht.
00:38:53: Also es ist so bösartig.
00:39:00: Wobei
00:39:00: ich irritiert war, Absurt zur Vielmacht.
00:39:05: Diese Texte hat ja großartig?
00:39:07: Und hat mich aber trotzdem gefragt, okay ich habe so zu viel Macht.
00:39:10: Aber was denn für Macht?
00:39:12: Also weil ich sehe eigentlich das die Leute beschreibt wenn sie da auf dem Sofa sitzen mit Bauch und Bier dann hab ich jetzt erst mal in dem Moment noch nie so viel macht.
00:39:24: Ich glaube da geht es um Familie und da geht's auf die Perspektive des Kindes auf diese Anverwandten oder des jüngeren Menschen, das nicht ganz so etablierten in diesem Familienkonstrukt und die halt durch Blicke, durch so Impulsivität, so Autorität ausstrahlen.
00:39:49: Und dich so klein-und mundtot machen können.
00:39:52: Also so ein böser Onkel oder sowas.
00:40:00: Was stelle ich mir gerade vor, die so unangreifbar sind und doch so ekelig grade.
00:40:09: Und von denen man sich lieber fernhält weil man nicht von ihm abgewachtst werden will oder klein gemacht werden will.
00:40:17: Und dann ist es vielleicht auch wieder na aus deren Macht muss man rauskommen um wirklich tatsächlich nicht machtlos zu sein.
00:40:23: Also es ist ja um mal so einen kurzen Bohnen zu spannen, ich muss immer noch daran denken.
00:40:28: Ich weiß nicht ob ihr den auch gesehen hast bestimmt Bowling for Columbine diesen Film von Michael Moore wo er versucht zu ergründen wie dieses Attentat in Columbine High School in Littleton bei Denver zustande kommen konnte.
00:40:40: und da gibt's diese Szene wo der Zeichner von Zaufpark sagt das auch eher dieses krasse Mobbing in der Schule erlebt hat und dass die High Schools der USA so konstruiert sind, dass man das Gefühl bekommen kann.
00:40:54: Dass so wie dort die Rashinen sind in diesen Schulkontexten... ...dass so auch das ganze Leben sein wird.
00:41:00: und wenn man das wirklich glaubt dann kann man eigentlich nur sich machtlos fühlen und auch hoffnungslos sein.
00:41:07: Und so ähnlich glaube ich ist es auch in dieser Familie, die nicht Zierdelhard beschreibt.
00:41:11: Wenn man nichts sieht, dass es etwas anderes geben kann als diese bierbeuschigen wir trinkenden Personen, die immer über Menschen lachen Dann kann man auch machtlos und hoffnungslos sein.
00:41:21: Man muss erst mal was anderes sehen, und man muss sich also sozusagen nicht nur die werden zu fremden sondern man muss ich auch selbst zu fremmenden von denen machen um überhaupt in der Lage zu sein mehr zu sehen als diese Welt mit diesen...
00:41:36: Deshalb fahren wir als Zio-Soziologen so darauf ab weil das ist nichts anderes als eine verinnerlichte Machtstruktur.
00:41:41: Also es ist habitualisierte Hierarchie, also ich bin offenbar weniger wert als diese bierbeuchigen Männer dort und da rauszukommen zu sagen das stimmt nicht selbst wenn ich es.
00:41:59: Also wenn ich aber so erfahren habe dass ich mich dann klein mache dass wenn mir ähnliche Situation wo anders wieder begegnen wir wieder so ein Mann gegenüber steht.
00:42:07: Dann zu wissen das ist jetzt aber nicht dieser Onkel das ist jemand anderes und ich muss mich gar nicht klein machen das ist so schwer und das funktioniert wieder nur durchs drüber reden, sich bewusst machen und sich mit anderen Menschen darüber austauschen.
00:42:23: Eben dieses Sich verbinden was ja immer so ein durchgehendes Motiv bei Nicht-Ziertel ist.
00:42:29: also hat du hast es auch gesagt irgendwie mit diesem Sich fremdmachen und dann sich aber wieder neu verwandt machen das glaube ich von Donna Haraway abgeleitet.
00:42:38: nimmt ihr mir dieses Motiv das sich verwandt machens.
00:42:44: Das ist hier glaube ich auch noch mal ganz wichtig, dass verhandelt sie hier in Fremde auch indem sie sagt... Ich habe es dir sogar rausgeschrieben nur Sam und Aya haben Sie verwand gemacht?
00:42:56: Und natürlich diese elenden Ringe aus Gold!
00:43:01: Und das ist so dieses drückende bürgerliche, diese Familie Die sind jetzt verwandt, über alle anderen ziehen sie her.
00:43:12: Aber das ist diese heilige Familie die Sie haben und es ist das einzige was Sie kennen als Form um sich zu
00:43:19: verbinden.".
00:43:21: Und das Interessante ist, also für mich wird da auch eine Geschichte und vielleicht ist es auch wieder was Ostdeutsches.
00:43:25: Das weiß ich nicht.
00:43:26: Aber sie erzählt natürlich auch etwas, was wir in den letzten Jahren auch politisch wahrgenommen haben.
00:43:32: Ja?
00:43:32: Also es ist nicht nur eine Fremdung von der Familie sondern es ist auch eine politische Entfremdungen die sehr viele junge Menschen erleben wenn Sie an Ihre Familien denken.
00:43:39: und gerade in dem und deswegen eben auch schon ein Song, der nicht nur familienstrukturen erzählt, sondern auch gesellschaftliche Polarisierungen erzählt weil ich sehe dann natürlich schon Familie, die zu Hause in dem kleinen Ort in Sachsen oder in Thüringen oder in Bayern irgendwie jetzt für Rechtsextremoparteien stimmt und sie sind mir fremd geworden.
00:44:02: Und ich finde das deswegen auch so passend weil wenn ich an diese Ringe denke also wir nehmen am sechsten Oktober auf bevor wir diese Folge angefangen haben, haben André und ich oft eher und es ist glaube ich auch ganz gut dass es oft bleibt über die Wahlen im konstituierenden Landtag in Sachson-Anhalt gesprochen.
00:44:19: Und wenn ich an diese Ringe denke, dann sehe ich nämlich tatsächlich Ulrich Siegmund vor mir.
00:44:23: Der nämlich immer diesen sehr dicken goldenen Ring sehr sichtbar trägt, der seine Familie sozusagen darstellt.
00:44:34: Deswegen finde ich es auch nochmal so sehr passend für dieser Erzählung von... Ja also da wird auch schon eine von einer Familie gesprochen die auch politisch fremd geworden ist und wo schon so die Frage Wie sollen wir jetzt eigentlich wieder, oder wo gibt es eigentlich die Möglichkeit wieder zusammenzukommen?
00:44:55: Wenn wir uns so fremd sind.
00:44:57: Also hilft ja alles nichts!
00:44:59: Wir müssen ja irgendwie auch zusammen etwas tun.
00:45:02: Menschen sind soziale Wesen und leben in Gemeinschaften und bilden Gesellschaften aus.
00:45:08: Und deswegen ist die Option nicht alleine zu sein sich so zu entfremden, dass man zu einem Individuum wird was nicht mehr eine Interaktion mit anderen ist.
00:45:18: Die Optionen existiert nicht.
00:45:20: also ich verstehe jetzt nicht das es eine zoologische Theorie gibt die sagen sagt das würde gehen.
00:45:26: Also vielleicht ein bisschen Ur-Respekt mit der Indivisierung der Gesellschaft aber auch da ist es ja letztendlich das Individuum was sich dann doch wieder in Strukturen und Gesetze verschüttelt worden einfügt Aber eben mit einer sehr liberalen Freiheit mit einer individuellen Perspektive.
00:45:43: Und ich finde oft, ich weiß nicht ob du noch was zu...
00:45:46: Ja.
00:45:46: Ich will noch eine Sache ergätzen die passt auch dazu.
00:45:52: also ich glaube sie thematisiert hier so ein erschrecken vor ihrem eigenen gedanken das ihre eigene familie dass das diese menschen dass sie gerade fremde gedacht hat.
00:46:02: also sie fängt an mit ich habe noch nie fremden gedacht na ja vielleicht beim matt eagel aber nä eigentlich hab ich da auch nur gedacht dann habt dich mal nicht so du feine lady lady.
00:46:11: und vielleicht habe ich so leider gedacht warum können Sie es nicht anders machen?
00:46:15: aber und Dann irgendwie später nach weil ich habe ich doch irgendwann fremd Gedacht gleich wieder und natürlich habe ich es tut mir leid gedacht.
00:46:25: Und dann singt sie in dem Zusammenhang geht's dann weiter, ich hab es halt tut mir Leid gedacht.
00:46:30: und dann in dem zusammen sagt sie auch noch dass die nicht merken das nur sie die Fremden sind.
00:46:37: Also da ist auch schon so ein Mitgefühl natürlich sich auch doll fremd machen weil sie sich von denen als jemand anderen sieht.
00:46:47: aber im Prinzip Also bleiben wir jetzt mal bei so ostdeutschen unzufriedenen Menschen, die über die anderen als die Fremden herziehen.
00:46:56: Als die Ursache der Probleme.
00:46:59: Naja und irgendwie sind sie auch fremd geworden weil sie nicht angekommen sind in dieser neuen Welt!
00:47:07: Und jetzt keinen Halt haben und nichts wissen außer nach außen zu schießen sich abzugrenzen ihre Familienbande irgendwie zu verteidigen Und gar keine Sprache haben, wie sie sich mit der Umwelt irgendwie verbinden können auf einer Weise, dass es ihnen gut geht.
00:47:26: Also sofort wird dieses Erschrecknis Mitleid auch und das Thema sieht sich ja genau das was du sagst also diese erstmal diese Entbindung und die hinterlässt natürlich ein Vakuum und es ist ein Problem.
00:47:40: Das kann man nicht stehen lassen.
00:47:41: wir sind soziale Wesen Wir müssen uns mit irgendwas verbinden sonst gehen wir ein und das ist ein Leiden
00:47:48: Und es macht aber, es macht schon auch Sinn.
00:47:51: Weil diese Frage auf das aufeinander zugehen ist ja schon auch die Frage eines... Also müssen jetzt sozusagen die anderen einfach mitkommen?
00:47:59: Die dieses Gefühl haben sie kommen nicht mehr mit, aber wir müssen jetzt irgendwie sie dann mitbringen dass sie mitkommen oder gibt's vielleicht doch aufeinanderszugehen und ich finde da dieses Mat Eagle Beispiel deswegen sehr spannend.
00:48:08: Ich weiß nicht ob ich das schon mal hier im Pod gesociert hab.
00:48:13: Ich wurde eingeladen für die Grünen Für die Grünen in Brandenburg einen Workshop anzubieten zum Thema Klassismus.
00:48:22: Das war sehr interessant.
00:48:25: Menschen, die bei den Grünen sind können sehr, sehr reflektiert über Klassismo sprechen.
00:48:32: Also sie können es ja gut formalisieren, sind das erreflektiert machen sich darüber Gedanken und wie weit Sie auch selber vom Klassismus produzieren oder sie vielleicht auch profitieren uns vielleicht sogar reproduzieren.
00:48:46: Dann gibt es dann so Aussagen wie, nee, also wir passen da schon drauf auf.
00:48:49: Also wenn wir zum Beispiel Essen gehen, dann achten wir schon darauf das ist für die Studierenden, dass sie denn auch das Essen bezahlen können?
00:48:57: Was ja einerseits total reflektiert ist und andererseits schon interessant ist, dass man davon ausgeht, dass die jüngeren Leute die Studieren sind oder dem nicht die Handwerker leerlinge oder so.
00:49:08: Aber lange Reden größer sind.
00:49:09: Es waren sehr tolle Workshops, sehr spannend.
00:49:11: Wir haben sehr viel geredet Und danach gab's dann Ästen Und es war irgendwie so ein Mango-Chutney mit Mandelreis und einen Chili-Sinkane, mit Couscous.
00:49:25: Ja!
00:49:25: Und da wir aus von Bodjuj schon wissen dass ich Habitus... Also das waren nicht nur Klassismus ne?
00:49:33: Sondern da ging's um ihre Themen.
00:49:34: aber das war sozusagen das Essen was dann bei diesem grün Veranstaltung angeboten wurde Und mit dem ganzen Wissen von Milieu und Habitus, und im sozialen Raum von Bourdieu.
00:49:44: Und wie wichtig Essen dabei ist habe ich gedacht es ist das klassischste Essen was ich mir vorstellen kann.
00:49:53: Mango, Chutney mit Mandelreis und Couscous und Chili Sincana.
00:49:58: Und eben nicht die Currywurst und nicht die Bratwurst oder der Mettigel.
00:50:02: Und meinetwegen also ich war auch schon auf anderen grünen Veranstaltungen meineetwegen dann eben einfach die vegane Currywurst die den auch sogar schmeckt Aber eben Currywurst.
00:50:13: Und bei mir schon manchmal die Frage ist, wer macht sich wann zu den Fremden?
00:50:23: Es macht total Sinn kein Fleisch zu essen.
00:50:26: aus ganz vielen ökologischen politischen und ökonomischen Gründen macht das total viel Sinn.
00:50:31: aber trotzdem ist es natürlich auch ein Sich fremd machen von vielen die dann eben sagen ne also hier gerade Werde ich jetzt grad nicht satt und ich gehöre zu diesen Leuten, die bei Mangodja nehmen Mangel Reis.
00:50:44: Du merkst, ich kann mich ein bisschen reinsteigern aber ich gehöhre zu den Leuten, der einfach dann nicht sät werden.
00:50:49: Und ich bin da der, der danach, der dann einfach sagt okay nee alles gut?
00:50:53: Der Workshop weiterhängt,
00:50:55: hunge dich nach Hause.
00:50:56: Ja weil er noch zu McDonalds geht!
00:51:00: Darauf finde ich nicht stolz, aber da muss ich so ein bisschen denken.
00:51:04: Und deswegen finde ich diese Met-Igel wirklich ein interessantes Beispiel und ich weiß nicht ob du die kennst Olivia Schneider, die nennt sich selber die Ostfluencerin, sie macht so Content auf Instagram und die hat nämlich als eine Art Kunstaktion einen riesengroßen veganen Met- Igel in Halle hergestellt und hat versucht sozusagen die Leute wieder zusammenzubringen.
00:51:26: genau darüber Ja, also wir machen den Met-Igel aber er ist vegan.
00:51:31: Ich weiß nicht genau wie das ging und wahrscheinlich irgendwie mit rote Beete und Semmelbrösel und so könnte man nachgucken.
00:51:37: Aber da ist es ja so einfach in einer Zugehen Und ich mach mich fremd und gehe weg.
00:51:44: Also diese Frage Wie kommen wir wieder zusammen?
00:51:46: Ist ja eine ganz relevante für gerade Für uns die wir so zu Logie betreiben
00:51:51: Genau und dass sich dabei eben auch nicht so einfach machen und sagen hier ist die richtige Welt, da ist die falsche sondern irgendwie damit zu arbeiten mit dieser Dissonanz.
00:52:01: Und das fühlt sich ja auch fürchterlich an auf der eigenen Familienfeier zu stehen ich glaube es geht um Rubinien Hochzeit oder irgendwas bei Nichtsiertel und sich fremd vorzukommen.
00:52:15: also Aber es ist ja trotzdem die eigene Herkunft.
00:52:19: Also, ist man dann dort wo man jetzt ist?
00:52:22: Ist man da heimisch oder ist man auch fremd?
00:52:26: Es ist keine komfortable Position!
00:52:29: Ja und denn gibt das ja den dritten Song,
00:52:33: dem wir noch mit Kraft haben.
00:52:35: Weil das ja sozusagen aus meiner Perspektive... Wie habe ich's genannt?
00:52:42: Ich guck nochmal nach sich.
00:52:46: verwandt machen mit starken frauen habe ich es genannt aber irgendwie ja auch.
00:52:50: dann eben der zusammenhalt das zusammenkommen dass gemeinsam etwas tun
00:52:56: freiwillig
00:52:57: selbst entschieden gehören einfach mal
00:54:45: und in meinem kopfkino genau sitzen da wenn nicht diesen song höre lauter, starke Frauen irgendwo vor einer Hütte in einem Wald sitzen oder so an einem See.
00:54:58: An einem Lagerfeuer.
00:54:59: Wenn wir tanzen die
00:54:59: und laufen
00:55:00: und werkeln rum betreuen Kinder nach dem was mit den Hunden
00:55:07: lehnen.
00:55:09: Die machen das auch.
00:55:11: Ja aber es ist ja auch defizitär da irgendwie.
00:55:13: also ich weiß nicht der wächst unkraut und irgendwelche... Gewächse müssten beschnitten werden oder so, also irgendwie es ist kein ganz perfekter Garten in dem die da sitzen.
00:55:23: Sondern eher was so zweckdienlich sein muss und aber durch die Anwesenheit dieser Frauen dann zu einem magischen Ort wird.
00:55:34: Ja und was tun die da?
00:55:42: Genau, also die machen einerseits genau das was du ja gerade schon gesagt hast.
00:55:45: Was sich so ein bisschen durchzieht.
00:55:47: bei Nicht-Ziertel, der Frage nach mit wem will ich mich verwandt machen?
00:55:53: Die kennt ihr auch aus so queeren Kontexten wo es immer um die Wunschfamilie... Ich weiß gar nicht wie das richtige Wort ist.
00:56:04: Es gibt die Wunsch-Familio oder die... Ah, mir ist jetzt wirklich das Wort grad nicht ein.
00:56:10: Warte mal!
00:56:13: Also dass man von der Wahlfamilie spricht, also für die Menschen, für die sich aktiv entscheidet.
00:56:20: Es ist dann so die Community in dem eigentlich
00:56:23: geht?
00:56:23: Genau und gleichzeitig aber auch sich bewusst zu machen wie sehr man diese Menschen mit denen man da zusammen ist bewundert, ihnen ja eigentlich ein Denkmal zu schreiben als Lied die so stark sind und so mutig sind.
00:56:42: Und klug sind, also empathisch und solidarisch miteinander sind.
00:56:48: Die sich einfach bewundert... Also für mich ist das... Ich
00:56:54: glaube so endet sie auch.
00:56:56: Dass sie sich darüber so wundern, dass es jetzt hier irgendwie zu schwärmerisch oder irgendwas.
00:56:59: Und dann endet's, glaub ich irgendwann so mit, naja vielleicht ist es auch einfach nur Liebe, die ich gerade empfinde.
00:57:04: Vielleicht
00:57:06: bin ich einfach nur verliebt?
00:57:09: Genau!
00:57:10: Also, wir reden ja die ganze Zeit über dieses Album und haben das hier in diesem Podcast auch schon sehr automatisiert.
00:57:16: Wir sind in dieser Gesellschaft weiß-männlich positioniert und darüber haben wir schon oft gesprochen dass uns das bewusst ist und dass wir da reflektieren.
00:57:27: Und trotzdem gucken wir auf dieses Lied aus dieser Perspektive und ich glaube auch sagen zu können dass ich dieses Lied höre und großartig finde, musikalisch großartige finde.
00:57:37: Dass hier auch gerade dieser Schluss also nach dem Refrain einfach noch mal ruhig zu werden und dann nochmal diese Ausfäden zu lassen und uns in dieser Ruhe zu enden großartigen finde wirklich ein absolutes Meisterwerk für mich ist Und gleichzeitig total neidig bin über diese Gruppe Ladies Über die sie da singt weil ich habe diese Gruppen Boys Nicht in gleicher nicht in gleiche Qualität.
00:58:07: Ja,
00:58:08: also ich
00:58:09: hab ja
00:58:10: auch mal versucht zu Väter hunden dass sich immer so ein paar väter hier aus meinem umfeld eingeladen hat zum lagerfeuer.
00:58:18: das ging dann irgendwann nicht mehr gut weil der Hund immer bissig war und wir sind einfach kein Lagerfeuern machen können.
00:58:25: Dann geht es nicht.
00:58:29: Also daran ist jetzt ein bisschen eingeschlafen.
00:58:31: aber auch weil es denn irgendwann Man kommt dann doch nicht zu einem, man kommt nicht.
00:58:37: Ich weiß nicht.
00:58:37: also ich komme nicht zu diesen Momenten in denen ich so tiefe Gespräche führe wie sie in meine ladies beschrieben wird oder indem ich so bereit will ich überscheitern oder über Emotionen eben Sprechen wie in Runden die nicht rein bändig sind und deswegen ich habe da auch ein bisschen so ein Neid gefühlt.
00:58:57: Auf jeden
00:58:57: Fall!
00:58:59: Ich glaube aber auch dass hier auch so ein bisschen mit dieser Herstellungsleistung beschrieben wird.
00:59:06: Also das passiert auch nicht von alleine, man muss es schon auch wollen und diese Ladies verabreden sich dort auf diesem was auch immer, was für einen Ort das ist in der Natur und nehmen sich offenbar die Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und sich also diese Momente irgendwie zu erzeugen.
00:59:36: Also ich glaube es ist auch eine Schule darin, also nicht nur dass man diesen Moment erzeugt.
00:59:41: Dass man sich das erzählen kann, dass man in diese Tiefe kommt sondern auch ne Schule zu sehen was eigentlich das Besondere an diesem Ladies ist.
00:59:48: Meine Ladies wissen immer einen Weg singt sie selbst wenn dieser nur darin besteht dass man aufgibt sich davon erzählt und dann einfach nur baden geht.
01:00:03: Da kann man ja jetzt sagen, okay da hat jemand aufgegeben.
01:00:08: Es ist halt scheiße gelaufen, lass uns Baden gehen.
01:00:11: oder man sieht genau darin diese Faszination dieser Stärke dieser Frau in dem Fall zu sagen krass du hast gerade erzählt dass du aufgegeben hast das du es nicht geschafft hast und du teilst es hier mit uns.
01:00:26: was bist du für eine starke irre Person irgendwie?
01:00:28: Was kommen wir gegen?
01:00:30: jetzt baden so Das ist ein sich drauf Einlassen auf, auf ein soziales.
01:00:42: Auf das was passiert da
01:00:44: und da passt dann vielleicht auch doch diese Geschlechterbinarität die ich gerade aufgemacht habe Dann vielleicht auch nicht so sehr welche mir gut vorstellen kann dass das auch Nicht alle ladies schaffen diesen Raum herzustellen Stellen in dem man auch das Scheitern sich erzielen kann.
01:01:00: Ja und es ist die Anfang.
01:01:01: Also die Aufforderung, die ja am Anfang in Ravacola auf dem Album dann schon mal kommt.
01:01:08: Dieses Erzähleinfach und dieses Erzählen ist der Anfang das sich verwandt machen kann.
01:01:14: Und dass Sie sich verwandt machen, ist glaube ich nicht Ziertels kleine Religion.
01:01:21: Das ist ein tolles Album.
01:01:28: Wir haben ja... Es gibt ja eine Folge mit Katharina Keulmann hier im Podcast, die kann man sich jetzt auch noch mal anhören wenn man diese Folge interessant fand.
01:01:38: Das empfehle ich sehr!
01:01:40: Ich weiß immer nicht ob ich die Folge mit Aladin oder Katharina-Keulmann besser finde und ich glaube meine heimliche Lieblingsfolge ist die mit Nichts-Jettlesl mit Katharina
01:01:51: Und wir bedanken uns dafür dass sie einfach dieses Album uns jetzt... geschenkt hat, also uns beiden hier in diesem Podcast.
01:02:00: Wahrscheinlich denn doch eine der so zu logischsten Arten Musik zu machen die mir so einfällt ohne jetzt alle andere Musik abwerten zu wollen aber es ist schon ganz besondere Form von Musik.
01:02:18: dafür vielen Dank und wir beide wären ja auch noch haben wir uns ja jetzt beschlossen Gemeinsam, das dann auch noch mal in live uns wieder antun.
01:02:28: Das wäre mein vierter Konzertmoment mit Nichts-Jettel und da tun wir es auch doch in einem der tollsten Konzernräumen den ich bisher jemals war.
01:02:39: Ja!
01:02:39: Ich bin ganz aufgeregt.
01:02:40: In der RBB
01:02:41: Sendesaal.
01:02:43: Ich war da Anfang des Jahres zu Berg mit Orchester.
01:02:49: Berg ist so ein Sänger Liedermacher Songwriter.
01:02:53: Er ist in einer ganz eigenwilligen Stimme und hat dann mit Orchester gespielt.
01:02:56: Es war beeindruckend!
01:02:58: Und ich bin wirklich gespannt, wie Musik von Nichts hier hätte... ...dann in so einem riesengroßen Sendesaal, also ein Konzertsaal,
01:03:07: mit
01:03:07: Stühlen die so um Empower gehen.
01:03:12: Also sitzreich in dieser Porgehle und dann gibst du noch Logen, wo man den oben sitzen kann.
01:03:16: Ich bin gespannt wie diese Musik auch in so einem Saal wirkt.
01:03:19: Opernatmosphäre!
01:03:20: Ja, genau.
01:03:21: Wahnsinn ich bin richtig aufgeregt.
01:03:24: Ich freue mich.
01:03:24: Ich Bin froh dass du ein Ticket übrig hattest.
01:03:27: Vielleicht gibt es ja auch welche.
01:03:29: Das
01:03:30: weiß ich nicht.
01:03:31: Kann man nochmal nachgucken am acht November in Berlin.
01:03:34: Und das war unsere Folge heute?
01:03:41: Endlich sind wir bei unserem Emotionthema so richtig voll gerecht geworden, finde ich.
01:03:45: Genau.
01:03:46: Auftrag erfüllt!
01:03:47: Ich glaube es gibt nichts Besseres als sich in diesem herannahenden Herbst.
01:03:51: Du hast ja die Platte gekauft, sich eine Vinylplatte auf den Plattenspieler zu legen, ein knistert das so leise und man hat vielleicht den Kamin angemacht wenn man so wohnt?
01:04:05: Keine Ahnung... Oder die Gasheizung aufgedreht.
01:04:11: Im Wendland,
01:04:12: in deinem Ferienhaus im
01:04:13: Wend Land
01:04:14: oder an der Bretagne?
01:04:16: Genau.
01:04:16: und dann dampft der Tee, den man sich gerade fisch gemacht hat.
01:04:19: und dann hört man einmal, zweimal, dreimal diese Platte durch und wird immer noch wieder was Neues entdecken so wie wir heute um dieser Folge.
01:04:28: Man wird ganz oft beschenkt und man darf sich auf keinen Fall abstoßen lassen von dem ersten Hör.
01:04:34: Eindruck, wenn man hört und denkt ich hab gar nichts verstanden bin nicht dumm.
01:04:37: Nee das ist also einfach wirken lassen immer wieder.
01:04:41: Das kommt da kommt ganz viel.
01:04:45: Danke fürs zuhören folgt uns auf allen Kanälen.
01:04:49: Wir sind bei Instagram mit Musicology.
01:04:51: ihr könnt uns liken oder kommentare schicken Und wir kommen im November wieder.
01:04:57: Wir haben noch einiges vor in diesem Jahr.
01:04:58: Wir habe noch ein paar schöne Überraschungen für euch Tschüss!
01:05:34: Wenn ihr keine Folge verpassen wollt, dann abonniert diesen Podcast.
01:05:40: Für Kritik und Lob könnt Ihr uns jederzeit schreiben.
01:05:43: Bis zur nächsten
01:05:44: Folge!
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